30.03.2021

Tickety: Die Wiener Wartezeitverkürzer für Warteräume

Michael Preiss und Benedikt Baratsits-Gruber wollen lange Wartezeiten beim Arzt ein Ende bereiten. Tickety ist ein intelligentes Ticketsystem, das es mittels App oder Web ermöglicht "Warte-Tickets" zu lösen. Und online auf dem Laufenden gehalten zu werden, wann der Termin bevorsteht.
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Ticket, Wartezeit, Arzt, Praxis, Warten, Ordination
(c) Stock.Adobe/RioPatuca Images - Mit der Praxissoftware Tickety soll die Wartezeit bei Arztbesuchen verkürzen.

Die älteren Semester kennen es vielleicht noch. Trotz telefonischen Termins gab es bei Arztbesuchen Wartezeiten von mehreren Stunden. Dies war eine Plage des letzten Jahrhunderts. Heutzutage funktionieren Besuche beim Doktor in der Regel besser, sorgen aber auch immer wieder für unnötige Zeitverschwendung. Wenn auch nicht mehr so drastisch wie einst. Um auch diesem Umstand ein Ende zu bereiten und in Pandemiezeiten für besseren Schutz zu sorgen, haben Michael Preiss und Benedikt Baratsits-Gruber Tickety gegründet.

Live-Verfolgung der Warteschlange mit Tickety

Dabei handelt es sich um eine Praxissoftware, mit der man als Patient digital ein eTicket ziehen kann und laufend darüber informiert wird, welche Nummer gerade aufgerufen wurde. Wenn das eTicket vor einem dran ist, bekommen man als Patient eine Benachrichtigung von der App und eine Schätzung der Anfahrtszeit.

Individuell einstellbar

Die Ärzte selbst haben weder die Mühe sich eine weitere Software herunterzuladen, noch andere komplexe Dinge zu beachten. Sie müssen sich einmal auf der Webseite des Startups anmelden und die Seite einfach offen halten. Zudem ist es möglich die Ticketverteilungszeiten individuell einzustellen. Die einzige Pflicht der Ordination ist es, eine Taste zu drücken, sobald ein Patient den Behandlungsraum verlassen hat und der nächste dran ist. So wird das System aktuell gehalten.

Auch Direkt-Hyperlink möglich

„Mit Tickety ist keine mühselige und langwierige Einbindung mittels unterschiedlicher API-Schnittstellen notwendig. Partner-Ärzte registrieren einen Account und werden auf unserer Ticket-Plattform gelistet – ihre Patienten können direkt auf in der App ihr Ticket beim jeweiligen Arzt ziehen. Alternativ können Ärzte einen Direkt-Hyperlink auf deren eigener Website platzieren, oder auch einen QR-Code im Wartezimmer aufstellen, welcher Patienten mit nur einem Klick zur Praxissoftware führt“, schreibt das Wiener Startup auf der Webseite.

Tickety stellt seine Idee heute Abend bei „2 Minuten 2 Millionen“ vor. Weiter mit dabei: Brüsli, YoRoller, Lion Decor und Magic School.

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Der autonome Bus der Marke Otokar | © ÖBB / Daniel Willinger
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In einigen US-amerikanischen und chinesischen Städten gehören Robotaxis bekanntlich längst zum Stadtbild. In Österreich verläuft die Verbreitung des autonomen Fahrens, wie so viele andere Dinge, langsamer. Bereits seit 2017 etwa arbeitet die Initiative SURAAA im Kärntner Pörtschach mit autonomen Kleinbussen (brutkasten berichtete). 2019 starteten die Wiener Linien einen mehrjährigen Testbetrieb autonomer Kleinbusse in der Seestadt Aspern (brutkasten berichtete), beendeten das Projekt aber nach der Testphase. Zu einem größeren Rollout kam es bislang nicht.

100 autonome Busse in zwei Jahren

Doch das soll sich jetzt ändern. Bei einem Termin am Westbahnhof, über den mehrere Medien berichteten, legten unter anderem Infrastrukturminister Peter Hanke, ÖBB-Chef Andreas Matthä und Kerem Erman vom türkischen Mobilitäts-Unternehmen Otokar einen Rollout-Plan dar, der erstmals über Testphasen bzw. stark eingegrenzte Projekte hinausgeht.

Demnach sollen bereits in zwei Jahren bis zu 100 autonom fahrende Busse von Otokar für ÖBB Postbus etwa im Vorarlberger Rheintal oder im oberösterreichischen Zentralraum unterwegs sein. In der spanischen Hauptstadt Madrid befinden sich die „e-Centro“-Busse des türkischen Anbieters, die Platz für bis zu 32 Fahrgäste bieten, bereits im regulären Einsatz.

Gesetze müssen erst angepasst werden

Begleitend soll die heimische Gesetzeslage ab September schrittweise angepasst werden, damit in zwei Jahren dann auch Fahrten ohne die aktuell noch obligatorischen Sicherheitsfahrer:innen (Anm. d. Red.: die das Konzept ad absurdum führen) rechtlich möglich sind. Dabei räumt Minister Hanke, wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, ein: „Es wird dauern, bis die Bevölkerung diesen Fahrzeugen vertraut. Aber wir wollen zum Regelbetrieb, und nicht nur mit einem Bus, sondern mit einer Flotte.“

Vom ersten Test in Alpbach in den Rollout

Doch nun wird – wie sollte es anders sein – zuerst einmal getestet. Und der erste Test erfolgt in ländlicher, aber durchaus prominenter Umgebung: beim Europäischen Forum Alpbach. Dort wird der Testbetrieb in kleinem Ausmaß auf einer definierten Strecke stattfinden. Unter Bedingungen, die den später geplanten Einsatzbedingungen deutlich näher kommen, findet dann der nächste Testlauf statt. Nach dem Forum Alpbach zieht der Bus weiter in den Industriepark „Campus Wolfurt“ im Bezirk Bregenz in Vorarlberg. Dort wird er dann Campus und S-Bahn verbinden.

Die langfristige Vision ist auch bereits skizziert. Verläuft der oben beschriebene Rollout in den kommenden zwei Jahren nach Plan, soll eine flächendeckende Ausbreitung folgen. Letztlich will man Öffi-unterversorgte ländliche Regionen, wo, wie Hanke es ausdrückt, „keine U-Bahn mehr hinkommt, wo der Bus nicht mehr so groß sein muss“ in ganz Österreich abdecken.

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