23.07.2025
REISEN

Europaweit mit dem Zug: Wiener Startup Traivelling launcht neue Buchungsplattform

Weite Strecken – insbesondere über Europa hinaus – sind für viele Menschen in erster Linie mit Fliegen verbunden. Elias Bohun wollte nach Vietnam – allerdings ohne Flugzeug. Nach monatelanger Recherche hat er es geschafft, innerhalb von 16 Tagen mit dem Zug nach Vietnam zu reisen. Damit das auch ohne aufwendige Recherche möglich ist, hat er Traivelling gegründet – die Plattform für Zugreisen durch Europa und darüber hinaus.
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Die drei Traivelling-Gründer v.l.n.r.: Jürgen Grünberger, Matthias Schötta, Elias Bohun

Es war ein aufwendiges Unterfangen für Elias Bohun, nach seiner Matura 2019 nach Vietnam zu reisen – er hat sich nämlich nicht in den Flieger gesetzt, sondern drei Monate lang recherchiert, um nur mit dem Zug von Wien in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi zu gelangen. Die Reise dauerte schließlich 16 Tage – mit Übernachtungen und touristischen Aufenthalten unterwegs. Preislich war die Reise ungefähr gleich teuer wie ein Flug. Nur Zeit muss man mitbringen.

Damit Reisen mit dem Zug nicht immer monatelange Vorabrecherche erfordern, gründete Elias Bohun gemeinsam mit Matthias Schötta und Jürgen Grünberger Traivelling. Früher hat Bohun das Startup gemeinsam mit seinem Vater gemacht – mittlerweile holte er sich technische Unterstützung an Bord. Brutkasten hat nach der Gründung 2020 bereits über das Startup berichtet.

Buchungsplattform aktiviert

Bisher war Traivelling wie ein Reisebüro, erklärt Bohun im Gespräch mit brutkasten – während des Telefonats sitzt Bohun übrigens passenderweise im Zug. Kund:innen konnten an Traivelling schreiben, und Bohun hat die Ticketvermittlung übernommen. Seit ein paar Tagen ist Traivelling nicht mehr Reisebüro, sondern Buchungsplattform: Man kann nun direkt auf der Website die Start- und Zielorte eingeben und erhält sofort die beste Verbindung angezeigt. Um das zu gewährleisten, ist Traivelling Vertriebspartner von Staats- und Privatbahnen in Europa.

Die Plattform funktioniert auch intermodal – wenn also auf einer Strecke kein Zug mehr fährt, sucht das System automatisch nach Busverbindungen. „Das gibt es in dieser Form bisher noch nicht“, so Bohun. Es gebe zwar Plattformen wie Omio, diese würden jedoch auch Flugreisen anzeigen, so der junge Gründer.

Beratung inklusive

Sollten bei der Buchung Probleme auftreten, steht man den Kund:innen weiterhin beratend und unterstützend zur Seite. So könne man beispielsweise für Reisen in die Türkei keine Zugtickets über die Plattform buchen, da das dortige Zugsystem noch nicht digitalisiert ist. „Wir suchen dann manuell die Verbindungen und kaufen die Zugtickets für die betreffende Person“, so Bohun.

Pro Buchung über die Plattform fällt eine Gebühr zwischen vier und sieben Prozent an, die an Traivelling geht. „Wenn es sich um eine Buchung handelt, die nicht über die Plattform abgeschlossen werden kann und die wir manuell übernehmen müssen, ist es entweder ein prozentualer Anteil oder ein fixer Betrag. Wenn wir beim Beispiel Türkei bleiben, würde ein Prozentsatz keinen Sinn ergeben, weil Zugtickets dort oft nur fünf Euro kosten“, erklärt Bohun.

Investmentrunde in Planung

Für die Finalisierung der Buchungsplattform in den letzten fünf Jahren hat das Startup ein Crowdfunding in Höhe von 200.000 Euro aufgesetzt. Um diese Summe zu erreichen, habe es nur zehn Tage gebraucht, so Bohun. Zusätzlich erhielten die drei Gründer eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten sie eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

Für die Weiterentwicklung der Plattform und neue Features soll aber weiteres Kapital aufgenommen werden. Noch in diesem Jahr will das Startup eine Seed-Finanzierungsrunde über eine Million Euro abgeschlossen werden. Neue Funktionen sollen beispielsweise einen Preisvergleich mit Interrail ermöglichen – dieser funktioniert zwar bereits in einigen Ländern, aber noch nicht flächendeckend. Zudem soll es künftig auch möglich sein, Rundreisen zu buchen. Ein großer Teil der Gelder soll außerdem in Marketing sowie in die Auszahlung der Gründer fließen – diese haben bisher größtenteils nahezu unentgeltlich an der Plattform gearbeitet und sie entwickelt.

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Die automatisierte Burger-Maschine FABAL © REET Systems

Die österreichische REET Systems GmbH (Restaurant Efficiency Technologies Systems) hat nach eigenen Angaben die Entwicklung einer serienreifen automatisierten Burger-Produktion abgeschlossen. Das System trägt den Namen FABAL (Fully Automated Burger Assembly Line) und wird interessierten Gastronomiebetrieben nun auch in einem Demo-Center in Wiener Neudorf, Niederösterreich, vorgeführt.

Aufbau und Kapazität

FABAL ist laut REET modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche Restauranttypen anpassen. Je nach Konfiguration sollen laut eigenen Angaben bis zu 300 Burger pro Stunde produziert werden können, aus über 50 verschiedenen Zutaten und in zahlreichen, auch individuell zusammengestellten, Varianten. Bedient wird die Anlage von einer einzigen Person, die für Befüllung und Reinigung zuständig ist. Laut Website sollen sich Betreiber:innen 50 Prozent der Personalkosten sparen. Ein KI-gestütztes System überwacht laut Unternehmen Produktionsqualität und Betriebszustände der Komponenten.

Entwicklung und Testbetrieb

Die aktuelle dritte Generation der Anlage sei nach rund sieben Jahren Entwicklung entstanden und habe sich in einem über einjährigen Testbetrieb mit mehr als 30.000 produzierten Burgern bewährt, so REET. Als Einsatzgebiete nennt das Unternehmen Schnellrestaurants, Großkantinen, Events und Vergnügungsparks. REET gibt, an die Patent- und Immaterialgüterrechte an der Technologie zu halten.

Produktion und Support sollen über Partnerunternehmen im In- und Ausland laufen. „Die größte Herausforderung dieser Innovation war es, auf dem in üblichen Küchengrößen vorhandenen Platzangebot aus über 50 verschiedenen und uneinheitlichen Burgerzutaten automatisiert unterschiedlichste Burger Sandwiches in hohen Stückzahlen herzustellen“, sagt REET-Geschäftsführer und Wirtschaftsanwalt Dieter Spranz.

Eigentümerstruktur

REET Systems wurde laut eigenen Angaben 2019 aus dem Gesellschafterumfeld der Theophil Group gegründet, seit 2022 hält die Raiffeisen-Beteiligungsgesellschaft Invest AG eine Minderheitsbeteiligung. Geschäftsführer sind Dieter Spranz und Roland Ambrosch.

Mehrheitseigentümerin von REET ist die Theophil Group, eine österreichische Familienunternehmensgruppe mit Schwerpunkt Systemgastronomie und Immobilien, die in Österreich rund 1.000 Mitarbeiter:innen beschäftigt und laut Aussendung über 100 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt.

Verbindung zur Systemgastronomie

International ist die Theophil Group mit The Coffeeshop Company in neun weiteren Ländern mit rund 100 Standorten vertreten. Über ihre Tochtergesellschaft The Eatery Group (bis 2023 TQSR Group) ist sie zudem seit 2015 Masterfranchisenehmerin von Burger King in Österreich.

„Als Masterfranchisee und exklusiver Developer der amerikanischen Burgerkette Burger King verwalten wir den gesamten österreichischen Markt der Marke“, heißt es auf der Website der Gruppe. 34 Burger-Lokale betreibe man selbst. Die neue Burger-Automatisierungstechnik entsteht damit im selben Konzernumfeld, das hierzulande auch einen der größten Systemgastronomie-Betreiber stellt, ein naheliegendes erstes Einsatzfeld für FABAL.

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