22.09.2021

STUR Cookware: Mit 12.000 Pfannenfans auf die Forbes-Liste

Filip Mierzwa und Simon Köstler haben "so ziemlich jede Pfanne" am Markt getestet - und dann ihre eigene gebaut. Finanziert wurde dies über eine der größten Kickstarter-Kampagnen aus Deutschland überhaupt.
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Filip Mierzwa und Simon Köstler sind die Gründer von Stur
Filip Mierzwa und Simon Köstler sind die Gründer von STUR | Foto: STUR Cookware

Marktforschung gehört zu jeder Startup-Gründung dazu: Wer ein neues Produkt auf den Markt bringen will, sollte ja wissen, auf welche Konkurrenz er dort trifft. Doch nur wenige Gründerinnen und Gründer dürften dies so intensiv gemacht haben wie Filip Mierzwa und Simon Köstler. Die beiden 29-Jährigen sind die Gründer von STUR Cookware – und als solche Pfannenproduzenten. „Über all die Jahre haben wir so ziemlich jede Pfanne getestet, die es auf dem Markt gibt“, sagt Mierzwa.

Denn schon mehre Jahre vor der Gründung von STUR haben die beiden das Portal pfannenhelden.de gestartet – und dort Pfannen bewertet. Der Blog existiert seit über sieben Jahren und die beiden Gründer sind durch das Projekt „zu echten Pfannenexperten“ geworden, wie Mierzwa erzählt. Doch irgendwann war es ihnen nicht mehr genug, Pfannen bloß zu bewerten. Und das kam so: Die Lieblingspfanne der beiden Gründer war die Gusseisen-Pfannen. Ihr großer Vorteil: Sie ist eine Allrounderin, speichert Wärme, eignet sich sowohl zum Braten als auch zum Frittieren und hält hohe Temperaturen aus.

Gleichzeitig hat sie durch ihre Robustheit aber auch einen Nachteil: „Sie ist sehr schwer und liegt damit nicht gut in der Hand“, sagt Mitgründer Köstler. „Außerdem ist die Oberfläche extrem rau, wodurch Bratgut am Anfang anhaftet“. Das muss besser gehen, dachten die beiden Blog-Autoren – und entschieden sich dafür, ihre eigene Pfanne zu entwickeln.

Community von 12.000 Pfannenfans

Dabei waren sie jedoch nicht auf sich alleingestellt: Durch die Popularität ihres Portals konnten die Gründer für Inputs auf eine Community bestehend aus 12.000 Pfannenfans zurückgreifen. Das Ergebnis: Die STUR-Pfanne. Diese behebt den wesentlichen Mangel anderer Gusseisen-Pfannen: „Sie ist wesentlich dünner als herkömmliche Gusseisen-Pfannen und deshalb deutlich leichter. Durch ihre glatte Oberfläche bietet sie hervorragende Antihafteigenschaften“, erläutert Mierzwa. Den Gewichtsunterschied zu herkömmlichen Gusseisen-Pfannen beziffern die Gründer mit rund 30 Prozent.

Möglich wird dies übrigens aufgrund eines besonderen Herstellungsverfahrens: Die Pfanne wird dabei in einem Stück gegossen. Dann werden die Innenseite und der Boden computergesteuert abgedreht – was die Pfanne leichter macht. Abschließend wird sie mit Pflanzenöl eingetrieben und im Ofen bei 230 Grad eingebrannt. Geeignet ist die STUR-Pfanne für sämtliche Herdarten, aber auch für den Backofen oder den Grill.

Rund 1,8 Mio. Euro über Crowdfunding eingenommen

Um die Produktion der Pfanne zu finanzieren, setzten sie im Herbst 2020 eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter auf. Den als Zielsumme angegeben Betrag von 20.000 Euro erreichten sie bereits weniger fünf Minuten nach dem Start der Kampagne. Am Ende der ersten Tages hatten sie bereits 450.000 Euro eingesammelt. Schließlich wurden es 1,2 Mio. Euro – die drittgrößte Kickstarter-Kampagne aus Deutschland überhaupt. Eine im Anschluss gestartete weitere Kampagne auf der Plattform Indiegogo brachte noch einmal rund 600.000 Euro.

Mittlerweile wurde auch das US-Wirtschaftsmagazin Forbes auf die beiden Gründer aufmerksam. Mierzwa und Köstler landeten dieses Jahr auf der „30 under 30“-Liste für Europa im Bereich „Retail & E-Commerce“. Am kommenden Montag werden die beiden Gründer in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ auftreten. Dort wollen sie von den Investor:innen 380.000 Euro holen – und bieten dafür zehn Prozent ihrer Firmenanteile.

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Wholomics: Rieder Startup entwickelt neue Methode zur Krebsfrüherkennung

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(v.l.) Wholomics-Geschäftsführer Patrick Strasser und Maximilian Schneider | © Wholomics GmbH

Es ist wohl eine der schockierendsten Nachrichten, die man erhalten kann: Diagnose Krebs. Dabei werden verschiedenste Krebsarten oftmals erst in späten Stadien erkannt, was die Überlebenschance stark verringert. Das soll sich bald ändern. Die beiden Wholomics-Gründer Patrick Strasser und Maximilian Schneider entwickelten einen Test, der mit hoher Genauigkeit verschiedene Krebserkrankungen bereits im Stadium eins feststellen können soll.

“Heutzutage zählt es als Durchbruch, wenn ein Medikament für Krebspatienten im Stadium vier eine sechs Monate längere Überlebensdauer erzielt. Allerdings hätte man einen viel größeren Impact, wenn man Krebs einfach früher erkennen könnte”, erklärt Wholomics-CEO Strasser im brutkasten-Interview. Denn bei den meisten Krebsarten, die man bereits im Stadium eins erkennt, hätten die Patienten eine “5-Jahres-Überlebensrate von über 90 %”. Im Stadium drei bzw. vier falle die Überlebenschance rapide ab. 

Daher entwickelten Strasser und Wholomics-CTO Schneider einen Test, der darauf ausgelegt ist, mehrere Krebsarten bereits in frühen Stadien aus einer einzigen Blutprobe zu erkennen. Der Test analysiert diverse Veränderungen im Blutserum, also der Flüssigkeit im Blut, die mit einer frühen Tumorentwicklung in Zusammenhang stehen können. Die Ergebnisse einer Validierungsstudie sind vielversprechend, denn der Wholomics-Test erkannte eigenen Angaben zufolge 38 von 40 Krebserkrankungen im Stadium eins, darunter Darm-, Magen- und gynäkologische Tumore. Die Intellectual Property der Methode liegt bei Wholomics. Eine erste Version des Tests, der Wholomics Multi-Cancer Check, ist bereits über eine Partnerfirma, Novogenia, erhältlich. Strasser und Schneider möchten sich aber darauf konzentrieren, den Test in der breiten Bevölkerungsmasse einsetzen zu können.

Vom Forscher zum Unternehmer

Die beiden Wholomics-Gründer kennen einander seit ihrem Studium an der TU München und fassten gerade wissenschaftliche Publikationen zusammen, als ihnen die Idee für einen neuen Test zur Krebsfrüherkennung kam. Die Umstellung vom Forscher zum Unternehmer beschreibt der Biochemiker Strasser als “leicht”. Dennoch stellt ihn das Unternehmertum vor einige Herausforderungen. “Als Startup-Founder lernt man im Endeffekt nie aus. Das heißt, jeden Tag, jede Woche gibt es neue Dinge, die man sich selbst beibringen oder die man lernen muss“, erklärt Strasser und ergänzt: “Ein Founder hat mir mal gesagt, die wissenschaftliche Grundlage ist sozusagen das A und O deines Unternehmens. Aber 80 Prozent werden dann im Endeffekt auf der Business-Seite durchgesetzt.”

Wholomics wurde bisher mit dem aws First Incubator und der Forschungsprämie unterstützt. Aktuell befindet sich das Unternehmen in der zweiten Finanzierungsrunde und ist noch auf der Suche nach Investoren. Strasser und Schneider wollen die Runde im letzten Quartal dieses Jahres schließen. “Wir suchen nicht nur nach Geldgebern, sondern eben auch nach strategischen Partnern, die z. B. im Bereich Diagnostik Erfahrung haben”, sagt Strasser. Mit der Entwicklung ihres Startups zeigt sich der Biochemiker zufrieden, auch wenn der Standort Österreich seine Schwierigkeiten mit sich bringe. Die Regulierungen in der EU erschweren laut dem Krebsforscher jedem Diagnostik-Startup den Start.      

Das Ziel sind 2027 die USA, aber ohne FDA-Approval

Zudem brauche es in der EU hohe Investments, um ein medizinisches Produkt auf den Markt zu bringen. “Da muss man dann abwägen, wie die tatsächliche Marktzugangslage ist. Und die ist in Österreich oder im DACH-Raum generell etwas schwieriger”, erklärt Strasser, der mit Schneider den Großteil von Wholomics besitzt. Der Blick der beiden Österreicher richtet sich daher über den großen Teich. Sie arbeiten aktuell in den USA an der Eröffnung eines sogenannten CLIA-Labors. Dadurch soll der Test zur Krebsfrüherkennung als “Lab Developed Test” in den Vereinigten Staaten 2027 auf den Markt gebracht werden können. Er werde somit firmenintern validiert und könne anschließend an Privatpersonen weiterverkauft werden. Ein FDA-Approval sei dann nicht mehr nötig.

Wholomics als die nächste Generation der Krebsfrüherkennungstests

“Im Endeffekt wollen wir quasi die nächste Generation von Multi-Cancer Early Detection Tests auf den Markt bringen. Der größte Unterschied zwischen uns und anderen Anbietern ist, dass wir einfach sehr hohe Frühstadien-Erkennungsraten haben”, sagt Strasser. Langfristig will sich Wholomics am Markt als “First Line Diagnostic” platzieren, also als eine erste Reihe an Untersuchungen, die bei Krebsverdacht durchgeführt werden. Diese Tests sollen dann von Versicherern rückerstattet werden. Als potentielle Kunden beschreibt Strasser in den USA zu Beginn unter anderem Ärzte, später auch Krankenkassen, wobei man den Test immer unter ärztlicher Begleitung durchführen muss.

In Zukunft kann es mehrere unterschiedliche Use-Cases für Wholomics geben, wie z. B. einen Stratifizierungstest. Durch diese Tests werden Personen in klare Gruppen eingeteilt. Dadurch kann in der Medizin einer Person die passende Behandlung verschrieben werden. “Im Endeffekt laufen alle diese Use-Cases darauf hinaus, dass eine Blutprobe analysiert wird und wir das molekulare Profil nach Krebs-Signaturen untersuchen”, sagt Strasser.

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