08.07.2019

Tricentis Co-Founder über die Learnings des 165 Mio. Investments

Der Co-Founder der Wiener Software-Firma Tricentis, Franz Fuchsberger, spricht im brutkasten Interview über die Learnings, die er seit dem 165 Millionen US-Dollar schweren Investment im Jahr 2017 gemacht hat. Tricentis hat sich auf automatisierte Software-Tests spezialisiert und zählt zu Österreichs erstem Unicorn.
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Tricentis
(c) feldmann / der brutkasten: Franz Fuchsberger ist Ende 2018 operativ aus dem Unternehmen ausgestiegen und hält aber noch Gesellschaftsanteile am Unternehmen.

Die Erfolgsbilanz der Wiener Software-Firma Tricentis ist beeindruckend. Das Unternehmen wurde im Jahr 2007 gegründet und hat sich auf automatisierte Software-Tests spezialisiert. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Firma zu einem Hidden-Champion in der Branche entwickelt. Der aktuelle Buchwert beträgt eine Milliarde Euro. Zum Unicorn-Status hat unter anderem auch ein Rekord-Investment in der Höhe von 165 Millionen US-Dollar im Jänner 2017 beigetragen. Damals hat sich das US-amerikanische Private-Equity- und VC-Unternehmen „Insight Venture Partners“ an Tricentis beteiligt (der brutkasten berichtete). Mittlerweile ist die Softwarefirma global vertreten, zählt 700 Mitarbeiter und erwartet bis Ende 2019 einen Jahresumsatz in der Höhe von 100 Millionen Euro.

+++ Wiener Software Firma “Tricentis” bekommt 165 Millionen Dollar Investment ++

Tricentis Co-Founder am Business Angel Summit

Franz Fuchsberger, Co-Founder und ehemaliger Vertriebsleiter von Tricentis, hat in einem brutkasten-Livestream im Rahmen des Business Angel Summit 2019 in Kitzbühel über seine Erfahrungen und Learnings gesprochen, die er im Zuge des dreistelligen Millioneninvestments gemacht hat. Fuchsberger ist Ende 2018 aus dem operativen Geschäft von Tricentis ausgestiegen, hält aber nach wie vor Anteile an dem Unternehmen mit Milliardenbewertung. Derzeit ist Fuchsberger als Investor bei der steirischen Beteiligungsgesellschaft eQventure aktiv.

Franz Fuchsberger

Unicorn-Talk: Tricentis ist der österreichische #Unicorn. Der Co-Gründer Franz Fuchsberger sprach mit uns beim Business Angel Summit in Kitzbühel über seine Gründerstory, das 165 Mio Invesment, die Erfolgsfaktoren, seine Learnings, seine Investoren-Rolle bei eQventures uvm.

Gepostet von DerBrutkasten am Freitag, 5. Juli 2019

„Automatisierung war sehr gering“

Mit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2007 sei er und sein Team in einen Markt eingestiegen, der schon drei Jahrzehnte existierte. „Testautomation war schon seit 30 Jahren verfügbar. Die Automatisierungsrate war allerdings so gering, dass man von einem Versagen der Branche sprechen konnte“, so Fuchsberger. Damals hat sein Geschäftspartner eine Software entwickelt, die das Potential hatte, das Problem der Branche zu lösen. Das Werkzeug wurde so weit optimiert, dass Mitarbeiter ohne großes Fachwissen Testfälle erstellen konnten, um automatisiert Software-Bugs zu finden.

Fokus auf Global 2000 Unternehmen

Im Fokus stehen laut Fuchsberger hauptsächlich große Enterprise-Kunden. „Grundsätzlich positionieren wir ‚Tosca‘ bei Global 2000 Unternehmen. In Österreich gibt es aber kaum Kunden, die den Status eines Global 2000 Unternehmens erfüllen“, so Fuchsberger. Demnach bestand immer schon ein hoher Druck, das Unternehmen sowie das Produkt global zu positionieren. Zu den Kunden zählen beispielsweise Unternehmen, wie Toyota, Starbucks, BMW oder die Deutsche Bank.

Trotz der raschen Internationalisierung hat Tricentis den Bezug zu Österreich nicht verloren, da sich der Unternehmenssitz nach wie vor in Wien befindet. „Hochtechnologie muss nicht nur aus dem Silicon Valley kommen, sondern kann auch im Danube Valley entstehen. Das ist uns auch gelungen und hat uns sehr stolz gemacht.“ Mittlerweile unterhält Tricentis aber auch Büros in den USA, Australien sowie Indien.

Lange Vertragsverhandlungen

Im Jänner 2017 konnte das Unternehmen ein 165 Millionen US-Dollar Investment an Land ziehen (der brutkasten berichtete). Der Grund des Investments war damals der Markteintritt in den USA, der laut Fuchsberger sehr kostenintensiv gewesen sei. Fuchsberger ist damals selbst für eineinhalb Jahre in die USA übersiedelt, um die nötigen Strukturen aufzubauen.

Im Zuge des Investments hat er gemeinsam mit seinem Team zahlreiche Learnings gemacht. Eines davon war die lange Verhandlungsdauer der Series-A-Finanzierungsrunde. „Wir haben elf Monate über die Verträge verhandelt und das war eindeutig zu lange“, so Fuchsberger. Die A-Series-Runde wurde schlussendlich in einer Höhe von sechs Millionen Euro abgeschlossen. Durch die Verhandlungsdauer wäre der Fokus zu sehr auf den Vertragswerk gelegen, wobei die Gefahr bestand, dass die wichtigen Punkte im Rahmen der Skalierung zu kurz kommen.

165 Millionen US-Dollar in acht Wochen

Aus der ersten Finanzierungsrunde hätte er und sein Team die richtigen Learnings gezogen. Kurze Verhandlungen mit einem klaren Ziel standen damals für die zweite Finanzierungsrunde auf der Agenda. In nur acht Wochen konnte er in einer B-Series-Finanzierungsrunde ein Investment in der Höhe von 165 Millionen US-Dollar an Land ziehen. Als eine Weisheit gibt Fuchsberger Gründern mit auf den Weg: „Gute Unternehmen verkauft man nicht, sondern sie werden gekauft.“


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(v.l.n.r.) Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, CEO Lukas Püspök, Vorstandvorsitzende Erste Bank Gerda Holzinger-Burgstaller und EIB-Vizepräsident Karl Nehammer kamen zur Eröffnung des Super-Hybrid Projekts. (c) Maria Hollunder
(v.l.n.r.) Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, CEO Lukas Püspök, Vorstandvorsitzende Erste Bank Gerda Holzinger-Burgstaller und EIB-Vizepräsident Karl Nehammer kamen zur Eröffnung des Super-Hybrid Projekts. (c) PÜSPÖK/APA-Fotoservice/Maria Hollunder

Wer auf der Autobahn A4 von Parndorf in Richtung Nickelsdorf fährt, ist ringsum bereits von modernen Windkraftwerken umgeben. An einem windigen Tag wie heute laufen hier mehrere hundert Windräder gleichzeitig. Nach gut 20 Minuten Fahrt erreicht man Nickelsdorf; die rund 1.800 Seelengemeinde liegt direkt an der ungarischen Grenze.

In der Region der Parndorfer Platte erstrecken sich kilometerweit flache Feldlandschaften, wodurch hier die besten Voraussetzungen für Windkraft- und Photovoltaikanlagen herrschen. Unweit der „Pannonia Fields“, erstreckt sich das heute eröffnete Super-Hybrid-Kraftwerk der Energiefirma püspök auf einer Fläche von circa 65 Hektar.

Zur Eröffnung, bei der brutkasten vor Ort war, fanden sich neben püspök-CEO Lukas Püspök auch Ex-Kanzler Karl Nehammer, Vizepräsident der EIB, sowie Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank, auf dem Gelände ein. Die finanzielle Unterstützung beider Institute machte die Umsetzung dieses Großprojekts erst möglich.

Über 65 Hektar erstreckt sich das Areal rund um das Super-Hybrid-Kraftwerk. (c) PÜSPÖK/APA-Fotoservice/Maria Hollunder

Erneuerbare Energie rund um die Uhr

Die Kombination aus Windkraft, Photovoltaik und einem Großbatteriespeicher ermöglicht eine Stromerzeugung rund um die Uhr und schafft ein hohes Maße an Wetterunabhängigkeit. Während die Windkraft vor allem in den Wintermonaten liefert, laufen die PV-Anlagen im Sommer auf Hochbetrieb. Da im Tagesverlauf mit erneuerbaren Energien jedoch nicht durchgehend Strom produziert werden kann, stellt der Großbatteriespeicher laut püspök den zentralen Faktor dar, um die Energie zur richtigen Zeit zu sichern.

„Mit dem Batteriespeicher speichern wir den sauberen, heimischen Strom untertags und haben ihn am Abend auch zur Verfügung. Das ist Super-Hybrid, das senkt Kosten, das stabilisiert das Netz und es macht erneuerbare Energie konstant verfügbar“, erklärt Lukas Püspök das Projekt.

Die Zuschaltung des Speichers ist noch im Juni geplant, die offizielle Inbetriebnahme wird im Juli erfolgen. Neben Nickelsdorf sollen noch an fünf weiteren Standorten in der Gegend Super-Hybrid-Projekte entstehen. Gesamt sollen sie eine Leistung von 271 Megawattpeak erreichen.

Hunderte Schafe unter Photovoltaik-Anlagen

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist das Konzept der Agri-Photovoltaik, bei dem die landwirtschaftliche Nutzung direkt in das Kombinationskraftwerk integriert wird. Derzeit beweiden 120 Schafe und 90 Lämmer die Flächen unter den PV-Anlagen. Durch diese Doppelnutzung wird dieselbe Fläche sowohl für landwirtschaftliche Erträge als auch für die Gewinnung erneuerbarer Energie verwendet.

Raphael Dugmanits, Projektleiter bei püspök, unterstreicht den ökologischen Ansatz: „Wir wollten nicht ein normales Photovoltaik-Kraftwerk hinstellen, sondern wir wollten dezidiert die Agri-Photovoltaik machen. Die Themen Naturschutzgedanken und Biodiversität sind für uns wichtige Punkte.“

Doppelte Flächennutzung durch die Schafe und PV-Anlagen. (c) brutkasten/Hannah Fasching

EIB mit 57 Mio. Euro beteiligt

Die Europäische Investitionsbank stellte für die Errichtung des Super-Hybrid-Energieprojekts 57 Millionen Euro zur Verfügung. Damit beläuft sich das gesamte EIB-Engagement bei Projekten von püspök mittlerweile auf 200 Millionen Euro. Die EIB-Gruppe fungiert als Finanzierungsarm der EU und zählt zu den weltweit größten multilateralen Entwicklungsbanken.

Allein im Jahr 2025 wurden vonseiten der EIB 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für insgesamt 870 Projekte zugesagt, wobei Klima und Umwelt sowie technologische Innovationen zu den Kernbereichen gehören.

Auch die Erste Bank ist maßgeblich an der Finanzierung beteiligt. Vorstandsvorsitzende Gerda Holzinger-Burgstaller betont: „Dieses Projekt zeigt, wie die Energiewende hierzulande konkret umgesetzt werden kann.“

EIB-Vizepräsident Karl Nehammer und CEO Lukas Püspök vor den Großbatteriespeichern in Nickelsdorf. (c) PÜSPÖK/APA-Fotoservice/Maria Hollunder

Für die Energieunabhängigkeit Europas

Das Projekt läuft unter dem europäischen Programm REPowerEU welches darauf abzielt, Europas Abhängigkeit von Öl und Gas nachhaltig zu beenden.

„Worum geht’s immer am Ende des Tages? Um wirtschaftliche Stärke, Versorgungssicherheit, eben nicht nur für Österreich, sondern im großen Kontext gedacht für die Europäische Union. Der Ausbau erneuerbarer Energien und moderner Speichertechnologien ist entscheidend für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit und Klimaziele“, betont Nehammer bei der Eröffnung.

Climate-Tech-Startups gefragt

Obwohl Großprojekte wie diese Kraftwerksanlage laut Lukas Püspök seltener direkt von Climate-Tech-Startups realisiert werden, spielen junge Technologieunternehmen im Hintergrund eine entscheidende Rolle, um solche Vorhaben überhaupt erst „zum Laufen zu bringen“.

Als Paradebeispiel nennt er die Vermarktung und Steuerung des Systems: „Das beste Beispiel ist, dass die Vermarktung dieses Batteriespeichers von einem bekannten österreichischen Climate-Tech-Unternehmen, nämlich von enspired gemacht wird. Bei allem, was rundherum an Services und technologischen Dienstleistungen bei solchen Projekten passiert, da ist die Startup-Szene jetzt gefragt.“

Mehr zu den Chancen von Climate-Tech-Startups erzählte Lukas Püspök im brutkasten-Interview.

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