16.08.2022

Tesla überfordert mit 443 Millionen Dollar-Großbestellung

Eine Bestellung über 8.300 Fahrzeuge geht scheinbar deutlich über die Belastungsgrenzen von Tesla hinaus, wie auch Elon Musk selbst andeutet.
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Tesla Elon Musk Twitter Dan O'Dowd will als Senator kandidieren, um Elon Musk
Elon Musk | (c) Tesla Owners Club Belgium via Wikimedia Commons

„Produktion ist eine deutlich größere Herausforderung als Nachfrage“, schreibt Elon Musk auf Twitter. Dieser Befund ist bei Tesla nicht neu. Kund:innen sind bei den E-Autos des US-Unternehmens an Monate lange Wartezeiten gewohnt. Die Produktionskapazitäten wurden daher in den vergangenen Jahren durch den Bau mehrerer weiterer „Gigafactories“ stetig erweitert. Doch Lieferketten-Probleme aufgrund der Chip-Knappheit und weiterer Faktoren sorgten zuletzt dafür, dass die Kapazitäten der Fabriken bei weitem nicht ausgenutzt werden konnten. Die Wartezeiten wurden in Folge noch länger.

Tesla-Bestellung nur ein Teil von gigantischem Autonomy-E-Auto-Auftrag

Eine nun eingegangene Großbestellung, die auch Anlass für den oben zitierten Tweet von Elon Musk war, dürfte dem Unternehmen nun endgültig eine Nummer zu groß sein. Das US-Startup Autonomy orderte nicht weniger als 8.300 Teslas auf einmal. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von 443 Millionen US-Dollar. Und all das ist nur Teil eines noch größeren Pakets: Autonomy bestellte insgesamt 23.000 E-Autos bei 17 Herstellern um 1,2 Milliarden Dollar. Das sind laut Bloomberg 1,2 Prozent der gesamten erwarteten E-Auto-Produktion in den USA im kommenden Jahr.

All-Inclusive-E-Auto-Abo

Autonomy will mit all den Fahrzeugen ein Abo-Modell für E-Autos aufbauen, das eine gewissen Ähnlichkeit zu jenem von vibe aus Wien hat. Beim US-Anbieter wird allerdings im Gegensatz zum heimischen Mitbewerb eine „Startgebühr“ von 5.900 Euro zu berappen sein. Dann bekommt man – je nach Automodell von Tesla und Co – für zwischen 490 und 690 Dollar pro Monat ein All-Inclusive-Paket mit monatlich 1000 Meilen (ca. 1600 Kilometer). Dabei wird das Auto formell geliehen. Bei Kund:innen will man so mit mehr Freiheit und Flexibilität gegenüber Kauf und Leasing punkten.

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Rendering der geplanten AI Heat Factory in Helsinki | (c) OnZero
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Mit seinem Konzept, die Abwärme von Servern zum Heizen zu nutzen, ist das Wiener Unternehmen OnZero auch innerhalb Österreichs nicht alleine – brutkasten berichtete etwa über die beiden Tiroler Startups Serwas, das ebenfalls KI-Abwärme nutzt, und 21energy, das Bitcoin-Mining-Heizschwammerl für den Privatgebrauch anbietet. Das Projekt, mit dem OnZero nun an die Öffentlichkeit ging, hat aber eine andere Größenordnung.

AI Heat Factory in Finnland geplant

Die Rede ist von einer „AI Heat Factory“ in der finnischen Hauptstadt Helsinki mit einer jährlichen Wärmeproduktion von rund 525.000 Megawattstunden. Damit sollen nicht weniger als 70.000 Haushalte per Fernwärme beheizt werden. Gleichzeitig soll damit der große Bedarf an Rechenleistung für KI besser gedeckt werden. „Wir haben OnZero mit dem klaren Ziel gegründet, die Kosten für KI zu senken, indem wir eine leistungsstarke KI-Infrastruktur mit der effizienten Rückgewinnung und produktiven Nutzung von Serverwärme kombinieren“, erklärt Ali Siddiqui, CEO von OnZero.

Finnischer Partner Helen nutzt Server-Abwärme schon seit 2010

Das Wiener Unternehmen kooperiert für das Projekt, dessen Start für kommendes Jahr geplant ist, mit dem finnischen Energieunternehmen Helen. Dieses bringt Erfahrungswerte mit: Bereits seit 2010 nutzt man die Abwärme von Serverzentren für die Fernwärme. Im neuen Projekt will man gemeinsam bis zu 99 Prozent der Server-Abwärme durch ein wasserbasiertes System einfangen und nutzen, heißt es in einer Aussendung. „Unser Ziel ist es, die Energieerzeugung durch Verbrennung bis 2040 auslaufen zu lassen, und die Nutzung von Abwärme spielt eine wichtige Rolle dabei“, kommentiert Tuukka Toivonen, COO für Strategie und M&A bei Helen.

Investor und ehemaliger pakistanischer Botschafter in den USA als CEO

OnZero geht auf das von Alexander Dietrich und Vlado Stanic gegründete Wiener Startup Blockbase zurück, das auf Krypto-Mining aufbaute. Die beiden sind nach wie vor als Geschäftsführer des Unternehmens eingetragen. Dieses befindet sich aber mittlerweile über eine Holding überwiegend im Besitz ausländischer Investoren, die das C-Level stellen. CEO Ali Siddiqui hält über seine Gesellschaft den größten Anteil. Der Investor war unter anderem pakistanischer Botschafter in den USA. CFO ist der frühere Steyr-Motors-CFO Christoph Cerar, COO ist der internationale Manager Stephen Smith.

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