08.08.2023

Tesla verliert sein operatives Mastermind

CFO Zach Kirkhorn galt bislang als Teslas operativer Lenker, der Elon Musks Pläne auf den Boden brachte. Nun tritt er zurück.
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Tesla-CFO Zach Kirkhorn lenkt laut WSJ die Geschicke des Unternehmens | Vordergrund (c) Zach Krikhorn, Hintergrund (c) Tesla Fans Schweiz via Unsplash
Tesla-CFO Zach Kirkhorn lenkt laut WSJ die Geschicke des Unternehmens | Vordergrund (c) Zach Krikhorn, Hintergrund (c) Tesla Fans Schweiz via Unsplash

Laut Wall Street Journal war es bislang er, der Tesla „am Laufen hielt“: Chief Financial Officer bzw. im Firmenjargon „Master of Coin“ Zachary Kirkhorn. Seit 13 Jahren im Unternehmen, füllte er demnach in den vergangenen Jahren weit mehr als den CFO-Posten aus und brachte die großen Pläne des bekanntlich aufbrausenden Visionärs Elon Musk auf diplomatische und pragmatische Weise auf den Boden – der brutkasten berichtete.

Tesla unter Kirkhorn von defizitär zu hochprofitabel

Als Zach Kirkhorn ins C-Level-Management aufstieg, war Tesla noch chronisch defizitär. Seitdem wurde der E-Auto-Riese hochprofitabel und vervielfachte seinen Börsenwert (was Elon Musk mit Unterbrechungen zum reichsten Menschen der Welt machte). Das WSJ konstatierte im Mai dieses Jahres: „Er half dem Unternehmen, in 15 aufeinanderfolgenden Quartalen profitabel zu sein und dabei eine Kriegskasse von 22 Milliarden US-Dollar aufzubauen“.

Keine Angaben zu Gründen für Rückzug

Doch nun tritt Kirkhorn von seinem Posten zurück, wie zunächst aus einem Bericht an die Börse hervorging und später auch von Tesla bestätigt wurde. Gründe wurden dafür bislang keine genannt. Auch der Manager selbst hält sich in einem LinkedIn-Posting zu seinem Rückzug bedeckt. Laut Tesla wird er noch bis Ende des Jahres im Unternehmen verbleiben, um die Umstellung zu begleiten. Die Anleger:innen an den Börsen reagieren moderat negativ auf den angekündigten Wechsel. Der Aktienkurs fiel direkt nach Bekanntwerden, stieg mittlerweile aber wieder.

Nachfolger bereits seit Jahren im C-Level-Management von Tesla

Zach Kirkhorns Nachfolger steht bereits fest: Vaibhav Taneja, bislang Chief Accounting Officer, der seit 2017 in unterschiedlichen Rollen für den E-Auto-Riesen tätig ist. Zuvor war das Unternehmen SolarCity Corporation, für das er tätig war, von Tesla übernommen worden, was einen jahrelangen Prozess nach sich zog.

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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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