27.09.2019

Exit im Gaming-Business: Logitech kauft Streamlabs für 89 Millionen Dollar

Für 89 Millionen Dollar in Cash und optional 29 Millionen Dollar in Aktien übernimmt Logitech die Software Streamlabs, die von Gamern genutzt wird, um Spiele auf Plattformen wie YouTube und Twitch zu übertagen.
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(C) DVS Gaming

Logitech hat angekündigt, Streamlabs – das Unternehmen hinter der gleichnamigen Streaming-Software – zu kaufen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 89 Millionen Dollar (81,6 Millionen Euro) in Cash. Hinzu kommen mögliche 29 Millionen Dollar (26,6 Millionen Euro), wenn gewisse Umsatzziele erreicht werden.

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Der Deal passt inhaltlich perfekt, zumal Logitech bereits diverse Peripherie für Gamer im Produktportfolio hat. Streamlabs wiederum ist eine Software, die für das Streamen von Games genutzt wird. Laut Website des Unternehmens wird Streamlabs von 70 Prozent aller Twitch-User verwendet, mit Hilfe des Tools sollen bisher 450 Millionen Dollar an die Streamer ausbezahlt worden sein. Über eine mobile App ist es auch möglich, Handyspiele auf Plattformen wie YouTube und Twitch zu streamen – inklusive diverser Overlays, wie etwa einer Chatbox und einem Donation-Alert.

Streamlabs-Konkurrenz: OBS und Twitch Studio

„Wir sind Fans von Streamlabs und deren Software, seit wir vor über zwei Jahren eine Partnerschaft mit ihnen eingegangen sind“, sagt Ujesh Desai, Geschäftsführer und Vice President von Logitech G: „Ihre branchenführende Software ergänzt unser bestehendes Spieleportfolio. Und wir glauben, dass wir gemeinsam noch mehr erreichen können.“ Logitech erwartet laut Presseaussendung nicht, dass die Akquisition sich maßgeblich auf das Finanzjahr 2020 auswirken wird.

Als stärkste Konkurrenz zu Streamlabs gilt die Open-Source-Software OBS (Open Broadcaster Software). Streamlabs baut auf OBS auf, bietet laut einem Bericht von The Verge jedoch deutlich mehr Funktionen. Vergangenen Monat veröffentlichte Twitch außerdem seine eigene Broadcasting-Software, Twitch Studio, die vor allem unerfahrene User schnell ins das Streaming-Geschäft bringen soll.

Video: Recht und Steuern bei E-Sports


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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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