24.09.2019

Digitalisierung der Büroarbeit: Zwei Startups wollen gemeinsam Potenziale zeigen

Die Digitalisierung der Büroarbeit ist ein Thema, das sich gerade bei KMU nur schleppend entwickelt. Thomas Körbler und Gregor Kastner nehmen sich mit ihren Startups Treskon und TeamOne dieser Problematik an und starten mit inspark.io ein entsprechendes Eventformat.
/artikel/treskon-teamone-inspark
Startup-Gründer Thomas Körbler und Gregor Kastner digitalisieren Büroarbeit
(c) inspark.io
kooperation

Bei aller Euphorie rund um Startups und Innovation gibt es einen Bereich, der gegen Disruptionen trotz aller Versuche in den meisten Unternehmen resistent ist: Die Digitalisierung der klassischen Büroarbeit. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um einen irrsinnig mühsamen Prozess, auf den keiner Lust hat, der aber gleichzeitig das Rückrat eines jeden Unternehmens ist. Zwar wird Büroarbeit manchmal teildigitalisiert – doch dann handelt es sich um teils veraltete Lösungen, die oft nicht miteinander kommunizieren können. Kurzum: Die Scheu vor Innovation auf diesem Gebiet ist sehr hoch.

+++Startup-Events im Eventkalender des brutkasten+++

Der Grundtenor lautet gerade bei mittelständischen Unternehmen dabei oft: „Es läuft irgendwie, also bloß nichts angreifen.“ Genau an dieser Stelle muss jedoch angesetzt werden, betont Treskon-CEO Thomas Körbler: „Es gibt hier quer über alle Branchen eine große Angst vor Veränderung“, sagt er: „Die rührt aber vor allem vom Nichtwissen her, was mit überschaubarem Aufwand und persönlicher Betreuung für ein großer Komfortgewinn möglich ist.“

inspark.io: Neues Eventformat soll Potenziale aufzeigen

Körbler hat daher gemeinsam mit Gregor Kastner, CEO von TeamOne, das Event inspark.io ins Leben gerufen, das sich diesem Thema widmen wird. „Es geht hier nicht primär um Sales, wie man vordergründig denken könnte, sondern um neue Wege aufzuzeigen und Ängste zu zerstreuen“, sagt Kastner: „Die Büroarbeit steht gerade an der Schwelle zu einer enormen Digitalisierungsschwelle. Es ist nicht die Frage ob, sondern nur wann man sich diesem Thema als Unternehmen stellt. Wie früh man auf den Zug aufspringt und den Fortschritt auf diesem Gebiet zu seinen Gunsten als Wettbewerbsvorteil nützt.“

+++Zum Human Resources-Channel des brutkasten+++

Ziel der Veranstaltung ist es laut Körbler, auch den Faktor Mensch bei diesem Transformationsprozess in den Vordergrund zu kehren: „Am Ende geht es immer darum, dass die Mitarbeiter gerne mit dem neuen Setup arbeiten, sich wohl fühlen, es gerne nutzen und auch einen Sinn dahinter sehen“, sagt er: „Gerade auch bei älteren Mitarbeitern, die mitunter weniger technologieaffin sind, ist das ein wichtiger Faktor. Wir wollen das Thema angreifbarer machen, was eigentlich wirklich alles im Zuge des Prozesses passiert.“

Ein wichtiger Teil der Veranstaltung sind daher auch die persönlichen Erfahrungen der Unternehmen, so Körbler weiter: „Sie erzählen selbst von ihrer Ausgangsposition, den Entscheidungsprozessen ihren Hürden, was ihnen das Ganze gebracht hat und wie es ihnen im Rückblick damit geht. Wir wollen das Thema vor allem aus der Praxis heraus ehrlich beleuchten.“

Die erste Auflage von inspark.io findet am 26. September im k47, Wien, statt. brutkasten-CEO Dejan Jovicevic wird das Event moderieren. Geplant ist eine Heynote von Manfred Janele, Unternehmensberater und Coach für Change Management, zum Thema „Der Generationenwandel im Unternehmen“, sowie diverse Customer Insights.

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Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo
Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo

Mit rund 55 Millionen Euro Schulden war die Insolvenz des von Katharina Schneider aufgebauten Unternehmens MediaShop im Februar eine der aufsehenerregenderen in diesem Jahr. Zunächst war die Zukunft der Marke ungewiss. Mit dem Unternehmer Christoph Bauer mit One Spot fand sich ein Käufer, der die Marke seit Anfang Juni weiterführte und neu aufstellte. Im Zuge dessen wird nun auch die Logistik am deutschen Markt umgestellt. Dieser ist mit rund der Hälfte der Gesamtumsätze der wichtigste Einzelmarkt des Unternehmens. In den drei Monaten nach dem Neustart Anfang Juni wurden dort nach Unternehmensangaben mit rund 60.000 Bestellungen mehr als vier Millionen Euro Umsatz erzielt.

Neuer Partner im Fulfillment ist das vom österreichischen Gründer-Duo Christoph Glatzl und Georg Weiß geführte Scaleup Quivo, das stark auf Automatisierung setzt. Dieses war 2022 aus der Fusion des Wiener Startup Logsta mit der deutschen Ancla hervorgegangen und hat seinen formellen Hauptsitz in Deutschland, seinen operativen Sitz aber in Wien. Vor etwa einem Jahr machte es mit einer großen Finanzierungsrunde auf sich aufmerksam, wie brutkasten berichtete.

Logistische Herausforderungen durch kurzfristige Peaks

Mit der Logistik-Umstellung von MediaShop in Deutschland werden nun rund 10.000 Paletten Ware vom bisherigen Zentrallager in Augsburg nach Frankfurt verlagert. Das ist aber nur die erste von vielen zu erwartenden logistischen Herausforderungen, will das Teleshopping-Unternehmen seine Präsenz am deutschen Markt doch noch stärker ausbauen. So steigerte man die TV-Einschaltungen in Deutschland seit dem Neustart von zwischenzeitlich nur drei Sendern auf zwölf. International stieg die Zahl der Sender seit dem Neustart von 16 in zwei Ländern auf 50 in fünf Ländern.

Das Geschäftsmodell von MediaShop stelle enorme Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität, sagt Quivo-CEO Weiß: „Bei MediaShop zeigt sich besonders deutlich, dass modernes Fulfillment weit mehr ist als Lagerfläche und Paketversand. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Bestellmengen eingehen, müssen Technologie, Prozesse und Personal nahtlos zusammenspielen.“ Die Plattform verbinde unterschiedliche Systeme und automatisiere große Teile der Bestellabwicklung. „Gleichzeitig haben wir die Infrastruktur und die personellen Ressourcen, um auch kurzfristige Nachfragespitzen abzufangen. Genau für solche Wachstumsszenarien haben wir Quivo aufgebaut“, so der Gründer.

„Wir haben MediaShop in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt und sind wieder auf Kurs. Dafür brauchen wir eine Logistik, die nicht nur unser heutiges Bestellvolumen zuverlässig bewältigt, sondern auch mit uns wachsen kann“, kommentiert der neue MediaShop-Inhaber und -Chef Christoph Bauer. „Mit Quivo haben wir einen Partner gefunden, der Technologie, operative Erfahrung und die notwendige Skalierbarkeit verbindet. Das ist für uns insbesondere in einem Geschäft entscheidend, in dem Nachfrage sehr kurzfristig entstehen kann.“

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