02.03.2022

Tidal Impact: „Man braucht geduldiges Kapital für „Long-term-Impact“

Tidal Impact ist eine Impact Management Investment Company mit dem Ziel langfristiger Unterstützung von Impact Startups. Co-Foudnerinnen Julia Zhou und Dima Alashram erzählen von ihrer Definition was Impact-Firmen ausmacht, erläutern die richtigen Rahmenbedingungen und erklären warum Geduld und Kapital in diesem Segment essentiell sind.
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Tidal Impact
(c) Tidal Impact - Dima Alashram und Julia Zhou von Tidal Impact setzen auf "patient capital".

Es herrscht rund um den Globus ein neuer Geist. Firmen versuchen sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen zu schreiben, manche aus reinen PR-Zwecken, um der Erwartungshaltung von Konsumenten gerecht zu werden, andere wiederum betreiben dreistes „Greenwashing“ ohne einen reellen Impact zu generieren. Für Julia Zhao und Dima Alashram, Co-Founderinnen von Tidal Impact gibt es da klare Kriterien, wann sich ein Unternehmen als Impact-Startup auszeichnet, wie sie dem brutkasten im Talk erzählen (Video weiter unten).

Ihr Unternehmen versteht sich als Impact-Managment-Investment-Firma mit einem alternativen Modell zur langfristigen Unterstützung jener Impact-Startups, die ihrer Sichtweise nach auch wirklich welche sind.

„Im Silicon Valley geht es nur ums nächste Unicorn“

Im Silicon Valley sei das beherrschende Thema, wer die nächsten Unicorns sind. Es gehe hauptsächlich um Profitmaximierung. „Das hat über die letzten Dekaden gut funktioniert“, sagt Zhou, „aber wenn man sich nun die ‚impact driven‘-Firmen ansieht, sind viele davon keine typischen VC-Cases. Deshalb wollen wir ein Modell bereitstellen, das sich um diese Unternehmen kümmert. Und sie zum Erblühen bringt.“

Tidal Impact setzt bei seiner Arbeit auf „Impact-Managment“ und „-Measurement“, um für ihre Kunden die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Über Reports, „Due Dilligence“ und Analyse der Methodologie, wollen Zhou und Alashram verstehen, was Impact für jeweilige Kunden überhaupt bedeutet.

Für die Gründerinnen ist, schlicht gesagt, ein Impact-Startup eines, das Impact im Unternehmenskern mit sich trägt und sich nicht erst mit der Zeit die Frage stellt, was es für die Gesellschaft tun kann.

Tidal Impact will Impact Startups „geduldiges Kapital“ verschaffen

Tidal Impact und das geduldige Kapital

„Wenn man ‚returns‘ priorisiert und erst dann überlegt, wie man positiven Einfluss auf das Umfeld nehmen kann, dann ist das nicht unser typischer Investment-Case“ erklärt Alashram. „Man braucht ‚patient capital“ für einen ‚Long term impact‘. Der ständige Druck auf Monetarisierung und Wachstum kann dem Vorhaben schaden. Eine ‚Impact Company‘ kann einfach nicht wachsen, wenn sie nicht Impact kreiert. Wenn sie finanziell erfolgreich ist, ihren positiven gesellschaftlichen Einfluss aber opfert, dann war sie nie eine Impact Company.“

In seiner Arbeitsweise kreiert Tidal Impact, wie die Gründerinnen es nennen, eine Koalition von „like minded people“, „High End Individuals“ und „Family Offices“, die alle an die Idee glauben, dass Impact und „financial returns“ koexistieren können.

Eine Brücke schlagen

„Wir müssen nicht kompromissieren“, führt Zhou weiter aus. „Wenn wir sehen, dass wer zu uns passt, haben wir ‚Spezialvehikel‘ entwickelt, um Funding bereitzustellen. Unsere Vision ist es, eine Brücke zu schlagen zwischen nachhaltigem ‚Impact‘ und finanziellem Gewinn.“

Die Zielgruppe von Tidal Impact

Zur Zielgruppe von Tidal Impact gehören Impact Startups im Bereich nachhaltige Konsumation und Produktion, Media und jene mit dem Fokus auf „awareness-„, „social“ und „enviromental“-Topics – etwa „sustainable Material“, Food, Agrikultur und e-commerce.

„Auch Startups mit einer Series A oder B und Plänen, in die USA zu expandieren, sind für uns interessant“, sagt Zhou, die eine kleine Trendwende in den letzten Jahren erkannt haben will, was Venture Capital betrifft.

„Es wird mehr. Heutzutage gibt es zum Beispiel viele ClimateTech-VCs. Ich denke, dass Impact VCs im Allgemeinen auf Firmen mit einem anderen Mindset zugehen, als es konventionelle tun“, sagt sie. „Sie bevorzugen es einfach, mit geduldigem Kapital zu arbeiten.“

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Beyond Gravity Austria
© Beyond Gravity Austria/Canva - Kurt Kober, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria.

Beyond Gravity Austria (vormals RUAG Space Austria) zählt mit rund 57 Millionen Euro Umsatz (2025) und rund 250 Mitarbeitenden zu den größten österreichischen Weltraumtechnikunternehmen. Das Hochtechnologieunternehmen rüstet weltweit Satelliten und Trägerraketen mit Elektronik, Mechanik und Thermalisolation aus und hat eigenen Angaben nach eine Exportquote von rund 100 Prozent. Erst kürzlich hat der Weltraumzulieferer seine Produktionsfläche in Niederösterreich verdoppelt – brutkasten berichtete über den 4,5-Millionen-Euro-Ausbau.

Beyond Gravity: Navigationsempfänger für zwei NASA-Wettersatelliten

Nun wird die nächste Generation von US-Wettersatelliten mit Technologie aus Österreich ausgestattet. Beyond Gravity Austria liefert – wie man vermeldet – hochpräzise Navigationsempfänger für zwei NASA-Wettersatelliten, die ab 2032 für die US-Wetterbehörde NOAA ins All starten sollen. Gebaut werden die Satelliten vom US-Unternehmen Lockheed Martin in Colorado.

Die Navigationsempfänger aus Wien werden – so der Claim – die Position der Satelliten in rund 36.000 Kilometern Höhe mit einer Genauigkeit von weniger als 20 Metern bestimmen.

„Im Rahmen unseres ersten Vertrags mit Lockheed Martin werden wir Navigationsempfänger für zwei NASA-Wettersatelliten liefern. Je genauer die Position des Satelliten durch unseren Empfänger bestimmt wird, desto genauer sind die Wetter- und Umweltdaten“, sagt Kurt Kober, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria. Die Wettersatelliten namens GeoXO sollen die Vorhersage von Unwettern sowie die Überwachung von Umwelt- und Klimaphänomenen in der westlichen Hemisphäre deutlich verbessern.

Nicht die erste NASA-Partnerschaft

Beyond Gravity Austria lieferte schon mehrmals Technik für NASA-Satelliten, etwa einen Navigationsempfänger für den 2018 gestarteten NASA-Umweltsatelliten ICESat-2 oder Navigationsempfänger für den 2024 gestarteten Klimaschutzsatelliten PACE inklusive Thermalisolation für ein NASA-Instrument des Satelliten.

Die Wettersatelliten GeoXO (Geostationary Extended Observations) werden in einer geostationären Umlaufbahn über dem Äquator betrieben. In dieser Höhe von rund 36.000 Kilometern bewegen sie sich mit derselben Geschwindigkeit, wie die Erdrotation und können dadurch kontinuierlich dieselbe Region der Erde beobachten.

© zVg – Infografik zu den GeoXO-Wettermissionen.

„Unsere GEORIX-Empfänger bieten selbst in einer Entfernung von 36.000 Kilometern eine Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit von weniger als 20 Metern. Damit setzen wir neue Maßstäbe für präzise Echtzeit-Navigation an Bord von Satelliten“, so Kober. Im Jahr 2023 wurde der erste GEORIX-Navigationsempfänger ins All geschickt; er bestimmt die Position des NASA-Klimainstruments TEMPO, das atmosphärische Gase (Ozon, Stickstoffdioxid und Formaldehyd) sowie Aerosole über Nordamerika misst.

Rund 30 Satelliten nutzen Navigationsempfänger von Beyond Gravity

Insgesamt nutzen derzeit etwa 30 Satelliten Navigationsempfänger von Beyond Gravity zur Positionsbestimmung. Die Empfänger kommen bei Satelliten von der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) bis zur geostationären Erdumlaufbahn (GEO) zum Einsatz, also in Entfernungen von etwa 1.000 Kilometern bis 36.000 Kilometern von der Erde. Alle weltraumgestützten Navigationsempfänger werden am österreichischen Standort von Beyond Gravity in Wien entwickelt und produziert.

Die GeoXO-Mission soll Bilder und atmosphärische Messungen der westlichen Hemisphäre der Erde und eine Echtzeit-Erfassung der Blitzaktivität liefern sowie kurzfristige Wettervorhersagen und Warnungen vor Extremwetter und Umweltgefahren unterstützen.

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