22.02.2022

Swat.io: Michael Kamleitner zieht sich zurück – Johannes Nagl übernimmt alleinige Geschäftsführung

Das Social Media Management Tool Swat.io wurde in den vergangenen Jahren von Michael Kamleitner und Johannes Nagl gemeinsam geleitet. Nun zieht sich Unternehmensgründer Kamleitner aus der Geschäftsführung zurück, während Nagl - zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben in der Geschäftsführung - alle Agenden seines bisherigen Partner-CEOs übernimmt.
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Swat.io, Nagl, Kamleitner
(c) Daniel Willinger - Die beiden Geschäftsführer Michael Kamleitner und Johannes Nagl haben Swat.io bisher gemeinsam geleitet. Nun zieht sich Kamleitner auf seine Gesellschafterrolle zurück.

2010 wurde „Die Socialisten“ gegründet. Ursprünglich als Agentur gedacht, entwickelte sich das Startup von Gründer Michael Kamleitner immer stärker zu einem Software-Unternehmen, das mit Swat.io und Walls.io zwei eigenständige Social-Media-Marketing-Tools auf den Markt gebracht hat. Elf Jahre nach Gründung kam es zur Ausgliederung der beiden SaaS-Produkte zu eigenen Gesellschaften.

Die Geburt der Doppelspitze bei Swat.io

Zwei weitere später, wir schreiben das Jahr 2021, folgte der bisherige CTO Johannes Nagl dem Ruf Kamleitners und agierte fortan gemeinsam mit dem Gründer als Doppelspitze von Swat.io.

Aufgaben wurden damals festgelegt: Als „CEO Product“ war Nagl für die Bereiche Produkt, Entwicklung, Marketing und Kundenservice verantwortlich, während Gründer Kamleitner als „CEO Operations“ den operativen Betrieb sowie den Verkauf weiter führte. Nun folgt der Abschied.

Aus dem Archiv: Kamleitner im Gespräch.

https://www.facebook.com/watch/?v=1996499683907254

„Johannes und sein Team machen einen hervorragenden Job. Das Unternehmen entwickelt sich auch ohne mich prächtig, daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um bei Swat.io loszulassen und mich vollständig auf mein ‚zweites Baby‘ – Walls.io – zu konzentrieren‘, erklärt Kamleitner.

Walls.io international ausgerichtet

Zur Erklärung: Bei Walls.io handelt es sich um einen universellen Social-Media-Content-Hub. Über diesen können Inhalte nicht nur auf großformatigen Displays bei Tradeshows, Konferenzen oder im Retail-Bereich anzeigt, sondern auch Social-Media-Widgets auf Brand-Websites betrieben werden. Im Gegensatz zu Swat.io, das vorwiegend im DACH-Raum genutzt wird, ist Walls.io viel stärker international ausgelegt.

„Möglicherweise ist das jetzt die längste und unaufgeregteste Geschäftsführer-Übergabe aller Zeiten. Denn wir haben diesen Schritt vor eineinhalb Jahren im Team angekündigt und nun wie geplant umgesetzt. Wir werden unseren bestehenden Prinzipien und Stärken treu bleiben und mit unserer ausgeprägten ‚People & Culture‘-Strategie auch in Zukunft unsere Führungskräfte aus dem eigenen Unternehmen rekrutieren“, erklärt Nagl die Rochade.

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Das Gründungs-Trio von AYB: Dominik Jöbstl, Robert Haidl und Fabio Steiner (v.l.) © AYB

„Ausgewaschene Baumwollunterhosen fühlen sich mit der Zeit an wie so ein 40er Schleifpapier“, zumindest, wenn es nach Fabio Steiner, Dominik Jöbstl und Robert Haidl geht. Die drei Grazer wollten sich mit diesem Problem nicht länger abfinden und begannen so an der „perfekten Boxershorts“ zu tüfteln. Daraus geworden ist im November 2025 die AYB Underwear GmbH. AYB steht hier für „About Your Balls“. Seit Mitte Juli 2026 kann man sich vom Website-Claim „kein Zwicken. kein Kratzen.“ nun selbst überzeugen.

Zwei Jahre Materialsuche

Rund zwei Jahre arbeiteten die Gründer mit der Grazer Schneiderin Sarah Kohlendorfer zusammen, testeten laut eigenen Angaben mehr als 30 Stoffe und zwölf Prototypen, ehe die Wahl auf Tencel Modal Micro der oberösterreichischen Lenzing AG fiel.

Auch der Schnitt wurde mehrfach überarbeitet: An der Hüfte, „dort ist der Punkt, wo die Unterhose am meisten spannt“, wie Steiner im Interview erklärt, verzichtet AYB auf eine Naht. Stattdessen verlaufen die Nähte vorne und hinten. Daraus ergeben sich zwei zusätzliche Nähte, dafür aber ohne Druckstellen an der empfindlichsten Zone, wie die Gründer ausführen.

Made in China

Produziert wird in einer Partnerfirma im chinesischen Guangdong. Dort würden laut Steiner „90 Prozent aller Unterhosen der Welt produziert“, die Lieferketten seien entsprechend eingespielt. Eine Produktion in Europa hätte man laut Steiner deutlich teurer kalkulieren müssen: „Wir hätten das Dreifache verlangen müssen.“

Preislich positioniert sich AYB zwischen Billiganbietern und Premiummarken, ein Dreierset kostet 44,90 Euro. Über die genaue Marge wollten die Gründer keine Angaben machen, sie sei aber „für das Textilgeschäft üblich“, erwähnt man im Interview.

Verkaufszahlen übertreffen die eigenen Erwartungen

Die ersten Pre-Sale Bestellungen von AYB wurden selbst ausgeliefert. © AYB

Mitte Juli 2026 ging AYB mit einer ersten Bestellung von 1.000 3er-Sets in den regulären Verkauf. Ursprünglich hatten die Gründer mit 50 verkauften Sets pro Monat kalkuliert „und jetzt haben wir halt einfach mehr als das Zehnfache verkauft“, sagt Steiner.

Rund 600 Dreiersets wurden bislang abgesetzt, eine zweite Bestellung über 2.000 weitere Sets ist bereits unterwegs. Finanziert wird sie aus dem laufenden Cashflow: „Es läuft aktuell in einem positiven Cashflow, was uns sehr happy stimmt“, bestätigt Steiner gegenüber brutkasten. Auf Investor:innen verzichten die drei laut eigenen Angaben bewusst. Man wolle es soweit wie möglich bootstrappen.

Vom Marketingbüro zum Boxershort-Business

Steiner und Jöbstl betreiben parallel eine eigene Marketingagentur, aus deren Einnahmen unter anderem die GmbH-Gründung über 12.000 Euro von AYB mitfinanziert wurde. Aktuell laufen beide Geschäfte parallel. „Um auch zu schauen, was funktioniert am Ende des Tages einfach besser“, meint Steiner. Bis man sich bei AYB etwas auszahlen könne „dauert sicher noch zwei, drei Jahre“, fügt er hinzu.

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