04.08.2021

SVS-Lehner: „Bereitstellung von Daten ist das neue Blutspenden“

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des eigenen Gesundheitszentrums gab die SVS einen Einblick in ihre Digitalisierungsaktivitäten.
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vlnr.: SVS-Obmann Peter Lehner, leitende Ärztin Eva Hilger, Generaldirektor Hans Aubauer
vlnr.: SVS-Obmann Peter Lehner, leitende Ärztin Eva Hilger, Generaldirektor Hans Aubauer | (c) brutkasten/Magdalena Schauer-Burkart

Ein Herzschrittmacher übermittelt in Echtzeit Daten. Das behandelnde medizinische Personal kann bei Problemen sofort eingreifen und Schlimmeres verhindern. Das ist eines von zwei Beispielen für digitalisierte medizinische Services die die leitende Ärztin der SVS (Sozialversicherung der Selbstständigen) Eva Hilger bei einer Pressekonferenz anlässlich des fünfjährigen Bestehens des SVS-Gesundheitszentrums nennt. Das andere ist eine Hypertonie-App, mit der die Blutdruckwerte von Patienten telemedizinisch kontrolliert werden können.

Und das ist nur ein Auszug aus dem digitalen Angebotsportfolio der SVS für ihre Versicherten und im Speziellen im Gesundheitszentrum. Im Fokus des digitalen Fortschritts stünden Individualisierung bzw. personalisierte Medizin, betont SVS-Obmann Peter Lehner. Dabei geht er auf ein Dauerthema in diesem Zusammenhang ein: „Individualisierung rettet Leben. Und sie hängt an den Daten. Das heißt Daten retten Leben. Ich sage daher: Die Bereitstellung von Daten ist das neue Blutspenden“.

„Digitalisierung erschwert den Missbrauch“

Es gelte auch, effizient die bereits vorhandenen Daten zu nutzen. Dabei streicht der SVS-Obmann die Wichtigkeit des Datenschutz hervor, aber räumt auch ein: „Die Digitalisierung erschwert den Missbrauch“. Datenspuren seien viel besser verfolgbar als bei analogen Daten. Und Corona habe zuletzt dazu geführt, dass Menschen das Vertrauen in digitale Gesundheitslösungen zurückgewonnen haben.

Digitalisierung bedeute auch Demokratisierung, meint Lehner: „Die Patienten werden selbstständiger, kompetenter und kritischer. Sie googeln vor dem Arztbesuch zu ihren Symptomen und danach zur Diagnose“. Für Eva Hilger ist hierbei klar: „Gerade Selbstständige haben eine besonders hohe Eigenverantwortung und das wollen wir mit unserem Angebot gezielt fördern und unterstützen“. Sie und Lehner betonen auch die Wichtigkeit von Prävention.

Digitales SVS-Angebot wird bereits gut angenommen

Bei all dem müssen die Patienten nicht immer persönlich erscheinen. „Der Mensch braucht persönlichen Kontakt, aber nicht in jedem Fall“, meint der SVS-Obmann. Oft sei es für Versicherte und Gesundheitsdienstleister besser, die Dinge digital abzuwickeln.

SVS-Obmann Peter Lehner | (c) brutkasten/Magdalena Schauer-Burkart

SVS-Generaldirektor Hans Aubauer liefert in Bezug auf das 2016 eröffnete Gesundheitszentrum entsprechende Zahlen: „Rund 18 Prozent aller Befundbesprechungen finden bereits telemedizinisch statt, 26 Prozent der Vorsorgeuntersuchungen werden online gebucht. 86 Prozent der neuen Portalregistrierungen buchen sofort einen Termin“. Besonders gut werde das digitale Angebot von den 30- bis 39-Jährigen angenommen. Insgesamt finden im Gesundheitszentrum, das als PPP-Modell ausgegliedert wurde, rund 5.000 Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr statt.

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Bundeskanzler Stocker setzt sich für ein UNO-KI-Zentrum in Wien ein. (c) BKA/Florian Schrötter
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Nach der Wahl in den UNO-Sicherheitsrat strebt die Bundesregierung nach dem nächsten Coup. Österreich soll in Fragen der Künstlichen Intelligenz in Zukunft nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten. Das verkündete heute Bundeskanzler Christian Stocker. Der konkrete Vorschlag: Es soll ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen in Wien entstehen. Der Vorschlag wurde von Staatssekretär Alexander Pröll beim virtuellen internationalen Spitzentreffen zur Kontrolle von Frontier-KI-Modellen eingebracht. Das Treffen hat auf Initiative der Regierungschefs Finnlands und Norwegens stattgefunden.

„Fürchten wir uns nicht vor Künstlicher Intelligenz, sondern geben wir ihr einen Rahmen, der den Menschen Ängste nimmt und Sicherheit gibt. Ein KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen kann dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten, das Potenzial von KI auszuloten, ihre Risiken zu verstehen und ihre Zukunft mitzugestalten“, sagt Stocker

Wien als „der richtige Standort“

Die Bundesregierung sieht Wien als idealen Standort an. Mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der CTBTO-Vorbereitungskommission sei die Stadt bereits Sitz von Institutionen, die den verantwortungsvollen Umgang mit komplexen Technologien behandeln und langjährige Erfahrung mit multilateralen Verfahren und Standards haben.

„Kein Staat kann diese Herausforderungen allein bewältigen. Die Weichen für die globale KI-Governance werden jetzt gestellt, und Österreich will diesen Prozess aktiv mitgestalten“, betont Staatssekretär Alexander Pröll.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ergänzt: „Österreich setzt sich konsequent für klare Grenzen und international verbindliche Regeln für KI-Waffen ein. Als einer der vier UNO-Amtssitze wäre Wien bestens als Standort für ein internationales KI-Zentrum geeignet.“

Treffen mit Hinton und Steinberger

Heute Abend trifft Stocker gemeinsam mit Staatssekretär Alexander Pröll den Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und Peter Steinberger, der mit OpenClaw weltweite Bekanntheit erlangte. „Wir sprechen über unsere Initiative, über internationale Regeln für KI und darüber, wie Österreich bei dieser Zukunftstechnologie vorne mit dabei ist“, schreibt Stocker auf X. Hinton und Steinberger sind Gäste von TEDAI in der Wiener Hofburg.

Österreich im KI-Zeitalter

KI scheint im Bundeskanzleramt präsenter denn je zu sein, denn Pröll möchte zum Thema „Österreich im Zeitalter von KI“ am 19. November Stellung nehmen. Der Staatssekretär lädt zu einer Grundsatzrede in die Österreichische Nationalbibliothek ein, bei der er über eine der „größten Gestaltungsaufgaben unserer Zeit“ sprechen wird.

„Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, entscheiden, schaffen und denken. Was bedeutet das für uns Menschen und was bedeutet es für Österreich?“, heißt es in der Aussendung.

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