17.02.2023

Studie zeigt: Topverdiener nicht immer am klügsten

Topverdiener müssen nicht immer die klügsten Köpfe sein. Zu dieser Erkenntnis kommt ein schwedisches Forschungsteam in einer Studie.
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100.000 Euro Brutto-Jahresgehalt Prompt Engineer - ChatGPT Top-Verdiener sind nicht immer die klügsten.
(c) fotolia.com - Syda Productions

Intelligenz schlägt sich nicht immer auf dem Gehaltszettel nieder. Zu dieser Erkenntnis ist nun ein Team von schwedischen Soziolog:innen gekommen. In einer groß angelegten Studie analysierten die Wissenschaftler:innen den Zusammenhang von kognitiven Fähigkeiten und beruflichen Erfolg.

In der Langzeitstudie wurden rund 60.000 schwedische Männer zwischen 18 und 19 Jahren auf ihre kognitiven Fähigkeiten getestet. Jahre später wurde die Einkommenssituation der selben Männer im Alter zwischen 35 und 45 untersucht.

Glück und Herkunft als entscheidende Faktoren

Im Jänner 2023 veröffentlichten die Forscher:innen ihre Ergebnisse im Fachmagazin European Sociological Review. Darin heißt es: „Wir haben keine Hinweise darauf gefunden, dass Menschen mit Spitzenjobs, die außerordentlich gut bezahlt werden, intelligenter sind als Menschen, die nur die Hälfte dieses Lohns erhalten“. Topverdiener sind demnach nicht immer automatisch auch klug.

Die Forscher:innen geben zudem darauf eine Antwort, welche Faktoren abseits der Intelligenz entscheidend für einen guten Verdienst sind. So sind vor allem Glück und der soziale Background zentrale Kategorien, die Einfluss darauf haben, ob man zum Topverdiener aufsteigt. „Extremer beruflicher Erfolg ist eher auf familiäre Ressourcen oder Glück als auf Fähigkeiten zurückzuführen“, heißt es in der Studie.

Kritik am Vorgehen der Studie

Ganz unumstritten ist die Studie in der Welt der Wissenschaft jedoch nicht. So haben die Forscher:innen bei der Erhebung der kognitiven Fähigkeiten auf Daten zurückgegriffen, die bei einem Wehrpflicht-Tauglichkeitstest erhoben wurden. Frauen und Personen ohne schwedische Staatsbürgerschaft sind demnach in der Studie nicht berücksichtigt worden.

Die Studie behandelt einige entscheidende Fragen zudem nicht. Fakt ist, dass kognitive Fähigkeiten für gewisse Berufe wichtiger ist als für andere. Unklar ist indes, ob sich die intelligentesten Menschen auch für gut-bezahlte Berufe entscheiden. Die Wissenschaft etwa zählt beispielsweise nicht zu den best-bezahltesten Branchen. Abschließend hielten die Autor:innen fest: „Unsere Ergebnisse werfen daher die Frage auf, inwieweit Spitzenlöhne auf andere, unbeobachtete Dimensionen der Fähigkeit hinweisen“.

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SCCH
© dbrains academy - (vlnr): Leon Hiebl, Romana Pusch, Dominik Pühringer, Markus Manz (SCCH), Patrick Urmann und Notar Rüdiger Kriegleder.

Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) vermeldete vor kurzem, dass es seine Forschung künftig auch über eigene Unternehmensbeteiligungen verwertet – siehe hier. Die im Juli gegründete SCCH Innovations GmbH soll bis 2030 und darüber hinaus rund 30 Unternehmen aufbauen, wie CEO Markus Manz gegenüber brutkasten im September erklärte. Damals war bereits die erste Beteiligung fix: das MLOps-Startup LUML eines SCCH-Mitarbeiters.

SCCH: Tech-Transfer um Weiterbildung erweitern

Nun beteiligt man sich mit zehn Prozent Anteilen an dbrains academy. Mit diesem strategischen Schritt möchte das Forschungszentrum seinen Technologietransfer um Beratung und Weiterbildung erweitern, die dbrains academy erhält indes direkten Zugang zu aktueller KI-Forschung. Das gemeinsame Ziel: Unternehmen sollen KI wirksam im Arbeitsalltag einsetzen. Die Anteile hält die SCCH Innovations GmbH, die Beteiligungsgesellschaft des Forschungszentrums — über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Kooperation besteht schon seit 2025

Das SCCH steuert bei dieser Kooperation wissenschaftliche Expertise in Künstlicher Intelligenz, Data Science und Software Science bei. Die dbrains academy begleitet Unternehmen vom KMU bis zum Konzern in Österreich und Deutschland, von der KI-Strategie über den Kompetenzaufbau bis zur Umsetzung konkreter Anwendungen, in Workshops oder mehrmonatigen Begleitungen. Ein E-Learning soll zudem zeit- und ortsunabhängig KI-Kompetenz gemäß dem EU AI Act vermitteln.

„Technologietransfer endet für uns nicht mit der Entwicklung einer Lösung. Er ist dann erfolgreich, wenn neues Wissen in den Unternehmen ankommt und dort tatsächlich genutzt wird. Die dbrains academy bringt das Know-how mit, Unternehmen strategisch zu begleiten und dieses Wissen praxisnah zu vermitteln. Darin ergänzen wir uns ideal“, erklärt Markus Manz, CEO des SCCH.

Kooperation besteht seit 2025

Das Software Competence Center und dbrains academy arbeiten seit 2025 zusammen. Im gemeinsamen Lehrgang „AI Excellence Program for Pioneers“ bringen sie Forschung und Unternehmenspraxis zusammen, damit Teilnehmende eigene KI-Ideen bis zur Umsetzung führen. Nach dem ersten Durchgang, dem am 25. November 2026 der nächste folgt, entschied man sich für die Beteiligung.

Für das SCCH erreichen Forschungsergebnisse damit nicht mehr nur einzelne Projektpartner, sondern ganze Belegschaften. Zugleich fließen Fragestellungen aus der Praxis in die Forschung zurück. Die dbrains academy bringt neue Erkenntnisse früher in Strategieprojekte und Trainings ein und entwickelt KI-Lösungen gemeinsam mit dem SCCH. Kund:innen erhalten Strategie, Weiterbildung und Umsetzung auf dem aktuellen Stand der Forschung aus einer Hand. Die Geschäftsführung der dbrains academy bleibt unverändert.

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