30.03.2026
EXPANSION

Toolbox24: Wiener Werkzeugverleih-Startup eröffnet zweiten Standort

Das Wiener Startup Toolbox24 eröffnet einen zweiten Standort in Wien. Dort kann Werkzeug rund um die Uhr digital geliehen werden.
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Gründerin Wibke Giese vor einer Toolbox24. | Foto: Toolbox24

Wer in einer Wiener Altbauwohnung lebt, kennt das Problem: Die Schranktür klemmt, ein Regal muss montiert werden – und der einzige Akkuschrauber, den man kennt, gehört dem Nachbarn. Genau hier setzt Toolbox24 an. Das Wiener Startup verleiht Werkzeug vollständig digital, rund um die Uhr und ohne Umwege (brutkasten berichtete bereits).

Digitale Buchung

Das Konzept ist denkbar einfach: Online wird ein Werkzeug gebucht, dann erhält man den Zugangscode zur Box vor Ort. Die Idee richtet sich bewusst an Menschen, die selten genutztes Gerät nicht dauerhaft besitzen wollen oder können. „Unser Ziel ist es, Werkzeuge und Geräte nicht nur einfacher zugänglich zu machen, sondern auch ressourcenschonend zu teilen“, erklärt Gründerin Wibke Giese. „Ob du am Sonntag spontan etwas umbauen möchtest oder spät abends ein wichtiges Werkzeug fehlt – mit Toolbox24 bist du flexibel. Du kannst genau dann loslegen, wenn es dir passt.“

Keine „One-Woman-Show“ mehr

Gegründet von Wibke Giese, startete Toolbox24 im Dezember 2024 mit einem ersten Standort in der Sturzgasse im 15. Bezirk. Zum Zeitpunkt des ersten brutkasten-Interviews mit ihr bezeichnete Giese sich selbst noch als „One-Woman-Show“. Diese Phase ist offenbar vorbei: Mittlerweile zählt das Team drei Mitarbeiterinnen – allesamt weiblich, was in einem Bereich, der traditionell als männlich dominiert gilt, durchaus auffalle, so die Gründerin.

Außerdem wurde das Sortiment seit dem Start weiterentwickelt. Auf Basis von Kundenfeedback wurden unter anderem die Bereiche Hygiene und Bohren ausgebaut.

Zweiter Standort am Hannovermarkt

Nun folgt der nächste Schritt: Ein neuer Standort direkt am Hannovermarkt im 20. Wiener Gemeindebezirk. Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Toolbox24 will sich bewusst dort positionieren, wo Menschen wohnen und ihren Alltag verbringen, heißt es in einer Presseaussendung.

Werkzeug soll künftig so verfügbar sein wie ein Carsharing-Auto – jederzeit zugänglich, digital organisiert und wohnortnah. Gerade im urbanen Kontext, wo Wohnraum knapp und Stauraum oft Mangelware ist, erhofft man sich, dass das Angebot auf Resonanz stößt.

Expansion in Planung

Toolbox24 denkt bereits über Wien hinaus. Weitere Standorte in Österreich sollen folgen, um die Verfügbarkeit weiter auszubauen und das Teilen von Werkzeug als Selbstverständlichkeit im städtischen Alltag zu verankern. Ob und wann konkrete Expansionsschritte folgen, ist derzeit noch offen.

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(v.l.) Managing Director bei T-Systems Austria Peter Lenz und fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath | © Nick Rainer

Um fonio.ai wird es nicht still. Laut eigenen Angaben gehört das Startup zu den am schnellsten wachsenden in ganz Europa, im August knackte es die 10-Millionen-Dollar-ARR-Marke, wie brutkasten berichtete. Jetzt hebt das Unternehmen seine KI-gestützte Kundenkommunikation auf das nächste Level. Über die Plattform „T operated by fonio.ai“ von T-Systems, einer IT-Tochter der Deutschen Telekom, werden die Dienste von fonio.ai nun auch für Großkunden angeboten.

„KI-gestützte Telefonie entwickelt sich gerade zum Standard für jede Organisation, die dauerhaft erreichbar und damit wettbewerbsfähig bleiben möchte“, sagt Daniel Keinrath, CEO und Mitgründer von fonio.ai. Auf der Kundenliste von T-Systems finden sich Unternehmen wie die ÖBB oder Uniqa. Rege Nachfrage zeige sich aus Branchen wie Gesundheitswesen, Manufacturing und Bankwesen.

Die Voice-AI-Cluster von fonio.ai laufen dabei über die T Cloud der Deutschen Telekom, die verschiedene Cloud-Infrastrukturen und IT-Services bündelt. Alle fonio.ai-Kunden sollen somit in Zukunft von Zero Data Retention profitieren, einem Sicherheitsstandard, der bisher Enterprise-Umgebungen vorbehalten war.

„Einfach hinsetzen und einen lustigen Prompt schreiben, funktioniert nicht“

„Die aktuelle Challenge bei den größten Unternehmen ist, diese Unternehmen wirklich tief zu verstehen. Einfach hinsetzen und einen lustigen Prompt schreiben, funktioniert auf einem Enterprise-Level nicht mehr. Da haben wir auch gemerkt, dass es unbedingt einen Partner wie T-Systems braucht. Es macht einfach einen riesigen Unterschied, wenn man tief in die Systeme reingeht, ein ERP oder CRM tiefgründig connected, und der KI wirklich weitreichende Fähigkeiten gibt“, sagt Keinrath. Als eine der zentralen Herausforderungen beschreibt er, dass Großkunden höhere Anforderungen an die Security und Prozesse haben.

Datenschutz als zentrales Thema

„Wir haben uns für fonio.ai entschieden, weil das Produkt hochinteressant und gut ausgereift ist. Da ist einfach viel Know-how dahinter. Außerdem haben wir ein Verständnis für den europäischen Rechtsraum und daher selber ein Interesse, hier eben DSGVO-konform zu sein, die Normen einzuhalten“, sagt Peter Lenz, Chairman von T-Systems Austria, im brutkasten-Gespräch. Er erklärt: „Große Unternehmen wollen wissen: Wo liegen denn meine Daten? Ist das alles souverän? Befindet sich das in Europa, idealerweise auch in Österreich? Da haben wir jetzt eine gute Antwort drauf.“ T-Systems betreibt zwei Rechenzentren in Österreich.

Keinrath ergänzt: „Was OpenAI etc. machen: Sie lernen bei jedem Gespräch. Wir machen das nicht. Wenn 80, 90 Prozent der Kommunikation von Unternehmen über KI laufen, dann muss das von einem europäischen Player sein.“ Die KI von fonio.ai lerne durch Informationen, die Unternehmen der KI bewusst geben. AustrianStartups-Chefin Hannah Wundsam betont, dass Firmen in Europa durch die DSGVO und den EU AI Act sehr klare Regeln haben.

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