22.12.2015

Neue Strategie bei Stuffle: Das „Google“ für Flohmarkt-Portale

Ein Weihnachten ohne Geschenke? In Österreich passiert dies kaum. Viele Menschen kaufen Geschenke bei Kleinanzeigen-Portalen. Bei der wachsenden Portal-Anzahl will Stuffle nun für Überblick sorgen.
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(c) Stuffle: Das illustre Team des Marktplatzes.

Bei einer Umfrage hat das Online-Anzeigenportal willhaben.at herausgefunden, dass Österreicher zwischen drei und sechs Privatpersonen am Heiligen Abend beschenken. Immerhin noch 18 Prozent gaben an, dass sie sogar für sieben bis zehn Personen ein Geschenk auswählen. Nur jeder Zwanzigste, also 5,4 Prozent, schenkt gar nichts.

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Rund sechs von zehn Österreichern können sich übrigens vorstellen, jene Weihnachtsgeschenke, die doppelt geschenkt wurden, oder die nicht gefallen, online weiterzukaufen. Kein Wunder, kaufen doch immer mehr Menschen auf Online-Marktplätzen ein. Laut einer aktuellen Studie von McKinsey & Company zum Online-Kleinanzeigenmarkt suchen sogar zwei Drittel aller deutschen Kunden inzwischen gebrauchte Produkte auf Online-Marktplätzen.

Und nicht nur die Käuferzahl ist stetig am wachsen, sondern auch die Portale selbst. Willhaben, Shpock oder Ebay Kleinanzeigen sind nur drei der bekanntesten, die sich vor allem in Österreich großer Beliebtheit erfreuen.

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Stuffle zählte bis vor kurzem ebenfalls dazu. Das Startup mit Sitz in Hamburg und Berlin wollte ursprünglich anderen Portalen Konkurrenz machen. Im November letzten Jahren wurde es außerdem vom Berliner Unternehmen ImmobilienScout für einen mittleren Millionenbetrag übernommen. Nun lenkt man aber in eine andere Richtung.

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(c) Stuffle

Neue Strategie bei Stuffle

Bisher war Stuffle selbst als digitaler Marktplatz für Gebrauchtes bekannt, künftig wird man auf dem Portal Kleinanzeigen anderer Portale suchen können. Als Meta-Marktplatz möchte man An-und Verkaufsshops für gebrauchte Gegenstände auflisten.

Stuffle war 2012 die erste Flohmarkt-App auf dem deutschen Markt. Inzwischen gibt es mehrere andere Anbieter ebenfalls – zum Teil gerade im Entstehen. “Dieses Überangebot macht es Usern nicht einfach, den Überblick bei der Vielzahl an Angeboten zu behalten“, so Stuffle-CEO Morten Hartmann in einer Aussendung. „Außerdem ist der Vergleich der verschiedenen Portale sehr zeitintensiv. Deshalb wollen wir mit Stuffle einen neuen Weg einschlagen und ein Portal schaffen, mit dem Nutzer Angebote verschiedener Verkäufer auf einen Blick filtern und gegenüberstellen können – egal wo diese originär eingestellt wurden. Auf diese Weise finden User mehr Angebote als überall sonst”, erklärt er die Umorientierung von Stuffle.

Auf der Internetseite von Stuffle kann man sich also künftig durch die Kleinanzeigen verschiedener Anbieter kämpfen, die nach Produktkategorien gefiltert werden. In Zukunft will Stuffle mit einem Affiliate-Modell arbeiten, das sowohl für übergreifende Marktplätze als auch für Nischen angeboten wird. Ebenfalls wird an einer intensiveren Partnerschaft mit dem Internetportal ImmobilienScout24, gearbeitet.
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Easelink
© Luxshare - (v.l.) Hermann Stockinger, Gründer & CEO Easelink und Harvey Yuan, General Manager Luxshare.

2022 schloss das Grazer Startup Easelink eine 8,3 Millionen Euro schwere Series-A-Finanzierungsrunde ab, der im Oktober 2024 ein 1,5 Mio. Euro-Investment von Verbund X Ventures folgte. Im November 2025 gründete man die Matrix Charging Interest Group (MCIG), eine Branchenkooperation zur Standardisierung der „Matrix Charging Technologie“, die vom österreichischen High-Tech-Unternehmen entwickelt wurde. Dem folgte heuer eine Kooperation mit SEG Automotive – brutkasten berichtete. Nun hat man in China den ersten Technologie-Lizenzpartner gewinnen können.

China gilt als der weltweit größte Markt für Elektromobilität und war für Easelink schon immer von zentraler strategischer Bedeutung – siehe 2018. Für die Industrialisierung und Bereitstellung von Matrix Charging verlangen die spezifischen Anforderungen des chinesischen Automobilmarkts einen Local-for-Local-Ansatz. „Mit Luxshare gewinnt Easelink einen dedizierten Lizenznehmer für China – ein weiterer Schritt in der Strategie, in allen wichtigen Automobilmärkten Lizenz- und Industrialisierungspartner für Matrix Charging aufzubauen“, liest man in der Aussendung. Die Partnerschaft hat bereits zu konkreten Marktaktivitäten geführt: Beide Unternehmen arbeiten an ersten OEM-Projekten (Original Equipment Manufacturer), um die Technologie in künftige Fahrzeugplattformen zu integrieren.

„Wir sehen großes Potenzial in unserer Zusammenarbeit mit Easelink, die es uns ermöglicht, neue Kundensegmente im Bereich der automatisierten Abrechnung zu erschließen. Darüber hinaus sind wir uns der entscheidenden Rolle bewusst, die die Standardisierung neuer Schnittstellen spielt, und setzen uns daher in der ‚Matrix Charging Interest Group‘ für die entsprechenden Standardisierungsbemühungen ein, um Interoperabilität und eine breite Marktakzeptanz sicherzustellen“, sagt Harvey Yuan, General Manager von Luxshare.

„Wachsende Präsenz in China“

Die Zusammenarbeit baut auf Luxshares Erfahrung auf, gemeinsam mit führenden internationalen Technologieunternehmen Produkte zu industrialisieren und „in großem Maßstab“ zu fertigen. Gleichzeitig wird Easelink sein lokales Team in China weiter ausbauen, um die technische und projektbezogene Zusammenarbeit mit Luxshare und chinesischen OEMs eng zu begleiten.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit einem global so bedeutenden Unternehmen wie Luxshare – einem komplementären Partner mit starkem Engineering-Know-how“, sagt Hermann Stockinger, Gründer & CEO Easelink. „Gemeinsam konzentrieren wir uns darauf, Kunden in China vor Ort zu betreuen und Matrix Charging in bestehende Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie zu integrieren. Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein für unsere wachsende Präsenz in China und ein zentraler Baustein unserer Mission, den globalen Industriestandard für automatisiertes Laden zu setzen.“

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