30.04.2025
FRÜHWARNSYSTEM

Tiroler Startup GMD kooperiert mit Infineon

GMD hat in Zusammenarbeit mit der Infineon Technologies AG ein System entwickelt, das mit Hilfe von Radarsensoren Bäche und Felsbewegungen in den Alpen kontinuierlich überwacht. Dadurch sollen die Auswirkungen von wetterbedingten Extremereignissen reduziert und Menschenleben gerettet werden.
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Ein Sensorsystem misst kontinuierlich den Wasserzufluss, den Pegelstand oder die Fließgeschwindigkeit. Copyright: GMD®
Ein Sensorsystem misst kontinuierlich den Wasserzufluss, den Pegelstand oder die Fließgeschwindigkeit | (c) GMD

Das Kürzel GMD steht für „geomorphing detection“ und hat zum Ziel, Naturgefahren mithilfe von KI-basierter IoT-Sensortechnik vorhersehbar zu machen. brutkasten hat bereits über das Innsbrucker Startup berichtet.

Nachdem GMD bereits vor wenigen Wochen eine Kooperation mit  dem deutschen Alpenverein bekannt gegeben. Jetzt verkündet GMD jetzt die Zusammenarbeit mit Infineon.

Infineon Technologies Austria AG ist eine Tochter der Infineon Technologies AG – ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und das Internet der Dinge (IoT).

Halbleiterlösung im Frühwarnsystem

GMD und Infineon Technologies haben gemeinsam ein effizientes, digitales Frühwarnsystem zur Überwachung alpiner Bäche und Gebiete entwickelt. Das System basiert auf intelligenten Mikrocontrollern PSoC und der AI Technologie von Infineon. Das System misst kontinuierlich Parameter wie den Pegelstand oder die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Außerdem erkennt es Verformungen oder gefährliche Einschläge in Schutzbauten – wie in Steinschlagnetze oder Lawinenverbauungen.

Halbleiterlösungen seien das „digitale Herzstück im Internet der Dinge“, sagt Thomas Rosteck, Division President Connected Secure Systems von Infineon. Durch die einfache Integration der Mikrocontroller in bestehende Systeme werde es Startups erleichtert, zukunftsweisende Ideen wie diese umzusetzen, betont Rosteck.

Pilotprojekt ist bereits gestartet

Das Projekt ist bereits in verschiedenen Teilen Tirols eingesetzt. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Infineon. In Kombination mit unserer Analyseplattform können wir energieeffiziente und kostengünstige Frühwarnsysteme anbieten“, sagt Steve Weingarth, einer der Gründer von GMD und Geschäftsführer.

Naturgefahren wie Überschwemmungen, Erdrutsche und Hochwasserereignisse nehmen aufgrund der Klimaerwärmung weltweit zu. GMD will mit seinem Frühwarnsystem einen entscheidenden Beitrag leisten, um Schäden für Mensch, Tier und Infrastruktur zu minimieren.

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Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Sommer 2021 ging das Wiener LegalTech-Startup notarity mit einem klaren Produktversprechen an den Start: die Online-Abwicklung notarieller Dienstleistungen einfacher und angenehmer zu machen. Damit konnte im Heimatmarkt Österreich bald ein signifikanter Anteil der Notariate überzeugt werden, nicht aber die Notariatskammer, die über eine Tochtergesellschaft ein eigenes Angebot in dem Bereich hat. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit – brutkasten berichtete zuletzt über das Urteil in zweiter Instanz.

Rund 2.000 internationale Unternehmen als Nutzer

Unter anderem deswegen fokussiert notarity seit Jahren auf das internationale Geschäft. Schon Anfang 2024 verkündete man, mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erzielen. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent, wie es nun vom Startup heißt. Dabei lege man einen besonderen Fokus auf internationale Konzerne.

Aktuell würden knapp 2.000 internationale Unternehmen mit großteils mehr als 500 Beschäftigten notarity für digitale Notariatsakte nutzen. Dazu zählen internationale Wirtschaftskanzleien wie DLA Piper und Baker McKenzie. Die Zahl digitaler Dokumenten-Beglaubigungen für internationale Unternehmen, Kanzleien und institutionelle Kunden über die Plattform habe sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Mit Umsatzverdopplung Break-even erreicht

So sei zuletzt auch eine Verdopplung des Umsatzes im Jahresvergleich gelungen. „Damit haben wir den Break-even erreicht und den entscheidenden Schritt vom wachstumsstarken Startup zum profitablen Global Champion gemacht“, kommentiert Co-Founder und CEO Jakobus Schuster. Rund 400 Notar:innen hätten mittlerweile mehr als eine Viertelmillion digitale Beglaubigungen über die Plattform abgewickelt, monatlich seien es derzeit rund 10.000.

Zu den wichtigsten Märkten außerhalb der EU zählen das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz. „Mit dem Erreichen der Gewinnzone schaffen wir die Grundlage, um unsere internationale Expansion künftig aus einer Position finanzieller Stärke voranzutreiben“, so Schuster.

Novelle der Notariatsordnung 2020 als Anstoß

Möglich hat das alles auch die heimische Rechtslage gemacht. Mit einer 2020 beschlossenen Novelle der österreichischen Notariatsordnung wurde die Basis für Online-Notariatsdienstleistungen im Inland geschaffen. Mittlerweile gelten elektronische Beglaubigungen von Unterschriften über notarity in mehr als 100 Ländern. „Unser Produkt entstand unter hohen regulatorischen, datenschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Genau diese Standards werden heute international immer wichtiger und haben uns den Eintritt in regulierte Märkte erheblich erleichtert“, sagt Schuster und gibt das Ziel aus: „die weltweit führende Infrastruktur für digitale Beglaubigungen internationaler Unternehmen bereitzustellen und diese Position in weiteren Märkten auszubauen.“

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