02.08.2016

Studie: 1,8 Millionen Zombies im App-Store

Im iOS App Store sollen nur zehn Prozent aller verfügbaren Apps sichtbar sein - das zeigt eine Studie des Analyseunternehmnes adjust. 1,8 Millionen Apps sind nur schwierig auffindbar. Das führt zu Problemen für Nutzer und App-Entwickler.
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(c) jorgophotograph -fotolia.com: Zombies im App Store gibt es mehr als gedacht.

Zwei Millionen Apps gibt es im iOS-App Store und täglich werden es mehr. Wurden im Jahr 2009 noch 3.000 Apps pro Monat veröffentlicht, sind es heuer bereits mehr als 50.000 pro Monat. Dennoch ist der App Store voller Leichen: Von zwei Millionen verfügbaren Applikationen sind lediglich 200.000 (also nur zehn Prozent) im Store sichtbar. Das zeigt eine Studie des Analytics-Unternehmens adjust. Die 1,8 Millionen unsichtbarer Apps werden darin als Zombies bezeichnet.

Probleme für User und Entwickler

Unsichtbar bedeutet in diesem Zusammenhang, dass neun von zehn Apps nicht gelistet werden, sondern nur über die Suche mit ihrer genauen Bezeichnung auffindbar sind. Mit der Zahl der verfügbaren Apps steigt auch die Zahl der Zombies von 72 Prozent im Jahr 2009 auf 90 Prozent im Jahr 2016. Apps bekannter Anbieter, allen voran Facebook, sind auf den Top-Listen im Store erstgereiht. Weniger bekannte Apps bekommen dagegen kaum Aufmerksamkeit.

Redaktionstipps

Für die Benutzer bedeutet das, dass es immer schwieriger wird, neue Apps zu entdecken, da auf den weltweiten Listen immer die selben Top-Apps auftauchen. Einen noch größeren Nachteil haben App-Entwickler: „Das Wachstum der Zombie App Rate zeigt, wie schwierig es für Developer geworden ist, mit einer App den Durchbruch im App Store zu schaffen. Eine verpasste Gelegenheit – viele der Neuerscheinungen haben Potential, aber schaffen den Sprung nicht, da sie sich teure und komplizierte Marketingkampagnen nicht leisten können“, sagt Christian Henschel, CEO von adjust.

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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