07.11.2023

Studie: Jede:r fünfte Arbeitende spürt Burnout-Symptome

Die weltweite Burnout-Lage ist verbesserungswürdig - das meint eine aktuelle Studie des McKinsey Health Institutes. 42 Prozent aller Befragten klagen über körperliche und geistige Erschöpfung. Auch in Österreich stimmen die Zahlen nicht gerade optimistisch.
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Die Welt wird immer hektischer – und das nicht nur privat durch Freizeitstress, sondern vor allem am Arbeitsplatz. Ständige Erreichbarkeit, Vermischung von Freizeit und Arbeitszeit, und die allgemein schlechte wirtschaftliche Situation sind nur ein paar Erklärungsmöglichkeiten. Das spiegelt sich auch in einer aktuellen Studie des McKinsey Health Institute wider: 42 Prozent aller weltweit Befragten klagen über körperliche und geistige Erschöpfung. Mehr als jede:r Fünfte klagt spezifisch über Burnout-Symptome wie Dauermüdigkeit, Konzentrationsstörungen oder eine starke Ablehnung gegenüber der eigenen beruflichen Tätigkeit.

Die in der Studie angeführten Hauptgründe für solche Symptome sind eine toxische Arbeitsumgebung und ein unklares Rollenverständnis – wer also nicht sicher weiß, ob er/sie genug tut, oder was genau verlangt wird, leidet unter Umständen darunter. Völlig gesund hingegen fühlen sich nur 57% der Befragten. Wichtige Faktoren für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz seien laut der Studie die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeiten, eine sichere und vertrauensvolle Arbeitsumgebung sowie Flexibilität.

Nur gut die Hälfte der Österreicher:innen nicht betroffen

Ein Blick nach Österreich: 2017 veröffentlichte das damals noch als BMASK bekannte Arbeits- und Sozialministerium eine Studie, wonach nur 52 Prozent der österreichischen Arbeitenden nicht von Burnout oder „regulärer“ Depression betroffen waren. 19 Prozent der Befragten befanden sich im initialen „Problemstadium“, 17 Prozent bereits im fortgeschrittenen „Übergangsstadium“, und acht Prozent im letzten „Erkrankungsstadium“.

Vier Prozent der Teilnehmer:innen galten als „rein depressiv“ außerhalb des Burnout-Spektrums. Seit der Veröffentlichung der Studie hat sich aber weltwirtschaftlich Einiges getan: Pandemie, Ukrainekrieg und Energiekrise. Es ist daher zu mutmaßen, dass sich diese Zahlen seither wohl kaum verbessert haben dürften – im Gegenteil.

Stresslösung Homeoffice?

Ein Lichtblick der letzten Jahre: Die pandemiebedingte Forcierung des Homeoffice. Auch wenn sich der Anteil des Homeoffice seit Auslaufen der Pandemie wieder reduziert hat – das Thema der flexiblen Örtlichkeiten bleibt erhalten. Gut so, denn: Ortsunabhängig zu arbeiten kann, sofern es erwünscht ist, den Stress reduzieren.

Das spiegelt sich auch in der McKinsey-Studie wider: So verspüren über ein Drittel der Beschäftigten, die vollständig in Präsenz arbeiten, aber gern ortsunabhängig arbeiten würden, Burnout-Symptome. Bei denjenigen, die an ihrem bevorzugten Arbeitsort tätig sind, ist dies dagegen nur etwa jede:r Fünfte.

„Künftig muss der Fokus noch stärker auf der Gesundheit liegen“

„Unternehmen haben in den vergangenen Jahren viel getan, um Burnout-Symptome vorzubeugen und sie abzuschwächen, insbesondere seit der Pandemie“, sagt Ulrike Deetjen, Partnerin bei McKinsey und verantwortlich für die Arbeit des McKinsey Health Institutes in Deutschland. „Künftig muss der Fokus aber noch stärker auf der Gesundheit insgesamt liegen. Gesunde Mitarbeitende sind tendenziell effizienter, bringen innovativere Ideen ein und tragen maßgeblich zur Kundenzufriedenheit bei.“

Für die McKinsey-Studie wurden über 30.000 Beschäftigte aus 30 Ländern befragt, darunter auch europäische Länder wie Deutschland, Frankreich oder die Schweiz befragt. Das McKinsey Health Institute (MHI) ist eine Forschungseinrichtung der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

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Playmobil baut Rechenzentrum: Anthropic muss weichen

Die Horst Brandstätter Group baut ihr ehemaliges Playmobil-Werk in Dietenhofen zu einem Rechenzentrum um. Anthropic wollte ein solches nur wenige Kilometer entfernt zusammen mit der Gemeinde Neuhof an der Zenn errichten. Das gemeinsame Projekt wurde nun gestoppt, denn eine Zusage für den Netzanschluss blieb aus.
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Das Playmobil-Werk in Dietenhofen © Horst Brandstätter Group

Dass sich europäische Firmen gegen Anthropic im IT-Sektor behaupten können, hätte wohl niemand gedacht. In Bayern zieht der KI-Gigant gegen Playmobil nun den Kürzeren. Die Horst Brandstätter Group, zu der Playmobil gehört, baut nämlich ihre einstige Produktionsstätte in Dietenhofen zu einem Rechenzentrum um. Im wenige Kilometer entfernten Hirschneuses wird dafür das geplante Rechenzentrum der Gemeinde Neuhof an der Zenn und Anthropic auf Eis gelegt.

Keine Zusage für Netzanschluss

Das Problem: Man wird nicht an das Stromnetz angeschlossen. „Die N-ergie hat die derzeit verfügbaren Netzkapazitäten zunächst für ein weiteres geplantes Rechenzentrumsprojekt der Firma geobra Brandstätter im Raum Dietenhofen reserviert. Damit fehlt dem Projekt in Hirschneuses gegenwärtig die notwendige Planungssicherheit“, erklärt Claudia Wust, Bürgermeisterin von Neuhof an der Zenn, gegenüber dem BR. Sie wünsche sich eine Aufteilung der vorhandenen Netzkapazitäten auf beide Rechenzentren. Brutkasten fragte bei Wust zur aktuellen Situation nach, eine Antwort steht noch aus.

Warum fiel die Wahl auf die Horst Brandstätter Group?

Gegenüber brutkasten antwortet N-ergie, dass man sich zu konkreten Bauprojekten und dem aktuellen Stand von Netzanschlussfragen nicht äußere. Der Energieversorger betont aber, dass diese Anfragen nach den gesetzlichen Vorgaben bearbeitet werden.

N-ergie erklärt: „In unserem Netzgebiet liegen aktuell mehrere Anschlussanfragen für Rechenzentren vor – zusammengenommen beanspruchen diese Projekte eine Leistung, die in etwa zweimal dem gewöhnlichen Leistungsbedarf der Stadt Nürnberg entspricht.“

Im Fokus sei immer die allgemeine Versorgungssicherheit. Durch derart große Projekte müsse das Stromnetz häufig ausgebaut werden, etwa in Form von neuen oder verstärkten Leitungen.

Playmobil „versperrt niemandem den Weg“

Auf ihrer Webseite reagiert die Horst Brandstätter Group: „Gelegentlich ist zu lesen, ein Rechenzentrum in Dietenhofen stehe anderen Vorhaben im Weg. Diese Lesart nehmen wir mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Ein Campus, der von Anfang an auf viele Partner ausgelegt ist, versperrt niemandem den Weg, er öffnet ihn.“ Playmobil habe sich nie gegen ein anderes Vorhaben ausgesprochen und begrüße jede Investition, die Mittelfranken als Standort für digitale Infrastruktur stärke.

Horst Brandstätter Group: Ein Unternehmen am Rande der Existenzkrise

Der Bau des Rechenzentrums ist für die Horst Brandstätter Group wohl ein weiterer Schritt, um sich aus der wirtschaftlichen Krise zu befreien. Im Geschäftsjahr 2024/25 ging ihr Umsatz laut Konzernabschluss um fast neun Prozent auf 409 Millionen Euro zurück. Der Konzernverlust betrug 115 Millionen Euro. Die Horst Brandstätter Group betreibt die Zweige Lechuza, die Playmobil-FunParks und eben Playmobil. Seit diesem Jahr gibt es in Deutschland keine Produktionsstätte der kleinen Plastikmännchen mehr. Dietenhofen wurde im Juni geschlossen. Die Produktion finde laut FAZ somit nur mehr in Tschechien und Malta statt.

Playmobil digital

Der neueste Zweig des Unternehmens ist Playmobil digital. Das Rechenzentrum richtet sich an Unternehmen aus der Region, klassische Rechenzentrumsbetreiber und internationale Hyperscaler. Playmobil digital sei für alle offen, die Rechenkapazität suchen, „ob im großen Maßstab oder für den eigenen Betrieb“. Gespräche mit internationalen Interessenten würden bereits laufen. Auch Startups erwähnt das Unternehmen als mögliche Kunden.

Man möchte mit Playmobil digital auf die wachsenden Anforderungen durch künstliche Intelligenz und High-Density-Computing reagieren. Die Horst Brandstätter Group werde in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in den Aufbau des Campus investieren. Auf dem Areal besteht bereits eine 110-kV-Netzanbindung. Ein 100-Megawatt-Strompfad sei vorgesehen und der Standort sei für Ausbaustufen darüber hinaus ausgelegt.

„Eine der wichtigsten Infrastrukturen der digitalen Zukunft“

„Wo über Jahrzehnte Playmobil produziert wurde, wollen wir künftig eine der wichtigsten Infrastrukturen der digitalen Zukunft ermöglichen. Wir transformieren ein bestehendes Industrieareal, statt neue Flächen auf der grünen Wiese zu erschließen. Dietenhofen kann damit zu einem bedeutenden Standort für KI, Digitalisierung und digitale Souveränität in Deutschland werden“, sagt Matthias Fauser, Vorstand der Horst Brandstätter Group.

René Feser, ebenfalls Vorstandsmitglied, ergänzt: „Mit dem Aufbau des Campus setzt die Stiftung ein klares Bekenntnis zu Dietenhofen und Bayern als Innovationsstandort.“

Die Nutzungsmodelle

Der Campus setzt auf vier unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Unter dem Modell „Land & Power“ kann ein Betreiber ein erschlossenes Baufeld mit Stromanschluss pachten und dort ein Rechenzentrum selbst errichten. „Powered Shell und Private Suite“ nennt sich jenes Modell, bei dem Playmobil das Gebäude zur Verfügung stellt und der Partner nur mehr die Rechentechnik einbringen muss. Energie, Kühlung und Sicherheit würden bereitgestellt werden. Unter dem Begriff „Colocation“ bietet Playmobil betriebsfertige Rechenzentrumsflächen an. Als „Sorglospaket“ kann wohl jenes Modell bezeichnet werden, bei dem Kunden fertige Rechenleistung erhalten, ohne eigene Hardware anschaffen zu müssen.  

Eigentümer und Betreiber ist die Horst Brandstätter Group. „Wer seine Daten in Deutschland und außerhalb der Reichweite außereuropäischer Zugriffsrechte wissen will, findet in Dietenhofen einen souveränen Standort“, heißt es von der Gruppe.

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