Tilebox: Österreichischer Gründer sichert sich 1,7 Mio. Dollar Investment für US-SpaceTech
Das SpaceTech-Startup Tilebox mit Sitz in den USA rund um den österreichischen Co-Founder Stefan Amberger hilft Weltraumunternehmen dabei, ihre Weltraumdaten effizient zu verwalten. In einer Pre-Seed-Runde konnte sich Tilebox nun ein Investment in Höhe von 1,7 Millionen US-Dollar sichern.
Tilebox ist noch ein recht junges SpaceTech-Startup, das 2022 vom Österreicher Stefan Amberger gemeinsam mit seiner spanischen Co-Founderin Laura Costa gegründet wurde. Das Unternehmen hat formell seinen Sitz in den USA, agiert aber größtenteils remote. Amberger war zuvor unter anderem als Software Engineer bei Spire Global Luxembourg tätig, das ein Tochterunternehmen der US-Technologiefirma Spire Global rund um den Österreicher Peter Platzer ist.
Costa hat hingegen unter anderem in Österreich studiert und ihren Abschlussarbeit zu Erdbeobachtung an der Boku in Wien verfasst. Sowohl Costa als auch Amberger waren vor der Gründung des SpaceTechs bei Cloudflight angestellt, ein Full-Service-Anbieter im Bereich der industriellen digitalen Transformation.
Die Technologie von Tilebox
Die von Amberger und Costa entwickelte Weltraumdatenplattform hilft laut Tilebox, Unternehmen ihre Weltraumdaten besser zu verwalten und zu nutzen. Dazu zählen sowohl Daten von der Erde (Downstream-Sektor) als auch Daten von Satelliten in der Umlaufbahn (Upstream-Sektor). Das Startup bezeichnet seine Plattform selbst übrigens als „Midstream-Plattform für die Raumfahrindustrie“.
„Wir bieten zuverlässige und kosteneffiziente Software-Tools für Raumfahrtunternehmen, um ihre Datenpipelines zu implementieren, die Effizienz zu steigern, die Entwicklungsgeschwindigkeit hoch und die Wartungskosten niedrig zu halten“, so Amberger über die Lösung.
1,7 Millionen US-Dollar in Pre-Seed-Runde
Für das weitere Wachstum und die Entwicklung der Plattform konnte Tilebox nun seine erste Finanzierungsrunde abschließen. Konkret hat das Unternehmen in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 1,7 Millionen US-Dollar aufgestellt. Angeführt wurde die Runde von Tech-Investoren wie Cocoa Ventures, Possible Ventures, Remote First Capital sowie „Space Angels“ wie Findus Ventures oder Luis Sanz, CEO von Carto.
„Die Tatsache, dass Tilebox bereits in diesem frühen Stadium Kunden gewinnen konnte, ist ein Beweis für den dringenden Bedarf an umfassenden Lösungen für die Verwaltung von Weltraumdaten“, so Carmen Alfonso, Partner bei Cocoa Venture.
Erste Mission bereits absolviert
Zum Einsatz kam die Technologie beispielsweise bereits beim österreichischen Minisatellit „Adler-2“, der im April mit Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All befördert wurde. Auf der Website des Startups wird zudem auch Spire Global als Partner des Startups angeführt.
Mit Hilfe des frischen Kapitals soll das Team nun ausgebaut werden. Zudem möchte das Unternehmen auch ein Headquarter in Europa gründen, wie Costa gegenüber brutkasten bestätigt. Die Entscheidung soll allerdings erst in den „nächsten Monaten“ getroffen werden.
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
„Nächste Stunde ist Mathestunde“, ist vermutlich einer der gefürchtesten Sätze vieler Schüler:innen. Die Aufgaben sind oft schwierig und zermürbend. Da bietet es sich im Zeitalter von KI an, einen kurzen Prompt zu schreiben und Sekunden später wird die Lösung geliefert. Der Lerneffekt hält sich dabei bei vielen Schüler:innen in Grenzen. Hier setzt mathion.ai an.
Die KI von Founder Christoph Blizenetz liefert nicht fertige Lösungen, sondern chattet mit den User:innen und bringt sie so zum Ergebnis. Nach einem Pilotprojekt feierte die KI ihren Launch im vergangenen August. Sie ist in der Schweiz, Deutschland und Österreich erhältlich.
Harvard: „KI-gestütztes Tutoring übertrifft aktives Lernen im Unterricht“
Unterstützung erhalten KI-Tutoren wie jene von Blizenetz von der US-amerikanischen Harvard Universität. Im Juni 2025 veröffentlichte sie eine Studie, laut der KI-gestütztes Tutoring aktives Lernen im Unterricht übertreffe. Studierende, die mit einem KI-Tutor arbeiteten, lernten „deutlich mehr in kürzerer Zeit“ als in einer Präsenzveranstaltung. Außerdem würden sich Schüler:innen stärker eingebunden und motivierter fühlen. Harvard betont die Wirksamkeit „einer breit zugänglichen KI-gestützten Pädagogik zur signifikanten Verbesserung der Lernergebnisse“ und erklärt, dass die Ergebnisse überzeugend für die breite Anwendung einer KI-gestützten Pädagogik sprechen.
ChatGPT bringt dir Fertigkeiten bei, „die einfach nicht stimmen“
Für Blizenetz kann nicht einfach eine beliebige KI zum Lernen verwendet werden. Als ehemaliger Nachhilfelehrer kennt er die Probleme, die auftreten können. „Eine Schülerin hat mittels ChatGPT, das war damals noch etwas Neueres, gelernt und sich dabei Fertigkeiten und Begrifflichkeiten angeeignet, die einfach nicht stimmen“, sagt der 21-Jährige und ergänzt: „Nicht, weil das Opus der Mathematik aus der KI bzw. der LLM falsch ist. Es ist einfach nicht so lehrplanbezogen, wie es nun einmal das Schulbuch aber auch eine Lehrkraft ist.“
Daher begann Blizenetz mit der Entwicklung von mathion.ai, das sich aktuell auf die fünfte bis zur achten Schulstufe fokussiere. Es sei aber ein Ausbau bis hin zu Matura geplant.
Das Programm baut auf einem sogenannten „sokratischen“ System auf. Es stellt User:innen immer wieder Fragen, bis jene die Lösung selbst erarbeitet haben. Mathion.ai möchte dadurch zum Nachdenken anregen.
Dabei kann mit der KI geschrieben als auch gesprochen werden. „Wir haben gemerkt, dass junge Menschen einfach lesefaul sind. Sie können oft einfach nicht mehr wirklich sachlich lesen und Informationen über Texte sauber aufnehmen“, erklärt der mathion.ai-Gründer. Der Text wird dabei nicht einfach vorgelesen, sondern erklärt, „wie es ein Mensch tun würde“.
Mathion.ai arbeite dabei nicht nur mit willkürlichen Inhalten, sondern mit einem standardisierten Lehrplan durch seinen Verlagspartner Lemberger, dessen Schulbuch „Genial! Mathematik“ von der fünften bis zur achten Schulstufe in mathion.ai eingefügt wurde. User:innen können Aufgaben aus diesen Büchern auswählen.
Lehrer:innen haben auf der anderen Seite die Möglichkeit über ein Verwaltungsportal ihren Schützlingen Inhalte zuzuweisen. „Da haben wir tausende Übungsaufgaben, die auch kapitelweise in Blöcke gezielt nach Themenbereichen zugewiesen werden können, zu den Schüler:innen und zu den Gruppen“, sagt Blizenetz. Zusätzlich können Lehrkräfte im Verwaltungsportal die Lernstände ihrer Schüler:innen einsehen und auch Inhalte erstellen: „Wir haben da einen eigenen Editor, wo, wie in einer PowerPoint, Textelemente, Dateien, interaktive Aufgaben gebaut und erstellt werden können.“ Der virtuelle Coach Tom führt anschließend durch den Kurs. Zusätzlich können von Lehrer:innen Aufgaben erstellt und zugewiesen werden.
Pädagog:innen durch KI zu ersetzen „ist auch gar nicht unser Ziel“
Wenn die KI bereits eigene Kurse halten kann, drängt sich naturgemäß die Frage auf, ob Lehrkräfte nicht ersetzbar sind. „Weder Lehrpersonen noch Pädagogen wird man durch KI in irgendeiner Art und Weise wirklich ersetzen können, das ist auch gar nicht unser Ziel“, stellt der TU-Student fest. Auch herkömmliche Nachhilfe sieht Blizenetz als sinnvoll an. Für ihn ist mathion.ai eine „Ergänzung“.
Es gebe auch die Möglichkeit für Nachhilifeinstitute, Inhalte einspielen zu können. „Als Schüler bzw. Schülerin habe ich den Unterricht mit der Lehrperson in der Klasse und im Nachhinein kann ich dann die Inhalte, gezielt mit den Aufgaben und dem Input der Lehrperson, weiter üben“, sagt Blizenetz.
Von B2C zu B2B
Mathion.ai kommt ursprünglich aus dem sogenannten Nachmittagsmarkt, in dem Eltern für ihre Kinder ein Abo abschließen. Allerdings möchte sich das Unternehmen nun im B2B-Bereich etablieren.
„Es ist einfach sehr schwierig, vor allem als österreichisches Unternehmen, in diesem B2C-SaaS-Bereich (Anm.: Software-as-a-Service-Bereich) wirklich standhaft zu werden“, erklärt Blizenetz. In Zukunft will sich mathion.ai auf Bildungsinstitute bzw. Bildungseinrichtungen fokussieren. Daher möchte der Gründer sein Unternehmen als zertifizierter Anbieter des Bildungsministeriums auf dem Markt etablieren. Das sei aber ein langer Weg. Mathion.ai befinde sich aktuell am Anfang des Genehmigungsverfahrens, ab September 2027 wolle man die Zertifizierung haben.
100 % eigenfinanziert
Das Unternehmen, offiziell bereits im Juli 2025 gegründet, kommt bisher ohne Investoren-Kapital aus und ist von Anfang an gebootstrappt. Blizenetz hat mathion.ai in Zusammenarbeit mit Weitsprung Solutions aufgebaut, das einen KI-gestützten Lerncoach anbietet. Bisher hat das Unternehmen noch keine Förderungen erhalten, allerdings laufe ein Förderantrag bei Netidee und ein FFG-Antrag für ein Forschungsprojekt werde aktuell erstellt.
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