13.03.2019

Cyber Security: „Sicherheitschere zwischen großen Unternehmen und KMU“

Das Forschungsinstitut SORA hat im Auftrag von Deloitte insgesamt 517 IT-Entscheider in österreichischen Unternehmen zum Thema Daten- und Informationssicherheit befragt. Das Ergebnis lässt eine Sicherheitsschere zwischen Großunternehmen und KMU erkennen.
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Cyber Security Report
(c) fotolia / Artem

In Österreichs Unternehmen – insbesondere bei KMU – herrscht in puncto IT-Sicherheit noch einiger Aufholbedarf – das ist zumindest das Ergebnis des aktuellen Cyber Security Reports der Unternehmensberatung Deloitte. Für den Report hat Deloitte gemeinsam mit dem Forschungsinstitut SORA zum Jahreswechsel „IT-Entscheider“ aus insgesamt 517 österreichischen Unternehmen interviewt.

+++techbold: “Die IT-Sicherheit bei KMU ist deutlich zurückgegangen” +++

Die Studienergebnisse lassen laut deren Autoren eine „deutliche Sicherheitsschere zwischen Großunternehmen und KMU“ erkennen. Während sich rund ein Viertel der KMU erst nach einem Vorfall verstärkt mit dem Thema IT-Sicherheit auseinandersetzt, ergreifen rund 90 Prozent der großen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern schon präventive Maßnahmen.

„Bei Unternehmen, die im Bereich Cyber Security schlecht aufgestellt sind, hat das Thema meist eine niedrigere Priorität und das Unsicherheitsgefühl nimmt zu. In erster Linie sind kleinere, ressourcenschwache Betriebe betroffen“, erklärt Alexander Ruzicka, Partner bei Deloitte Österreich.

Geringes Sicherheitsgefühl

Laut Deloitte ist in österreichischen Betrieben eine Überforderung bei Sicherheitsthemen feststellbar. Dies spiegle sich auch im Sicherheitsgefühl wider: So gab lediglich jeder zehnte der befragten „IT-Entscheider“ an, dass sich sein Unternehmen in Sachen Cyber Security vollständig sicher fühle. Zudem wären die meisten Unternehmen bereits mit einem Störfall konfrontiert gewesen. „Nur 13 Prozent aller Studienteilnehmer haben bisher noch keinen Störfall erlebt“, betont Ruzicka.

Nutzung privater Geräte als Sicherheitslücke

Außerdem herrscht laut dem Cyber Security Report in den meisten Unternehmen ein leichtfertiger Umgang mit dem Einsatz von privaten Endgeräten vor. Laut dem Cyber Security Report würden bei 31 Prozent der Unternehmen die Mitarbeiter für berufliche Zwecke auf ihre eigenen privaten Smartphones, Laptops oder Tablets zurückgreifen.

Gilbert Wondracek, Senior Manager bei Deloitte Österreich, sieht darin eine nicht zu unterschätzende Sicherheitslücke: „Von der Nutzung privater Geräte im beruflichen Kontext ist auf jeden Fall abzuraten. Zum einen wird Identitätsdiebstahl und das Einschleppen von Schadsoftware dadurch begünstigt. Zum anderen gewöhnt man sich an den leichtfertigen Umgang mit sensiblen Informationen.“

Racheaktionen von Ex-Kollegen

Einiges an Gefahrenpotenzial finde sich zudem im Unternehmen selbst – auch durch eigene Mitarbeiter und Ex-Kollegen. „Wir beobachten deutlich häufiger Informationsmitnahmen durch Mitarbeiter oder Racheaktionen von ehemaligen Kollegen“, so Wondracek.

Von Unternehmen würde dieses Problem laut dem Report deutlich unterschätzt. So werden ehemalige Mitarbeiter hingegen lediglich von elf Prozent als Gefahrenquelle gesehen. Im diesem Zusammenhang erläutert Wondracek: „An dieser Stelle deckt sich das Studienergebnis nicht mit unserer Beratungspraxis.“


=> zum Report

Videoarchiv: Live vom Roundtable Cyber Security mit der brutkasten und A1

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Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

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