31.05.2023

Tree.ly: Vorarlberger Startup überreicht die ersten TÜV-zertifizierten CO2-Gutschriften aus Wäldern

Crate.io Co-Founder Jodok Batlogg gründete 2021 mit Tree.ly ein neues Startup, das Waldbesitzer:innen dabei unterstützt, mit CO2-Zertifkaten zusätzliche Einnahmequellen zu erzielen. Die ersten österreichischen Waldprojekte wurden nun vom TÜV validiert und verifiziert.
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Traditionell erwirtschaften Waldbesitzer:innen ihre Einnahmen primär durch Holznutzung. Gleichzeitig erbringt der Wald jedoch weitere wertvolle Ökosystemleistungen für die Gesellschaft, die das Vorarlberger Startup Tree.ly rund um Gründer Jodok Batlogg in Form von CO2-Zertifikaten zugänglich machen möchte.

Über die gleichnamige Plattform Tree.ly können Waldbesitzer:innen berechnen, wie viel CO2 ihr Wald speichert und wie die CO2-Aufnahme des Waldes verbessert werden kann. Zudem bietet das Unternehmen in einem weiteren Schritt auch eine CO2-Zertifzierung an, um im Anschluss CO2-Zertifkate am Markt verkaufen zu können. Unternehmen und Privatpersonen können wiederum CO2-Gutschriften aus regionalen Wäldern erwerben und somit einen direkten Klimaschutzbeitrag in ihrer Region leisten. – der brutkasten berichtete über das Konzept.

Tree.ly erreicht „Meilenstein“

Wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab, wurde nun ein „wichtiger Meilenstein“ erreicht „Die ersten österreichischen Waldprojekte wurden vom TÜV validiert und verifiziert“, so Batlogg gegenüber dem brutkasten. Zudem wurden bereits die ersten TÜV Austria-zertifizierten CO2-Gutschriften übergeben.

Dazu heißt es in einer Aussendung: „Bereits 21 Vorarlberger Städte und Gemeinden sichern sich nach erfolgreicher ISO-Zertifizierung durch den unabhängigen TÜV Austria die ersten regionalen CO2-Gutschriften.“ Zu den Partner:innen zählen der Stand Montafon Forstfonds, Forstbetriebsgemeinschaft Klostertal und Jagdberg, die Städte Bludenz und Dornbirn sowie weitere Gemeinden. Gemeinsam bewirtschaften sie eine Waldfläche von knapp 13.000 Hektar, was etwa 13 Prozent der Gesamtwaldfläche in Vorarlberg entspricht. Zudem verfügen die Projekte über eine Laufzeit von 30 Jahren und sollen so zum Erhalt des Waldes beitragen.

Projekte werden jährlich validiert

Künftig sollen die Projekte jedes Jahr von externer, unabhängiger Stelle – in Österreich vom TÜV Austria – validiert, und die Menge der CO2-Gutschriften nach Verifizierung zertifiziert werden. Neben Österreich arbeitet Tree.ly aktuell an weiteren Projekten in Deutschland, Italien, den Niederlanden und in Tschechien.

“Wir bilden den Wald digital ab, begleiten den gesamten Zertifizierungsprozess bis zur Validierung mit jährlichem Monitoring durch den TÜV Austria und übernehmen Marketing sowie Vertrieb der verifizierten Klimaschutzleistungen für einen nachhaltigen Beitrag zum globalen Klimaschutz“, so Batlogg von Tree.ly. Unternehmen und Privatpersonen haben übrigens ab sofort die Möglichkeit, diese Gutschriften direkt von Tree.ly und ihren Vertriebspartner:innen zu erwerben.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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