01.03.2021

Studie gibt Aufschluss: Was bewegt die österreichische Gen Z und Gen Y in Zeiten von Corona?

Eine Studie – der „Digital Natives Monitor” – des chinesischen Social Media Challengers TikTok und des deutschen Marktforschungsinstitut Skopos zeigt: Junge Menschen in Österreich suchen den Diskurs zu kontroversen gesellschaftlichen Themen.
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Arbeitnehmerattraktivität Generation ZTikTok
(c) Adobestock

Mehr als 2.000 Personen aus der sogenannten Gen Z (16 bis 25-jährige) und Y (26 bis 37-jährige) in Österreich, Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz wurden in einer repräsentativen Studie des Social Media Challengers TikTok und des deutschen Marktforschungsinstitut Skopos zu unterschiedlichen Themen befragt. Vor allem galt es die Frage zu klären: Was bewegt diese Altersgruppen in Hinblick auf Corona und die Auswirkungen durch COVID-19?

Die Ergebnisse für Österreich zeigen, dass zwar ein gewisser Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ihrer derzeitigen Lebenssituation zu kämpfen hat, aber die ÖsterreicherInnen aus dem Sample insgesamt mit ihrem Leben zufriedener sind als ihre gleichaltrigen Nachbarn: So geben nur 23 Prozent an, mit ihrem Leben „nicht sehr zufrieden“ oder „zufrieden zu sein“ – in der Schweiz behaupten dies immerhin 28 Prozent, in Deutschland sogar ganze 35 Prozent der Befragten.

TikTok: „Junge Menschen besorgt über wirtschaftliche Lage in Österreich“

Zugleich sind die jungen ÖsterreicherInnen aber am stärksten über die nationale, wirtschaftliche Lage besorgt: 56 Prozent sagen, das Thema habe sie im vergangenen Jahr beschäftigt. In Deutschland befassten sich “nur” 43 Prozent mit der Wirtschaftslage, in der Schweiz 48 Prozent.

Für die sogenannten “Digital Natives (Gen Z und Gen Y)” stehen in Bezug auf ihre Lebensqualität klar die Themen Gesundheit und Selbstbestimmung im Vordergrund. Für 96 Prozent der österreichischen Befragten ist Selbstbestimmung, für 95 Prozent Gesundheit „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Danach folgen finanzielle Unabhängigkeit (93 Prozent) und eine intakte Familie (91 Prozent).

Was bewegt junge Menschen und junge Erwachsene in Österreich?

Lokale Umstände und Ereignisse: Diese bewegen die österreichischen Befragten nämlich sehr viel stärker als ihre AltersgenossInnen in der Schweiz und Deutschland: 21 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen setzen sich mit Ereignissen in der eigenen Stadt, dem Land und der eigenen Umgebung auseinander. Beschäftigt haben Österreichs Gen Z und Millennials auch die Themen Umweltzerstörung und Klimawandel (43 Prozent) sowie soziale Ungleichheit (37 Prozent).

TikTok: „Besonders hohes Bewusstsein für Gleichberechtigung und Diversity“

Das Thema Gleichberechtigung ist unter allen Befragten im DACH Raum ein wesentliches. Doch für ÖsterreicherInnen scheint es ganz besonders relevant zu sein: 85 Prozent der Befragten gaben an, Gleichberechtigung sei ihnen wichtig oder sehr wichtig. „Keine vorherige Generation engagiert sich so sehr für die Themen Diversität und Gleichberechtigung wie die Gen Z und Gen Y“, so Tobias Henning, General Manager TikTok, Deutschland.

Wie drückt sich Gen Z und Gen Y online aus?

Bei Themen rund um Gesellschaft und Politik findet auf Online-Plattformen und sozialen Medien ein reger Austausch und Diskurs statt. In der digitalen Welt ist vor allem die Interaktion mit Inhalten – wie etwa das Liken eines Postings – ein wichtiger Kanal, um die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen.

Besonders häufig beziehen die Gen Z und Millennials in Österreich mit Memes und Gifs Stellung, wenn es um Gleichberechtigung (41 Prozent), soziale Ungleichheit (29 Prozent) oder Umweltzerstörung und Klimawandel (29 Prozent) geht. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz stehen Memes und GIFs bei den österreichischen Befragten überdurchschnittlich hoch im Kurs.


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Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane
Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane

Das Berliner Legal-Tech-Scaleup Noxtua hat seine Series-C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Es ist die bislang größte Geldspritze für ein Rechts-KI-Unternehmen in Deutschland. Im Zuge der Kapitalerhöhung übernimmt der deutsche Fachverlag C.H.Beck die Mehrheit an dem Unternehmen, während die Wiener Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung als neuer Investor einsteigt.

Susanne Stein-Pressl, geschäftsführende Gesellschafterin bei Manz, ordnet den Schritt in die Unternehmensgeschichte ein: „Seit mehr als 40 Jahren nimmt Manz eine Pionierrolle in der Digitalisierung des Rechtswesens ein“. Das Investment sei vor diesem Hintergrund eine konsequente Fortführung der eigenen Digitalisierungsstrategie. „Deshalb ist für uns die Investitionsrunde der nächste logische Schritt“, so Stein-Pressl.

Manz mit langer Digitalisierungs-Geschichte

Für den 1849 in Wien gegründeten Fachverlag fügt sich die Beteiligung in eine Reihe bestehender Innovationen ein. Manz führte bereits 1986 die Rechtsdatenbank (RDB) in Österreich ein und stellte Anfang 2025 mit „Genjus KI“ einen eigenen Rechercheassistenten vor. Seit 2025 kooperiert der Verlag zudem operativ mit Noxtua an der Lösung „Manz-Noxtua“, um Fachinformationen auf einer gemeinsamen Plattform zu bündeln.

Mit dem Einstieg will das Wiener Verlagshaus die Qualitätsstandards juristischer Inhalte auch im KI-Zeitalter sichern. „Vertrauenswürdige Inhalte der Rechtsverlage bilden dabei schon immer das Fundament, auf dem Rechtsexpertinnen und -experten in ganz Europa arbeiten und das es zu schützen gilt“, betont Stein-Pressl. Als Verlag sehe sich Manz als Garant für die Wahrung dieser Qualität.

Gesellschafterkreis von Noxtua formiert sich um

Die Mehrheit der Anteile liegt nach dem Abschluss der Runde bei C.H.Beck. Der Münchner Traditionsverlag war bereits im April 2025 bei der Series B als Hauptinvestor eingestiegen. Klaus Weber aus der Gesamtgeschäftsführung von C.H.Beck begründet die Aufstockung mit den Veränderungen im Markt: „Die Verbindung qualitativ hochwertiger Daten mit innovativer KI-Technologie ist das Erfolgsrezept in einem sich rasch wandelnden Markt“. Zudem betont er die strategische Ausrichtung der Partner: „Für uns als Traditionsverlag ist dieses Engagement gemeinsam mit Manz auch eine Investition in die Zukunft des Rechts“.

Parallel zum Wechsel der Mehrheitsbeteiligung wird die Gesellschafterstruktur neu geordnet. Bisherige Wagniskapitalgeber wie die Global Brain Corporation, der KDDI Open Innovation Fund sowie Einzelinvestor Dominik Schiener scheiden als Eigner aus. Auch die Wirtschaftskanzleien CMS und Dentons geben ihre Anteile ab, verbleiben aber laut Unternehmensangaben als Ankerkunden. CMS hatte die Entwicklung der Software 2024 mitinitiiert.

Internationale Expansion

Noxtua wurde 2017 auf Basis von Forschung an der Universität Oxford und dem Imperial College London von Leif-Nissen Lundbæk und Michael Huth gegründet. Nach Unternehmensangaben beschäftigt das Scaleup derzeit rund 100 Mitarbeiter:innen an sechs europäischen Standorten – darunter Berlin, Paris, Stockholm, Zagreb, München und Fribourg – und kommt auf mehr als 30.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Das frische Kapital soll laut Aussendung vor allem in die Weiterentwicklung der spezialisierten Arbeitsbereiche sowie in die Expansion in weitere europäische Märkte fließen. Die Software deckt typische juristische Arbeitsabläufe wie Recherche, Analyse und Dokumentenerstellung ab und greift dabei auf Daten lizenzierter Fachverlage zurück.

Leif-Nissen Lundbæk, CEO und Gründer von Noxtua, kommentiert den Abschluss der Runde: „Wir entwickeln Noxtua basierend auf den exklusiven Inhalten führender Fachverlage vom ganzen Kontinent und haben so u.a. bereits Europas größte Rechtsdatenbank und Europas größtes Netzwerk unabhängiger Rechtsverlage aufgebaut“. Die Vertiefung der Partnerschaft ordnet er als Signal ein: „Die gemeinsame Investition von C.H. Beck und Manz in Noxtua ist deshalb auch ein starkes Zeichen an den Markt“.

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