07.02.2025
INVESTMENT

Tiroler FemTech femble holt sich nächstes Investment und plant Expansion nach New York

Das Tiroler FemTech femble holt sich ein nächstes Investment. Mit an Bord ist nun ein Branchenexperte, der selbst im FemTech-Sektor tätig ist. Mit dem frischen Kapital plant man den Sprung über den Atlantik.
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Das FemTech-Startup femble holt sich einen neuen Investor: Den FemTech-Gründer Raoul Schweritzl | Foto: femble

Wir schreiben nur ein knappes Monat, seitdem das Tiroler FemTech femble seinen Pivot sowie sein letztes Investment bekanntgegeben hat. Am heutigen Freitag kommunizieren die beiden Gründer:innen Lina Graf und Daniel Steiner einen weiteren Meilenstein.

Femble holt sich einen neuen Angel-Investor an Bord. Raoul Scherwitzl, gebürtiger Wiener und Co-Founder der Verhütungs-App Natural Cycles, ist ab sofort am Unternehmen beteiligt. Scherwitzl holte sich selbst erst vergangenen Mai ein Investment in Höhe von 55 Millionen Dollar – brutkasten berichtete.

femble trifft „einen echten Pain-Point“

Raoul Scherwitzl soll fortan Know-how und „ein starkes Netzwerk“ in die Partnerschaft mit femble mit einbringen. Eine Höhe oder Größenordnung zur Investition wird nicht genannt.

„Die Problemstellung hat mich überzeugt – durch meine Erfahrung im Bereich digitaler Gesundheitslösungen weiß ich, dass hier ein echter Pain-Point liegt“, wird Investor Scherwitzl in einer Aussendung zitiert. „femble adressiert ein fundamentales Bedürfnis und hat das Potenzial, die Interaktion zwischen Ärzten und Patientinnen nachhaltig zu verbessern“, so der Investor.

Expansion nach New York

Mit dem Investment will das Tiroler Startup auch einen Schritt über den Atlantik wagen und seinem Plan zur Internationalisierung nachgehen. Mit seiner spezialisierten Softwarelösung plant das Startup eine Expansion nach New York, um auch dort „neue Maßstäbe in der digitalen Gesundheitsbranche“ zu setzen.

„Wir freuen uns sehr über die Investition von Raoul. Es bestätigt unseren Ansatz und motiviert uns, mit femble weiterhin die Arzt-Patienten-Beziehung grundlegend zu stärken“, sagt Co-Founderin Graf.

FemTech-Experte seit den 2010er-Jahren

Der neue Angel-Investor hat bereits reichlich Erfahrung im FemTech-Feld vorzuweisen. Mit Natural Cycles konnte Scherwitzl – er hält einen Doktortitel in Physik – bereits in den 2010er-Jahren ein Investment von insgesamt über 30 Millionen US-Dollar aufnehmen.

Kurz nach seiner Series-C-Runde im vergangenen Mai sprach Scherwitzl von einem angestrebten Börsengang. Voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Jahren, hieß es damals. „Wir haben das Unternehmen an einen Punkt gebracht, an dem klar ist, dass unsere Erfindungen von Dauer sind, aber wir sind immer noch erst bei einem Prozent unseres vollen Potenzials“, so der Co-Founder damals.

femble schaffte Neuausrichtung dank Marktfeedback

Zurück zu femble: Das FemTech hat sich erst vor Kurzem einer strategischen Neuausrichtung vollzogen – brutkasten berichtete. Die neue femble-Version legt ihren Fokus auf die Stärkung der Arzt-Patienten-Beziehung durch eine digitale Plattform. Die strategische Wende wurde durch umfangreiches Marktfeedback und die Bedürfnisse von Ärzten motiviert, heißt es.

Co-Founderin Graf zufolge soll die Plattform fortan als personalisiertes Informationstool zwischen Patient:innen und Mediziner:innen dienen. Mit femble sollen Behandlungszeiten verkürzt und Wissen über Basisfragen sicher verbreitet werden. Patient:innen erhalten dabei verifiziertes Wissen von ihren eigenen Ärzt:innen. Das Prinzip gleicht einer „Recommender Engine“ für personalisierte Gesundheitsinhalte.

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Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Corporate Innovation | © brutkasten

Die Herausforderung ist bekannt: Corporates müssen KI-Anwendungen operativ ins Unternehmen bringen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, die Umsetzung ist aber vor allem aufgrund hoher Sicherheitsanforderungen alles andere als trivial. Nicht überall gelang bislang daher der Sprung aus der Pilotphase. Doch einige heimische Corporates stechen mit ihren erfolgreich umgesetzten KI-Projekten hervor.

Ihnen widmen wir heuer die Kategorie „Corporate Innovation“ des brutkasten Innovator of the Year. Wir haben fünf Corporate-Manager:innen nominiert, die dieses Jahr mit besonders erfolgreichen oder ambitionierten KI-Projekten unter ihrer Verantwortung aufgefallen sind.

Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Corporate Innovation wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Scaleups vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch BCG unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Corporate Innovation“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

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Michael Waupotitsch, VP Textile Recycling | Andritz

Michael Waupotitsch | (c) Andritz

Angesichts von weltweit 92 Millionen Tonnen Textilmüll jährlich hat der Grazer Technologiekonzern Andritz eine neue KI-Lösung für die Kreislaufwirtschaft präsentiert. Mit dem System „teXscan“ soll die Bewertung von Alttextilien laut Angaben des Unternehmens künftig zerstörungsfrei automatisiert werden. In nur einer Sekunde soll das System die Textilqualität auf Stoff-, Garn- und Faserebene bewerten. Darauf basierend empfiehlt die KI den jeweils optimalen Weiterverarbeitungsweg, vom Ring-Spinnen bis zum chemischen Recycling. Laut Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, soll diese prädiktive Analyse-Software eine Lücke in der großindustriellen Sortierung schließen und als Hebel für eine wettbewerbsfähige textile Kreislaufwirtschaft dienen.

Gerhard Dimmler, CTO | Engel

Gerhard Dimmler | (c) Engel

Unter dem Projektnamen “Inject AI” bringt der oberösterreichische Spritzgussmaschinen-Weltmarktführer einen KI-Assistenten direkt in die Spritzgießproduktion seiner Kunden. Der Engel Virtual Assistant (EVA) versteht und beantwortet nicht nur Fragen in natürlicher Sprache, sondern führt nach Freigabe auch Änderungen an der Maschinensteuerung kontrolliert selbst aus. Das System ist nicht nur für Neumaschinen verfügbar, sondern kann bei bestimmten Maschinentypen auch nachgerüstet werden. “Unser Ziel ist es, Anwenderinnen und Anwendern ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie im Produktionsalltag effizienter arbeiten können”, sagt CTO Gerhard Dimmler.

Margit Kendler, CFO Greiner Packaging | Greiner

Margit Kendler | (c) brutkasten/Dervisevic

Greiner Packaging arbeitet mit drei KI-Fokusfeldern: Kundeninteraktion, Produktion und Verwaltung. In der Produktion ist KI am Ende der Linie im Einsatz, im Verpackungsbereich und in Richtung Lager. Intern gibt es wöchentliche Online-Runden für Best-Practice-Sharing, einzelne Kolleg:innen arbeiten bereits viel mit Agenten. Kendler treibt das Thema aus der CFO-Rolle und steht für einen Industriebetrieb mit 902 Millionen Euro Umsatz und fast 4.900 Mitarbeiter:innen.

Sulejman Ganibegović, CEO Keba Digital | Keba

Sulejman Ganibegović | (c) brutkasten/Dervisevic

Das Linzer Technologieunternehmen Keba zählt zu den globalen Spitzenreitern in mehreren Teilbereichen der Automatisierung. Seit diesem Jahr hat die Gruppe mit Keba Digital eine Software-Einheit mit KI-Fokus, die auch auf der Technologie des 2025 nach dessen Insolvenz übernommenen KI-Startups 7LYTIX aufbaut. Ziel von Keba Digital ist die Entwicklung industrietauglicher KI-Lösungen, die auch ohne Kopplung an Keba-Hardware vertrieben werden können. CEO Sulejman Ganibegović bringt Unternehmer- und Exit-Erfahrung mit und war bereits zuvor als Vice President Digital Business der Gruppe tätig.

Andreas Kranabitl, Geschäftsführer Spar ICS | Spar

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Spar zeigt, wie KI im Handel konkrete Wirkung entfaltet. Die Absatzprognose der Spar ICS erkennt Muster darin, welche Artikel an welchem Tag in welchem Markt gekauft werden, bezieht das Wetter ein und steuert auf dieser Basis die Bestellmenge pro Filiale. Damit konnte Spar den Verderb von Obst und Gemüse im Jahresvergleich um 20 Prozent reduzieren. Andreas Kranabitl führt die IT-Gesellschaft der Spar Österreich-Gruppe seit 2009 und verantwortet die technologische Basis dieser Lösung. Er macht vor, wie ein Traditionsunternehmen KI im Kerngeschäft skaliert und dabei wirtschaftliche Effizienz mit einem messbaren Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung verbindet.

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