14.02.2018

Wien: 121 Millionen Euro-Deal in Gaming-Branche

THQ Nordic AB hat sich heute mit der Koch Media GmbH geeinigt, für 121 Millionen den deutschen Produzenten von PC- und Konsolenspielen, Filmen und Software, zu übernehmen.
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THQ Nordic sichert sich starke Gaming-Marken
© Martin Ott von Facebook spricht über die Zukunft des Social Media Giganten.

Koch Media ist weltweit tätig, hat Büros und Entwicklerstudios vor allem in Nord Amerika und Europa. Seit 1994 ist das Unternehmen aktiv und hatte auch eine Niederlassung in Österreich. Mit starken Marken wie Saints Row, Dead Island oder Metro war das Unternehmen die letzten Jahre in der Gaming-Landschaft eine fixe Größe. Zusammen mit dem Vertrieb von Filmen auf diversen Datenträgern, verzeichnete man im Zeitraum April – Dezember 2017 einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro. Jetzt kauft der schwedische Spielepublisher THQ Nordic, mit operativer Leitung in Wien, das deutsche Unternehmen in mehreren Schritten um 121 Millionen Euro. Formeller Käufer ist die SALEM einhundertste Holding GmbH mit Sitz in Wien.

+++eSports: A1 bringt Rennspiel-Europa Cup nach Wien +++

Hintergrund von THQ erkennbar

THQ Nordic entwickelt und published seit Jahren erfolgreich PC- und Videospiele. Die Zentrale ist zwar in Karlstad, Schweden, das operative Büro jedoch in Wien. Zusammen mit externen Studios – man arbeitet immer wieder mit unabhängigen Entwicklern zusammen – arbeiten aktuell rund 460 Menschen für THQ Nordic.

Die Strategie war immer starke Marken einzukaufen und weiterzuentwickeln. Deshalb ist die Übernahme von Koch Media ein logischer Schritt für das Unternehmen. “THQ Nordic ist sicher, dass die Entwicklerstudios von Deep Silver (Anm.: Name der internen Koch Media Entwicklerstudios) als Teil von THQ Nordic erfolgreich ihre vier aktuellen AAA-Games veröffentlichen werden,“ sagt Lars Wingefors, CEO von THQ Nordic.

Auch Dr. Klemens Kundratitz, Gründer und CEO von Koch Media ist von dem künftigen Erfolg überzeugt. “Ich glaube fest daran, dass die Strategie von THQ Nordic gut mit der von Koch Media zusammenpasst. THQ Nordic hat mit Sicherheit die Fähigkeit und das Kapital die in Entwicklung befindlichen Games erfolgreich zu begleiten.“

Millionendeal im Gaming-Business

Starke Marken

Koch Media hat in den letzten Jahren viel in den erfolgreichen Workflow ihrer internen Studios investiert. Nicht alle Produkte haben wie erwartet funktioniert und so entstanden mitunter Verluste. Die etablierten Workflows will THQ Nordic jetzt nutzen, um mit der neuen Strategie- und Marketing-Power mehr aus den starken Marken zu machen. Der etablierte Name „Koch Media“ soll beibehalten werden. Die neue Tochter wird allerdings komplett konsolidiert. Ob die Rechnung aufgeht, wird man wohl schon Ende 2018 beurteilen können.

-> Haupseite von THQNordic

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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