15.05.2019

Tabakfabrik Linz wird um 104 Meter-Hochhaus erweitert

160 Millionen Euro aus öffentlichen und privaten Geldern sollen in den "NeuBau3" am Areal der Tabakfabrik Linz fließen. 2025 soll das neue zweithöchste Gebäude der Stadt bezugsfertig sein.
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Konzept
(c) Zechner & Zechner: Konzept "NeuBau3" in der Tabakfabrik Linz - geplante Sicht aus dem Innenhof

37,200 m² Nutzfläche soll der „NeuBau3“ am Areal der Tabakfabrik Linz nach Fertigstellung 2025 bieten. Damit vergrößert sich die Gesamtnutzfläche des Gebäudekomplexes auf rund 100.000 m². Dazu kommen 720 neue Tiefgaragen-Stellplätze. Das Konzept für das 104 Meter-Hochhaus – es wird nach dem Mariendom zum zweitgrößten Gebäude der Stadt – liefert das Wiener Architekturbüro Zechner & Zechner. Es setzte sich nach einer Ausschreibung mit einstimmiger Entscheidung als Sieger-Projekt durch.

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Kufsteiner Bodner Gruppe als Haupt-Financier

160 Millionen Euro soll der „NeuBau3“ insgesamt kosten. Haupt-Financier ist das Immobilienunternehmen Bodner Gruppe aus Kufstein. Wie das Budget sich genau zusammensetzt, wurde bislang aber nicht bekanntgegeben. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Tabakfabrik Linz, kommentiert jedoch, das Projekt stelle „wichtige Weichen für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Finanzierung“.

3000 Arbeitsplätze

Chris Müller, Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz, gibt bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die geplante Nutzung: „Mit seiner großen Funktionsvielfalt und Flexibilität kombiniert der NeuBau3 Nutzungen, die bisher in der Tabakfabrik nicht möglich waren, wie etwa einen Hotelbetrieb und zeitgenössisches Wohnen“. Insgesamt soll durch den Neubau das Angebot im gesamten Komplex auf 3000 Arbeitsplätze anwachsen, sagt Müller.

Wohnungen, Hotel und Schule in der Tabakfabrik Linz

„Der NeuBau3 bildet all jene Funktionen ab, die am restlichen Gelände der Tabakfabrik Linz aus technischen Gründen nicht erfüllt werden können. Die Flächen für Wohnungen, Schulklassenräume, größere Handelsbetriebe, ein Hotel und eine Tiefgarage benötigen moderne Ausstattungsstandards, die in den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden nicht umsetzbar wären oder unverhältnismäßig hohe Umbaukosten verursachen würden“, ergänzt Markus Eidenberger, kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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