16.01.2025
ERSTER STANDORT

Toolbox24: Wiener Startup ermöglicht ersten vollautomatisierten Werkzeugverleih

Wibke Giese hat mit Toolbox24 eine einfache Lösung für Werkzeuge geschaffen. Über rund um die Uhr zugängliche Verleihstationen können Wiener:innen jetzt bequem online Geräte ausleihen.
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Toolbox24 Founderin
Toolbox24-Founderin Wibke Giese | Foto: Toolbox24

Der Schlagbohrer und der Teppichreiniger zählen zu den beliebtesten Leihgeräten – kein Wunder, denn sie sind in der Anschaffung teuer und kommen nur selten zum Einsatz. Doch was tun, wenn der Baumarktverleih bereits geschlossen ist und im Freundeskreis niemand aushelfen kann?

Diese Frage stellte sich auch Wibke Giese. brutkasten hat mit der Founderin gesprochen. Die gebürtige Norddeutsche lebt seit rund 20 Jahren in Wien. Nach einem Studium der Kultur- und Sozialanthropologie absolvierte Giese eine Friseurlehre und betreibt seither ihren eigenen Salon. Parallel dazu war Giese für die Ausstattung der Late-Night-Show „Willkommen Österreich“ verantwortlich.

In dieser Zeit kam ihr die Idee für Toolbox24. Als sie für den Setbau eine Autopoliermaschine benötigte, durchquerte sie ganz Wien, musste einen Reisepass und eine Kaution hinterlegen und das Gerät in einem Zeitfenster von genau einer Stunde zurückbringen. Danach dachte sich Giese: „Ich probiere das jetzt selber.“

Verleih nach bewährtem Prinzip

Die erste Verleihstation von Giese eröffnete Dezember 2024 im 15. Bezirk, nahe dem Technischen Museum. Der Verleih selbst ist Nutzer:innen mittlerweile bekannt: Online wird ein Tool gebucht, dann erhält man den Zugangscode zur Box. Nach der Verwendung erfolgt die Rückgabe mit Foto. Fertig.

Auch Toolbox24 wird aktuell von ihr alleine geleitet: „Ich bin eine One-Woman-Show“. Unterstützt wird sie zwar freie Mitarbeiter:innen, die Geräte selbst werden aber von Giese gewartet. Durch die Zusammenarbeit mit Makita und Kärcher, bekam sie dafür das nötige Know-how.

Investor:innen gab es zum Zeitpunkt der Gründung keine, die Finanzierung stammt aus Eigenmitteln ohne zusätzlichen Bankkredit. Dafür gab es die Gründer-Förderung der Stadt Wien, welche für die Belebung von Geschäftslokalen rückwirkend geltend gemacht werden kann.

Toolbox24 war nicht die erste Gründung

Erfahrung in der Unternehmensgründung hat Wibke Giese durch die Gründung und Führung ihres Friseursalons. „Ich glaube, das spielt mir total in die Hände, dass ich bereits eine Selbstständigkeit gegründet habe, dass ich einmal durch viele Prozesse schon durchgegangen bin und dass ich dabei auch schon tolle Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen habe“, sagt Giese.

Mit Toolbox24 möchte Giese nicht nur den Werkzeugverleih vereinfachen, es geht ihr auch darum, das Konsumverhalten zu reduzieren. Dazu sagt sie: „Oft räumt man seine Schränke mit Dingen voll, die man eigentlich nur selten braucht. Ich war selbst überrascht, als ich gelesen habe, dass die durchschnittliche Nutzung einer Bohrmaschine in einem Privathaushalt bei nur elf Minuten liegt. In ihrer ganzen Zeit, in der sie besessen wird.“

Expansion geplant

Nach Standort-Eröffnung im 15. Bezirk ist für Giese der nächste logische Schritt, eine Expansion auf die andere Seite der Stadt. „Ich möchte die Möglichkeit bieten, den Menschen in Wien einfach einen niederschwelligen Zugang zur Toolbox aufzubauen“, sagt Giese. Bei erfolgreicher Durchsetzung wäre es für sie auch angedacht, die Toolbox in andere Städte Österreichs zu bringen.

„Ich habe auch schon Interessenbekundungen bekommen für jemanden, das Konzept in andere Länder auch zu bringen. Da gibt es auf jeden Fall Potenzial“, sagt Giese. Auch wenn es europaweit ähnliche Konzepte gibt, hat der Verleih beim Baumarkt aktuell noch die Oberhand. Doch der Vorteil der Rund-um-die-Uhr-Zugänglichkeit, gepaart mit der Niederschwelligkeit des Ausleihens und die Flexibilität für die Kund:innen ermöglichen Giese eine neue Verleih-Landschaft.

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(c) N26
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Bei N26 geht der nächste Vorstand von Bord: Arnd Schwierholz legt seine Funktionen als Chief Financial Officer und Vorstandsmitglied der N26 SE sowie der N26 Bank SE mit Ende August zurück. Das gab die Berliner Digitalbank am Mittwoch bekannt. Eine Nachfolge werde „zu gegebener Zeit“ kommuniziert, heißt es in der Aussendung. Übergangsweise soll Chief Operating Officer Aytac Aydin die Verantwortung für das Finanzteam übernehmen, vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Abgang nach erstem Jahresüberschuss

Schwierholz war 2023 als CFO zu N26 gestoßen und hatte anschließend zusätzlich Vorstandsmandate in beiden Gesellschaften übernommen. Von Jänner bis April 2026 führte er das Unternehmen zudem interimistisch als Co-CEO.

Seine Entscheidung falle, so N26, nach dem ersten Jahresüberschuss der Bank: Das Geschäftsjahr 2025 schloss sie mit Bruttoerträgen von über 500 Mio. Euro und einem Rohertrag von über 350 Mio. Euro ab. Die Höhe des Jahresüberschusses selbst nennt das Unternehmen nicht. Ein erstes profitables Quartal hatte N26 im Herbst 2024 verbucht, brutkasten berichtete.

CEO Mike Dargan dankte dem scheidenden Finanzchef für „seinen Beitrag und die Disziplin, mit der er N26 zu nachhaltiger Profitabilität geführt hat“. Man blicke „aus einer Position finanzieller Stärke in die Zukunft“. Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Dombret würdigte Schwierholz‘ Rolle beim Aufbau der finanziellen Grundlagen „für N26 als profitable und widerstandsfähige europäische Bank“.

Der Umbau an der Spitze geht weiter

Der Wechsel reiht sich in einen tiefgreifenden Umbau der Führungsebene ein. Mitgründer Valentin Stalf hatte im August 2025 seinen Rückzug aus der operativen Verantwortung angekündigt und sollte nach einer Übergangsphase in den Aufsichtsrat wechseln, wie er damals im brutkasten-Interview erläuterte. Zuvor hatten Medienberichten zufolge mehrere US-Investoren die Ablösung der beiden Gründer gefordert, brutkasten berichtete. Im Dezember 2025 zog auch Mitgründer Maximilian Tayenthal als CEO nach, ebenfalls von brutkasten dokumentiert: Der Aufsichtsrat bestellte den damaligen UBS-Vorstand Mike Dargan mit Antritt im April 2026 zum neuen CEO.

Hintergrund des Umbaus sind auch die anhaltenden Auseinandersetzungen der Bank mit der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Diese hatte im Dezember 2025 ein Maßnahmenpaket gegen die Bank verhängt, einen Sonderbeauftragten bestellt sowie zusätzliche Eigenmittelanforderungen und Geschäftsbeschränkungen festgelegt. Bereits ab November 2021 hatte die BaFin die Zahl der monatlich aufnehmbaren Neukund:innen begrenzt, diese Wachstumsbeschränkung fiel Ende Mai 2024 weg.

N26 zählt nach eigenen Angaben rund 1.600 Mitarbeitende, ist in 24 Märkten aktiv und hat neben Berlin auch einen Standort in Wien.

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