21.10.2025
"ALLSTARS AWARD"

Tractive holt internationalen Preis von GP Bullhound

Das oberösterreichische Haustier-Tracking-Scaleup Tractive holt sich den Allstars Award 2025 von GP Bullhound in der Kategorie "Consumer Subscription Company".
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Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus von Tractive mit dem GP Bullhound Allstars Award | Foto: Tractive
Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus von Tractive mit dem GP Bullhound Allstars Award | Foto: Tractive

Dass es nicht umsonst zu den profiliertesten Scaleups des Landes zählt, beweist Tractive mit Sitz in Pasching immer wieder. Zuletzt übernahm das Haustier-Tracking-Unternehmen etwa im Juli einen der weltweit größten Konkurrenten aus den USA – brutkasten berichtete. Es war die vielleicht größte Übernahme durch ein heimisches Scaleup bislang. Das nötige Geld dafür holt sich Tractive nicht per Investments, sondern durch den Cashflow: Vergangenes Jahr verkündete man, die 100-Millionen-Euro-Grenze beim jährlich wiederkehrenden Umsatz überschritten zu haben (brutkasten berichtete).

Tractive holt Allstars Award in Kategorie „Consumer Subscription Company of the Year“

So verwundert es gar nicht, dass das Scaleup auch international Aufmerksamkeit auf sich zieht. Überzeugen konnte es nun auch den Londoner Beratungs- und Investment-Riesen GP Bullhound. Das Unternehmen vergab seine seit zwei Jahrzehnten jährlich vergebenen Allstars Awards in 14 Kategorien. Tractive setzte sich in der Kategorie „Consumer Subscription Company of the Year“ durch. Auf der Liste der Preisträger findet sich das OÖ Scaleup neben Namen wie dem milliardenschweren Growth-Investor Verdane, der die Kategorie „Growth & Buyout Fund of the Year“ für sich entschied.

„Oscars of the tech world“

„Zieht man das herausragende Feld der Nominierten in Betracht, bedeutet diese Anerkennung umso mehr“, kommentiert Tractive-Gründer und -CEO Michael Hurnaus auf LinkedIn. COO und CFO Wolfgang Reisinger bezeichnet den Award als „Oscars of the tech world“.

Sämtliche Preisträger:innen der GP Bullhound Allstars Awards 2025:

  • Exit of the Year: Ventech
  • Entrepreneur of the Year: Martina King, früher Featurespace
    „Highly Commended“: Tony Pepper, Egress
  • Growth & Buyout Fund of the Year: Verdane
  • Investor of the Year: Ed Lascelles, AlbionVC
  • VC of the Year: Ventech
  • Young Entrepreneur of the Year: Kamran Ansari, FluxWear
  • Allstar Company Challenge: Prolific
  • Software Company of the Year: Juro
  • ESG Company of the Year: xFarm
  • CSS Company of the Year: Tractive
  • Digital Advertising Company of the Year: Croud
  • Digital Transformation Company of the Year: CloudRock
  • Digital Innovation in Arts & Culture Award: Artcrush & WHATCLASS
  • Allstars Hall of Fame: Poppy Gustafsson, CBE

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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber
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Sie wird regelmäßig als möglicher Hebel genannt, um Startups abseits von klassischen Förderungen staatlich zu unterstützen: die öffentliche Beschaffung. Gleichzeitig wird kritisiert, dass diese oft nicht die kommunizierten Zielsetzungen, etwa in der Stärkung der heimischen Innovationslandschaft, widerspiegelt. Das will die österreichische Bundesregierung nun mit einem „nationalen Aktionsplan Strategische Öffentliche Beschaffung“ ändern, der bis Jahresende unter Federführung von Wirtschafts- und Innovationsministerium ausgearbeitet werden soll.

Öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für Startups etablieren

Der Aktionsplan soll „als Handlungsleitfaden für den Bund, seine Beteiligungen sowie weitere öffentliche Auftraggeber dienen“. Ziel sei es, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und europäische Wertschöpfung stärker in Beschaffungsprozessen zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt liege darauf, öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für innovative Unternehmen und Startups zu etablieren. Damit sollen „neue Technologien schneller zur Marktreife gelangen und zusätzliche Impulse für Wachstum und privates Kapital entstehen“.

Hanke: „Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß“

Innovationsminister Peter Hanke führt aus: „Mit rund 70 Milliarden Euro jährlich verfügt der Staat über enorme Gestaltungskraft. Diese wollen wir künftig gezielt einsetzen, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts zu stärken und europäische Souveränität auszubauen.“

Hier gelte es neue Wege zu gehen: „Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen eine Beschaffung, die europäische Souveränität und Innovationskraft in den Vordergrund stellt“, so Hanke. Der Staat soll dabei „als Ankerkunde vorangehen“ und innovativen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Lösungen erstmals im Markt einzusetzen. „Das stärkt unsere Startups, schafft heimische Wertschöpfung und macht Österreich technologisch unabhängiger“, meint der Minister. Bundesbeteiligungen wie die ÖBB und ASFINAG seien dabei bereits Vorreiter. Ziel sei es, dass die Republik ihre Rolle als Eigentümer konsequenter ausbaue.

Und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ergänzt: „Der Staat soll nicht nur einkaufen, sondern Innovationen den Weg in den Markt ebnen. Wenn die öffentliche Hand als Erst- und Referenzkunde vorangeht, schaffen wir Marktchancen für heimische Unternehmen, stärken europäische Wertschöpfung und machen aus Innovation schneller wirtschaftlichen Erfolg. Genau diesen Paradigmenwechsel treiben wir jetzt voran.“

Spinoff-Gründungen als konkrete KPI für „Austrian Quantum Cluster“

Zeitgleich geben die beiden Minister per Aussendung auch ein Update zu weiteren Maßnahmen im Bereich der in der Industriestrategie 2035 (brutkasten berichtete) definierten Schlüsseltechnologien. In der AI Factory Austria seien demnach 53 von insgesamt 80 Millionen Euro Projektkosten als Investition in einen Supercomputer vorgesehen, der kommendes Jahr in Wien in Betrieb gehen soll.

Zudem nennen die Ministerien einige KPIs für den „Austrian Quantum Cluster“, in den heuer 30 Millionen Euro aus dem Fonds Zukunft Österreich fließen (brutkasten berichtete). Demnach soll der „erste Megacluster Österreichs“ unter der Ägide von aws (Austria Wirtschaftsservice), FFG (Forschungsförderungsgesellschaft), CDG (Christian Doppler Forschungsgesellschaft) und FWF (Wissenschaftsfonds) etwa mindestens fünf Spinoffs hervorbringen und mindestens acht Millionen Euro Folgeinvestitionen für Startups bzw. Scaleups hebeln. „Wir wollen Quantentechnologie nicht nur erforschen, sondern in Österreich entwickeln, produzieren und vermarkten. Unser Ziel ist klar: Aus Spitzenforschung soll Spitzenindustrie werden“, kommentiert Hattmannsdorfer. Dabei setze man auf „Fokus statt Gießkanne“.

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