25.11.2021

So arbeitet sich TourRadar zurück auf den Weg zum Unicorn

Als Travel-Startup wurde TourRadar besonders hart von der Pandemie getroffen. Gründer Travis Pittman spricht bei Editor's Choice über die vergangenen zwei Jahre und die Zukunftspläne.
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TourRadar Co-Founder und CEO Travis Pittman im Talk mit brutkasten-Redakteur Dominik Perlaki
TourRadar Co-Founder und CEO Travis Pittman im Talk mit brutkasten-Redakteur Dominik Perlaki

Mit einem 50 Millionen US-Dollar-Investment in der Tasche galt TourRadar vor der Coronakrise als einer der aussichtsreichsten heimischen Unicorn-Kandidaten. Doch die Pandemie brachte für das Travel-Startup einen herben Rückschlag. In seinen langfristigen Zielen wollte sich das Unternehmen davon aber nicht beirren lassen. Schon vor einem Jahr folgte der Marktstart im deutschsprachigen Raum. Kürzlich ging man mit einem neuen B2B-Produkt an den Start, das weitere Märkte erschließen soll. Inzwischen werden wieder neue Leute gesucht.

Bei Editor’s Choice, dem Podcast der brutkasten-Redaktion, erzählt Co-Founder und CEO Travis Pittman, wie sein Startup die vergangenen zwei Jahre meisterte, wie das Geschäft in Zeiten der Pandmie läuft, wie die neue „Adventure Booking Platform“ funktioniert und warum er optimistisch in die Zukunft blickt. „We’re back!“ sagt Pittman – auch auf dem Weg zum Unicorn.

Travis Pittman im Podcast (auf englisch):

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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