13.08.2025
HANDELSKONFLIKT

Studie: Wie US-Zölle Österreichs Wirtschaft und Innovationskraft bremsen könnten

Die 15-Prozent-Zölle der USA treffen Österreichs Exportindustrie – von Metall bis Maschinenbau.
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(c) Adobestock

Eine aktuelle Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) und des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) warnt vor deutlichen Wohlstandsverlusten für Österreich und die EU durch die jüngst verhängten US-Zölle. Die USA hatten Anfang August 2025 neue 15-Prozent-Zölle auf eine Reihe von EU-Produkten verhängt.

Laut der Analyse könnte das Bruttoinlandsprodukt der EU dadurch um bis zu 0,67 Prozent sinken. Für Österreich, das stark in europäische Wertschöpfungsketten eingebunden ist und eine exportorientierte Industrie hat, wird ein Rückgang von 0,56 Prozent erwartet. Besonders betroffen sind die Metallindustrie, der Maschinenbau, die Chemie, Elektronik sowie die Transportbranche.

Industrie mit hoher US-Abhängigkeit

In Österreich entfallen über 17 Prozent der Ausfuhren in die USA auf Transportausrüstung, gefolgt von Chemikalien (zehn Prozent) und Metallprodukten (acht Prozent). Diese Sektoren sind tief in globale Lieferketten eingebunden – Zölle entfalten daher weitreichendere Effekte als nur im bilateralen Handel. Auf EU-Ebene zählen Chemikalien, Maschinenbau und Transportausrüstung zu den sensibelsten Branchen.

„Die Handelskonflikte wirken entlang der gesamten Wertschöpfungsketten. Sie schwächen Zulieferer, drücken auf Arbeitsplätze – und können ganze industrielle Ökosysteme bis hin zur Innovationskraft beeinträchtigen“, sagt Asjad Naqvi, Senior Economist am WIFO und ASCII-Forscher.

Gefahr durch Vergeltungszölle

Während in der Politik Vergeltungsmaßnahmen diskutiert werden, warnt die Studie vor möglichen Selbstschäden. Gegenzölle könnten exportabhängige Volkswirtschaften wie Österreich sogar härter treffen als die USA. Stattdessen empfehlen die Autor:innen eine Diversifikation der Handelspartner, Investitionen in resiliente Lieferketten und eine engere EU-Koordination, um asymmetrische Schocks abzufedern.

Fokus auf Resilienz, Innovation und strategische Investitionen

Langfristig brauche es eine klare politische Strategie, um die Abhängigkeit von politisch sensiblen Märkten zu reduzieren und gleichzeitig die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dazu zählen gezielte Förderungen für betroffene Branchen sowie Investitionen in grüne Technologien, digitale Infrastruktur und Pharmazeutika. Auch der Aufbau neuer Handelspartnerschaften außerhalb der transatlantischen Achse wird empfohlen.

„Handelskriege kennen keine Gewinner. Die wirksamsten Strategien sind jene, die Resilienz und Innovationsfähigkeit stärken – nicht Vergeltung“, betont Klaus Friesenbichler, stellvertretender Direktor des ASCII.

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Majourny
© Majourny - Severin Bergsmann und Fabian Pischinger.

Es begann mit einer App, die KI zur automatischen Routenerstellung nutzte. Basierend auf ihren Interessen bekamen Nutzer:innen Empfehlungen für Hotels, Restaurants und Aktivitäten in der ausgewählten Stadt. Die Routen konnten dann in einem Feed geteilt werden, um Vertrauen zu schaffen und die App von rein algorithmischen Planern zu unterscheiden. Das Ziel der beiden Gründer Fabian Pischinger und Severin Bergsmann war es, als B2C-Reiseplaner Endkund:innen zu erreichen. Doch dann sprach man mit den Hotels.

Majourny-Founder: „Haben nicht im Office überlegt“

„Je mehr wir mit Hotels gesprochen haben, desto klarer wurde: Die Gäste sind längst digital, die Betriebe dahinter oft noch nicht. Dort geht jeden Tag enorm viel Zeit für Telefonate, Zettel und Nachfragen verloren“, sagt Pischinger. Also pivotierte man und versteht sich jetzt als B2B-Plattform für Hotels. Das Wissen über die Erwartungen digitaler Gäste nahm das Team mit. „Die Gen Z will ihre Anliegen digital erledigen, zu jeder Uhrzeit. Gleichzeitig hat das Personal schlicht keine Kapazität mehr, alles händisch abzufangen.“

Seit Ende 2025 entsteht die Software direkt im Hotelalltag, gemeinsam mit dem Stift Schlägl und dem Boutiquehotel Königswieserhof im Bezirk Freistadt. Als dritter Pilotbetrieb kamen die ARVE Chalets auf der Turracher Höhe dazu.

„Wir haben nicht im Büro überlegt, was Hotels brauchen könnten. Wir waren im Betrieb und haben gesehen, wo jeden Tag Zeit verloren geht“, ergänzt Pischinger. Unterstützt wird die Entwicklung durch ein FFG-Kleinprojekt, das Projektvolumen beläuft sich auf 150.000 €. Das Ziel des Projektes ist es, Hotels autonomer zu gestalten und Abläufe mittels KI-Agenten zu vereinfachen.

Daten automatisch ins System

Majourny wird an das bestehende Property-Management-System (PMS) des Hotels angebunden. Anreisen, Zimmernummern und Aufenthaltsdaten fließen somit automatisch ins System, eine zusätzliche Insellösung entstehe nicht. Der TeamHub bündelt Aufgaben, Übergaben und Kommunikation zwischen Rezeption, Housekeeping, Haustechnik und Küche. Eine KI-Wissensdatenbank soll auch neuen oder saisonalen Mitarbeiter:innen Antworten zum Haus liefern, und über einen digitalen Concierge erreichen Gäste das Hotel rund um die Uhr.

Zielgruppe sind der Aussendung zufolge Boutiquehotels, inhabergeführte Hotels und Chalets, also Betriebe, in denen wenige Menschen viele Rollen übernehmen und für eine eigene IT-Abteilung kein Platz ist.

Mit Version 1.0 startete im September auch der Vertrieb. Langfristig sollen KI-Agenten einen großen Teil der Back-Office-Arbeit in Hotels selbstständig erledigen. Die Verantwortung bleibe dabei beim Menschen: Entscheidungen über Preise, Kulanz oder Beschwerden treffe weiterhin das Hotel. „Die KI soll niemanden ersetzen“, so die Founder. „Sie soll die Arbeit übernehmen, die keiner gerne macht, damit wieder mehr Zeit für die Gäste bleibt.“

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