01.08.2025
SANIERUNGSVERFAHREN

Swing Kitchen: Sanierungsverfahren eingeleitet – Fokus auf Österreich

Die Muttergesellschaft der veganen Burger-Kette „Swing Kitchen“ hat Insolvenz angemeldet. Es wird ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet.
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Swing Kitchen, neuer Geschäftsführer
(c) zVg - Albrecht Eltz ist seit Winter 2024 Geschäftsführer von Swing Kitchen.

Bereits gestern hat die Swing-Kitchen-Filiale in Wien Mitte Insolvenz angemeldet. Am heutigen Freitag, dem 1. August, meldet nun auch die Muttergesellschaft der veganen Burger-Kette Insolvenz an und eröffnet ein Sanierungsverfahren.

Laut dem Gläubigerschutzverband KSV 1870 betragen die Passiva der Schillinger Vegan Holding 4,3 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten des Filialbetriebs werden mit 1,9 Millionen Euro angegeben.

Filialschließungen in Deutschland

Neben der Filiale in Wien Mitte wurden auch die drei Standorte in Deutschland geschlossen. Geschäftsführer Albrecht Eltz betont gegenüber brutkasten jedoch, dass diese Schließungen nicht bedeuten, dass auch die restlichen Filialen Insolvenz anmelden müssten.

Vielmehr handle es sich bei dem Sanierungsverfahren „um eine Maßnahme zur Gesamtentlastung der Gruppe“, so Eltz. Eltz übernahm im Dezember 2024 die operative Führung von Swing Kitchen vom Gründerehepaar Irene und Karl Schillinger. Brutkasten hat damals über die Übernahme berichtet.

Ursachen der Insolvenz

Als Gründe für die Insolvenz werden laut KSV 1870 vor allem die hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie Umsatzeinbußen genannt. Auf Nachfrage des brutkasten erklärt Geschäftsführer Eltz: „Die Post-Corona-Zeit sowie die geopolitischen Themen waren herausfordernde Jahre für uns. Wir befinden uns in einer grundlegenden Umstrukturierung der gesamten Gruppe.“ Mit dieser Umstrukturierung wolle man sich künftig stärker auf Delivery-Services und neue Marketingstrategien konzentrieren. Das Sanierungsverfahren sei „der letzte Meilenstein, um die Umstrukturierung abzuschließen“, so Eltz.

Neue Speisekarte

Albrecht Eltz überarbeitete nach seiner Übernahme die Speisekarte von Swing Kitchen. Laut dem Geschäftsführer komme das neue Menü „sehr gut an“ – dies würden auch Kund:innenbefragungen bestätigen. Eltz spricht sogar von einem „großen Erfolg“. Angesichts der finanziellen Schieflage und des eingeleiteten Sanierungsverfahrens bleibt fraglich, wie groß der Erfolg wirklich war.

Fokus auf Österreich

Nachdem alle Filialen in Deutschland geschlossen wurden, will sich Swing Kitchen vorerst ausschließlich auf den österreichischen Markt konzentrieren. Eine Wiedereröffnung der deutschen Standorte sei „zum jetzigen Zeitpunkt nicht angedacht“, so Eltz.

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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