21.02.2023

Strabag: Baukonzern nutzt künstliche Intelligenz von OpenAI auf Baustellen

Der österreichische Baukonzern hat gemeinsam mit Microsoft einen Data Science Hub aufgebaut - und nutzt auch Technologie des ChatGPT-Unternehmens OpenAI, um zu prognostizieren, ob das Wetter den Einsatz von Kränen auf Baustellen verhindert.
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Strabag-Mitarbeiter auf eine Baustelle
Foto: Strabag

Mit seinem Chatbot ChatGPT hat das US-Startup OpenAI in den vergangenen Monaten für Aufsehen gesorgt – und auch einen neuerlichen Hype rund um künstliche Intelligenz (KI) entfacht. Immer wieder wird dabei auch diskutiert, welche Branchen KI grundlegend verändert wird.

Eine davon könnte die Baubranche sein – zumindest scheint der österreichische Baukonzern Strabag dieser Meinung zu sein. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Softwarekonzern Microsoft einen Data Science Hub aufgebaut. Dabei setzt es auch auf Technologie von OpenAI.

KI-Einsatz im Risikomanagement

Microsoft und OpenAI kooperieren bereits seit mehreren Jahren – und OpenAI-Technologie ist auch in Microsofts Cloud-Angebot Azure integriert. Die Strabag nutzt diese unter anderem im Risikomanagement: „Indem wir Daten und KI nutzen, um festzustellen, welche Projekte für uns ein potenzielles Risiko darstellen, können wir dem Unternehmen viel Geld und Zeit sparen“, sagt Marco Xaver Bornschlegl, Head of Innovation and Digitalisation bei Strabag. Dabei werden die Auswirkungen eines Projekts bereits im Frühstadium abgeschätzt – und zwar, in dem es mit bereits umgesetzten Projekten verglichen wird. „Mit nur drei Monaten an Daten kann dieser Algorithmus das Risiko mit einer Genauigkeit von 80 Prozent vorhersagen.“

KI prognostiziert, ob Wetter Kran-Einsatz verhindert

Die Lösung wird auch dazu eingesetzt, um den Einsatz von Kränen auf Baustellen zu planen: „Mit dieser Lösung, die über Azure OpenAI zur Verfügung gestellt wird, wissen wir, ob das Wetter uns davon abhalten wird, dass wir einen Kran vor Ort einsetzen“, erläutert Bornschlegl weiter.

„Außerdem weiß unsere Immobilienentwicklungsabteilung mithilfe von Generative Design mit wenigen Klicks, wie viel Bruttogeschossfläche sie auf einem Grundstück maximal entwickeln kann“. Bei Projekten mit einem Volumen von zwei Millionen Euro und einer Gewinnspanne von vier bis fünf Prozent seien solche Informationen unerlässlich.

Wie berichtet, hatte Microsoft Anfang des Jahres kommuniziert, dass es eine über mehrere Jahre und mehrere Milliarden US-Dollar laufendes Investment mit OpenAI vereinbart hat. Die beiden Unternehmen arbeiten seit 2019 zusammen. Damals hatte Microsoft rund eine Mrd. Dollar in OpenAI investiert. Die KI-Modelle von OpenAI laufen exklusiv auf Microsofts Clouddienst Azure.

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Die Adspresso-Geschäftsführer (v.r.) Daniel Muftić und Marcus Schnellinger © Adspresso

Rund 30 Stunden aktive Arbeitszeit fallen laut Adspresso bei der Besetzung einer offenen Stelle an. Diesen Aufwand will das Welser Startup auf unter eineinhalb Stunden senken, also um 95 Prozent. Erreichen wollen die Gründer Daniel Muftić und Marcus Schnellinger das mit TalentBlend, einer KI-Plattform für die Fachkräftegewinnung. Ein erstes Modul ist nun als Prototyp bei einem Testkunden im Einsatz.

Vom Agenturgeschäft zur Software

Hinter TalentBlend steht ein Verfahren, das Adspresso bisher als Agenturleistung manuell umsetzt. Unternehmen werben dabei Fachkräfte über Active Sourcing, Werbeanzeigen auf Meta, TikTok, Google und LinkedIn sowie ein kurzes Bewerbungs-Quiz an. Telefonisch werden die Kandidat:innen anschließend vorqualifiziert. Angesprochen werden sollen vor allem wechselbereite Fachkräfte, die nicht aktiv auf Jobbörsen suchen. Als Zielgruppe nennt Adspresso Industrie und Mittelstand. Ihr Know-how bringen Muftić und Schnellinger aus früheren Marketing- und Recruiting-Jobs bei Resch&Frisch und BRP-Rotax mit.

Ein Modul live, zwei in Entwicklung

Die Software besteht aus drei Bausteinen. Am weitesten ist die sogenannte „Creative Engine“. Sie soll aus der Stellenausschreibung sowie Foto- und Videomaterial des Betriebs automatisiert die Werbemittel einer Kampagne erstellen, inklusive CI-Vorgaben und arbeitsrechtlichen Anforderungen. „Was früher Tage an Abstimmung und Gestaltung gebraucht hat, entsteht heute aus Stellenausschreibung und Bildmaterial in einem automatisierten Ablauf“, sagt Schnellinger. Beim Testkunden, einem Industriebetrieb, verkürzt sich die Kampagnenerstellung laut Adspresso bisher um rund 40 Prozent.

Ein zweites Modul, eine Voice AI, soll innerhalb einer Minute nach Bewerbungseingang ein strukturiertes Erstgespräch führen. Fragen zu Alter, Herkunft oder Gesundheit sollen dabei technisch ausgeschlossen sein. Ein erster Prototyp konnte die Vorqualifizierung laut dem Unternehmen jedoch noch nicht verlässlich übernehmen. „Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir noch einmal in die Grundlagenarbeit gehen müssen“, so Schnellinger. Ebenfalls in Entwicklung ist ein Dashboard, das Kandidat:innen nach Qualifikation aufbereiten soll.

Niedriger sechsstelliger Betrag gesucht

Finanziert wurden die bisherigen Prototypen aus dem laufenden Agenturgeschäft. Dessen Monatsumsatz liegt laut Adspresso bei rund 25.000 Euro. Für die weitere Entwicklung, insbesondere der Voice AI, benötigt das Startup nun zusätzliche Mittel. Kalkuliert wird mit einer niedrigen sechsstelligen Summe, Gespräche mit Förderstellen und Kapitalgebern laufen nach Angaben der Gründer bereits. Langfristig soll TalentBlend zu einem eigenständigen SaaS-Produkt werden, das Betriebe selbst bedienen können. Einen Termin für den Marktstart nennt Adspresso noch nicht, dieser hänge vom Verlauf der Finanzierung ab.

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