15.06.2026
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Test-Fuchs: NÖ-Raumfahrtunternehmen schließt Kooperation mit Schweizer Unternehmensgruppe

Test-Fuchs Aerospace Systems und die Kistler Gruppe geben ihre Partnerschaft zur Entwicklung von Messsystemen für die Luft- und Raumfahrt bekannt. Die Kooperation soll die Messtechnik von Kistler mit der Systemintegrations- und Zertifizierungskompetenz von Test-Fuchs für sicherheitskritische Luftfahrtanwendungen verbinden.
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Test-Fuchs
© zVg

Test-Fuchs Aerospace Systems aus Groß-Siegharts (NÖ) und die Kistler Gruppe aus der Schweiz bündeln ihre Kompetenzen in einer neuen Partnerschaft zur Entwicklung von Messlösungen für die Luft- und Raumfahrt. Dabei wird das Know-how von Kistler in der Messtechnik mit der Erfahrung von Test-Fuchs in der Systemintegration und Zertifizierung sicherheitskritischer Luftfahrtanwendungen kombiniert. Unter dem gemeinsamen Leitmotiv „Airborne Sensors Made in Europe“ sollen sämtliche Prozessschritte, von der Entwicklung bis zur Serienproduktion, innerhalb Europas erfolgen, so der Plan.

Test-Fuchs-CEO: „Markt entwickelt sich klar in Richtung resilienter, europäischer Lieferketten“

Zur strategischen Bedeutung der Partnerschaft für den europäischen Luft- und Raumfahrtmarkt erklärt Marc Schaad, CEO der Kistler Gruppe: „Die Kooperation vereint zwei marktführende Unternehmen aus den Bereichen Messtechnik und Luft- und Raumfahrt. Darüber hinaus teilen wir zentrale Werte wie höchste Qualitätsansprüche, Zuverlässigkeit und Innovationskraft. Durch die Bündelung komplementärer Kompetenzen entsteht ein nachhaltiger Mehrwert für Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig stärkt die Partnerschaft die technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Europas in einem global dynamischen Marktumfeld.“

Volker Fuchs, CEO von Test-Fuchs ergänzt: „Der Markt entwickelt sich klar in Richtung resilienter, europäischer Lieferketten. Gemeinsam mit Kistler bündeln wir unsere Stärken, um OEMs (Anm.: Original Equipment Manufacturer) technologisch führende und unabhängige Sensorlösungen zu bieten. So möchten wir uns gezielt in Programmen der nächsten Luftfahrzeuggeneration positionieren.“

Entwicklung von Druck-, Kraft- und Beschleunigungssensoren im Fokus

Im Fokus der Zusammenarbeit steht die Entwicklung von Druck-, Kraft- und Beschleunigungssensoren für den Einsatz unter extremen Betriebsbedingungen. Dazu gehören unter anderem Hochtemperaturumgebungen in der Triebwerksüberwachung, kryogene Anwendungen im Kontext von Wasserstoffantrieben sowie vernetzte Sensorkomponenten für die Strukturüberwachung moderner Flugzeugsysteme. Die Lösungen werden gezielt für sicherheitskritische, fliegende Anwendungen entwickelt und müssen die Zertifizierungsanforderungen der Luftfahrtindustrie erfüllen.

Die Kooperation adressiert zudem die steigende Nachfrage von OEMs und Tier-1-Zulieferern nach resilienten europäischen Lieferkettenlösungen im Luftfahrtsektor. Kistler bringt hierbei seine Expertise in piezoelektrischer sowie piezoresistiver Sensorentwicklung und -fertigung ein- Test-Fuchs ergänzt als Integrationspartner mit Erfahrung in der Qualifizierung und Serienfertigung sicherheitskritischer Luftfahrtkomponenten sowie einem etablierten Kundenstamm bei führenden Luftfahrt-OEMs.

Ziel: Positionierung in Schlüsselprogrammen

Neben der gemeinsamen Produktentwicklung möchte Test-Fuchs künftig auch als Integrationspartner für Messlösungen gegenüber OEMs auftreten und zusätzliche Anwendungsfelder erschließen. Das Unternehmen deckt eigenen Angaben zufolge bereits heute mit eigenen Produkten die Bereiche Level-Sensorik und Temperaturmessung ab. Ein erstes gemeinsames Ziel ist die Positionierung in Schlüsselprogrammen der nächsten Luftfahrzeuggeneration sowie die Ablösung abgekündigter Sensorkomponenten in bestehenden Programmen.

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Das Gründerteam von vioom: Lucia Studer und Ronny Türtscher | (c) vioom

Wer auf dem Land lebt, kennt das Problem: Der nächste Bus fährt erst in zwei Stunden und ohne eigenes Auto wird selbst der Weg zum Arzt oder zum Einkaufen zur Herausforderung. Diese Erfahrungen hat auch das Gründerteam des Vorarlberger Startups vioom gemacht. Sie kommen aus dem Großen Walsertal, wo öffentliche Verkehrsverbindungen teilweise nur im Zwei-Stunden-Takt angeboten werden.

„Wir haben als Jugendliche immer Autos gestoppt“, erzählt Mitgründer und Co-CEO Ronny Türtscher. Aus Bedarfserhebungen zur Mobilität in der Region, die Türtscher selbst begleitete, entstand schließlich die Idee zu vioom.

Hinter dem Startup steht die im Februar 2026 gegründete VAREO Innovations GmbH mit Sitz in Ludesch. Als CEOs fungieren Ronny Türtscher und Lucia Studer. Das Gründerteam bringt nach eigenen Angaben gemeinsam mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung mit.

Personen- und Warentransporte gemeinsam organisieren

Vioom setzt auf sogenannte On-Demand-Mobilität: Fahrgäste können über eine App eine Strecke innerhalb eines festgelegten Gebiets buchen. Das System organisiert daraufhin ein verfügbares Shuttle. Anders als bei klassischen Anrufsammeltaxis sollen die Fahrzeuge zusätzlich regionale Waren transportieren. „Wir versuchen, die Ausnutzung so hoch wie möglich zu halten und diese Wege von A nach B mit mehreren Erlösströmen zu gestalten“, sagt Türtscher. So könnte ein Shuttle beispielsweise eine Gemüsekiste bei einem Bauernhof abholen, anschließend einen Fahrgast vom Bahnhof transportieren und die Ware danach bei einem Hotel abliefern.

Ziel ist es, Leerfahrten zu reduzieren und Fahrzeuge auch außerhalb der Stoßzeiten auszulasten. Gleichzeitig soll das Angebot bestehende Bus- und Bahnverbindungen ergänzen und insbesondere die sogenannte „First und Last Mile“, also den Weg zur beziehungsweise von der nächsten Haltestelle, abdecken. Durch die gemeinsame Nutzung der Fahrzeuge und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr sollen zudem CO₂-Emissionen reduziert werden. Die Regionen entscheiden dabei selbst, wann Personen- beziehungsweise Warentransporte angeboten werden. Die Durchführung übernehmen beispielsweise regionale Taxiunternehmen. Vioom selbst stellt keine Fahrzeuge oder Fahrpersonal bereit, sondern liefert die Software und begleitet die Umsetzung.

Wie sich die regionale Mobilität rechnen soll

Mit seinem Geschäftsmodell richtet sich vioom an Gemeinden und Regionen. Diese zahlen je nach Modell eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Plattform. Zusätzlich erhält das Startup eine Vermittlungsprovision für jede gebuchte Fahrt. Die Fahrgäste und Unternehmen bezahlen für die jeweiligen Personen- oder Warentransporte. Diese Einnahmen fließen grundsätzlich an die Regionen selbst. Die Abrechnung erfolgt vollständig automatisiert über die Plattform.

Durch die Kombination von Personenbeförderung und Warenlogistik sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet und zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Langfristig will vioom damit die Wirtschaftlichkeit regionaler Mobilitätsangebote verbessern und deren Abhängigkeit von öffentlichen Förderungen verringern.

Technologiepartnerschaft mit ioki

Für die technische Umsetzung arbeitet vioom mit dem Mobilitätstechnologie-Anbieter ioki zusammen. Das Unternehmen ist ursprünglich aus der Deutschen Bahn hervorgegangen und bietet Software für bedarfsgesteuerte Mobilitätsangebote an. Vioom nutzt Teile dieser Technologie und hat darauf aufbauend ein eigenes Logistikmodul entwickelt.

Die Partnerschaft soll auch die Skalierung erleichtern. Für jede Region wird zwar eine individuelle Mobilitätsanalyse durchgeführt, die anschließende Umsetzung erfolgt jedoch über eine standardisierte, anpassbare Plattform.

Eigenfinanziert und erste Pilotprojekte geplant

Bislang wurde vioom vollständig aus Eigenmitteln der CEOs finanziert, mit einem Stammkapital von 12.000 Euro. An der VAREO Innovations GmbH sind die LOONEY GmbH (gehört unter anderem Lucia Studer) mit 66,67 % und scale.out (gehört Ronny Türtscher) mit 33,33 % beteiligt. Für externe Investoren zeigt sich das Unternehmen grundsätzlich offen.

Die größte Herausforderung besteht laut Türtscher darin, erste Referenzprojekte umzusetzen und nachzuweisen, dass die Kombination aus Personen- und Warentransporten tatsächlich wirtschaftliche Vorteile bringt. „Viele Kunden fragen: Was habt ihr schon gemacht und was könnt ihr nachweisen?“, erzählt der Gründer.

Der erste Pilotbetrieb ist derzeit in Vorarlberg in Vorbereitung, ein konkreter Starttermin steht noch nicht fest. Parallel führt vioom Gespräche mit zwei Landkreisen und einer Stadt in Deutschland. Bis Ende 2027 will das Startup drei bis fünf Regionen an die Plattform angebunden haben. Zusätzlich sollen weitere Partnerschaften und Anwendungen, etwa im Tourismus, entstehen.

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