12.01.2026
FINANZIERUNG

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

Talents&Company holt ein hohes sechsstelliges Investment und plant die Expansion im DACH-Raum. Wir haben mit Gründer und CEO Mario Derntl über Wachstum aus dem Cashflow, Ausbildungsqualität und die nächsten Schritte gesprochen.
/artikel/talents-and-company-investment-jaenner-2026
(c) Talents&Company

Lehrlingsmangel, steigende Abbruchquoten und wachsende Kosten stellen die berufliche Ausbildung zunehmend vor strukturelle Probleme. Viele Betriebe stehen vor der Herausforderung, Ausbildung nicht nur organisatorisch, sondern auch qualitativ weiterzuentwickeln – oft ohne zusätzliche Ressourcen. Genau an diesem Punkt setzt das Linzer EdTech-Startup Talents&Company an, das von Mario Derntl gegründet wurde und 2023 an den Start ging (brutkasten berichtete).

Finanzierung für Talents&Company

Das Unternehmen hat laut Derntl nun eine Finanzierungsrunde im „hohen sechsstelligen Bereich“ abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von der VGW Beteiligungs GmbH aus Linz. Darüber hinaus beteiligen sich die Business Angels Kambis Kohansal und Firas Saedaddin sowie die WH Invest. Auch Florian Gschwandtner, der bereits in einer frühen Phase als Investor an Bord war, beteiligt sich an der Runde.

„Talents&Company adressiert ein Thema, das für den Wirtschaftsstandort enorm wichtig ist – und tut das mit Klarheit, Energie und einem starken Team. Dass ich mich erneut beteilige, ist Ausdruck meines Vertrauens in die Vision und in die Fähigkeit des Unternehmens, diese auch umzusetzen“, sagt Gschwandtner.

Umsatzsteigerung von 50 Prozent

„Wir waren seit dem Frühjahr 2025 cashflow-positiv“, sagt Co-Founder und CEO Mario Derntl gegenüber brutkasten. Das Unternehmen habe sich über eine Mischung aus wiederkehrenden Umsätzen und Projektgeschäft selbst tragen können. Im vergangenen Jahr steigerte Talents&Company den Umsatz um rund 55 Prozent und zählt mittlerweile etwa 120 Kunden.

„Das jüngste Investment ist keine klassische Runway-Verlängerung, sondern eine klare Wachstumsfinanzierung“, so Derntl. Auch für die Investoren sei entscheidend gewesen, dass das Unternehmen wirtschaftlich stabil aufgestellt ist. Gerade Family Offices hätten zuletzt gezielt nach cashflow-positiven Unternehmen gesucht, die Wachstum aus einer soliden Basis heraus verfolgen.

Digitale Infrastruktur für Ausbildungsbetriebe

Talents&Company versteht sich nicht als klassische Recruiting-Plattform, sondern als digitaler Infrastruktur-Anbieter für Ausbildungsbetriebe. Ziel ist es, Unternehmen entlang des gesamten Ausbildungszyklus zu begleiten – von der Gewinnung junger Talente bis zu deren langfristiger Bindung. Zu den Kunden zählen große Industriebetriebe wie Miba, Siemens, OMV, Plasser & Theurer, Fill, Verbund und Uniqa, ebenso wie zahlreiche Gewerbe- und Handwerksbetriebe aus ganz Österreich.

Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von KI-gestützten Systemen. Diese analysieren interne Daten von Ausbildungsbetrieben und verknüpfen sie mit einem eigens aufgebauten Wissens- und Methodenpool. Daraus entstehen konkrete Handlungsempfehlungen – etwa zur Organisation der Ausbildung, zur Führungsqualität oder zu Maßnahmen zur Bindung von Lehrlingen. „Wir sind keine Recruiting-Lösung“, betont Derntl. „Unser Anspruch ist es, Unternehmen strukturiert dabei zu unterstützen, Ausbildung wirksam und nachhaltig zu gestalten.“

Die Expansionspläne

Neben der Weiterentwicklung des Produkts steht für 2026 die Expansion im DACH-Raum im Fokus. Der deutsche Markt für berufliche Ausbildung sei rund zwölfmal so groß wie der österreichische, erklärt Derntl. Der Markteintritt ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Zunächst will sich Talents&Company auf industriestarke Regionen wie Süddeutschland sowie ausgewählte Ballungsräume konzentrieren. Das Produkt sei von Beginn an als DACH-Lösung konzipiert und lasse sich gut auf vergleichbare Ausbildungssysteme übertragen.

Parallel dazu plant das Unternehmen den weiteren Ausbau des Teams. Aktuell beschäftigt Talents&Company sieben Mitarbeitende; zusätzliche Positionen in der Softwareentwicklung und im Vertrieb sollen folgen. Zudem wurde die Führung erweitert: Seit Dezember 2025 ist Christoph Shawa, Co-Founder und COO, neben Mario Derntl und Fabian Dopler ebenfalls Teil der Geschäftsführung von Talents & Company.

Deine ungelesenen Artikel:
vor 24 Stunden

„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht

Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
/artikel/du-musst-nicht-besser-sein-du-musst-schneller-sein-wie-michael-dobersberger-startups-us-fit-macht
vor 24 Stunden

„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht

Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
/artikel/du-musst-nicht-besser-sein-du-musst-schneller-sein-wie-michael-dobersberger-startups-us-fit-macht
Michael Dobersberger ist der "Startup-Wingman" im Silicon Valley. | © brutkasten

Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.

Michael Dobersberger im Gespräch mit brutkasten-Redakteurin Ann-Kathrin Salmen vor der Bay Bridge in San Francisco. © brutkasten

Ein Ökosystem für den Aufstieg

Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.

„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“

Die Teilnehmer:innen des GOUSA Kickoffs im Silicon Valley. © Michael Dobersberger

Das Mindset: Ja, wenn … statt Nein, weil …

Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.

Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.

Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler

Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.

Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“

Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.

Ein Großteil von Dobersbergers Arbeit besteht darin, Menschen miteinander zu vernetzen. © brutkasten

Die Matrjoschka-Logik beim Pitchen

Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.

„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.

Menschen investieren in Menschen

Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.

Dobersberger mit seinem ehemaligen indonesischen Diplomaten-Kennzeichen. Vor seiner Zeit in Amerika war er in Indonesien, Serbien und England tätig. © brutkasten
Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Talents&Company holt sich hohes sechsstelliges Investment – u.a. von Gschwandtner