Elon Musk hat in den letzten Tagen sehr viel Aufsehen durch Privatisierungspläne von Tesla erregt. Nun behaupten mehr und mehr Leute, dass seine "gesicherte Finanzierung" vermutlich nicht sonderlich sicher ist. Der Aktienkurs reagierte schon darauf. Sollte sich herausstellen, dass Tesla nicht die finanziellen Mittel für den Börsenrückzug hat, drohen weitere schwere Konsequenzen.
Am 7. August verkündete Elon Musk auf Twitter, dass er darüber nachdenke Tesla bei einem Aktienwert von 420 Dollar von der Börse zu nehmen. Der Beweggrund soll der schwankende Kurs des Unternehmens sein, der für Ablenkung sorgen könnte. Nach einem kurzen Anstieg des Aktienkurses fällt der Wert nun dramatisch. Am Donnerstag verlor die Aktie bis zu sechs Prozent. Am Ende des Tages schloss sie bei 352 Dollar und sank somit um 4,8 Prozent an Wert.
Tesla: Zweifel an Mittel für Börsenrückzug
Es wird in Frage gestellt, ob Musk überhaupt das nötige Kapital hat, um 70 Milliarden Dollar an die Aktionäre auszuzahlen. Tesla schreibt seit Jahren Verluste, somit ist ungeklärt, woher diese enorme Menge an Geld kommen soll. Die US-Börsenaufsicht SEC investigiert momentan Musks Aussage, dass die Finanzierung vorhanden sei. Sollte sich seine Behauptung als falsch herausstellen, drohen ihm Konsequenzen durch die SEC und eventuell Klagen wegen Marktmanipulation.
Aktionäre vor die Wahl gestellt
In einer öffentlichen E-Mail an seine Angestellten ging Musk genauer auf seine Pläne ein. Einer seiner Gründe für den erstaunlichen Zug ist die Tatsache, dass SpaceX besser läuft und auch privat ist. Er erwähnte, dass Aktionäre die Wahl haben sollen zu bleiben, oder ihre Aktie für 420 Dollar zu verkaufen. Ebenso soll der vierteljährliche Bericht, zu dessen Veröffentlichung Tesla am Aktienmarkt verpflichtet ist, für „enormen Druck“ sorgen. Laut Musk muss man so Entscheidungen treffen, die in dieser Zeitperiode hilfreich sind, über lange Zeit gesehen allerdings nicht.
Mögliche Finanzierung
Laut der „Financial Times“ soll Saudi-Arabiens Staatsfonds sich einige Tesla-Aktien gekauft haben und somit drei bis fünf Prozent des Unternehmens besitzen. Eine der anonymen Quellen der CNCB behauptet, dass Musk über eine mögliche Finanzierung durch den Staatsfonds gesprochen habe. Ob es zu dieser Idee in irgendeiner Weise eine Zusage gibt, ist unbekannt.
Nachdem die Vorankündigung dazu vergangenes Jahr international Aufsehen erregt hatte, setzte Öklo sein "Urin-Bier" nun mit der Brauerei Erzbräu um. Die Marketing-Aktion mit gerade einmal 2.500 Flaschen soll vor allem auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam machen.
Nachdem die Vorankündigung dazu vergangenes Jahr international Aufsehen erregt hatte, setzte Öklo sein "Urin-Bier" nun mit der Brauerei Erzbräu um. Die Marketing-Aktion mit gerade einmal 2.500 Flaschen soll vor allem auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam machen.
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo
Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.
„Aufs Patriarchat pinkeln“
Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo
Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel
Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.
Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.
Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“
Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.
Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.
Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations
Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“
Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“
Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.
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