01.07.2025
VERSAND

Storebox steigt in B2B-Paketversand ein – mit dem Ziel Umsatzverdoppelung

Das Wiener Scaleup Storebox entwickelte ein neues Angebot und macht damit Kurier- und Postservices Konkurrenz. Im Video-Talk mit brutkasten erklärt Gründer und CEO Johannes Braith die neuen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung, verspricht eine drastische Kostensenkung für Kunden und plant damit den eigenen Umsatz zu verdoppeln.
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Storebox, Post, DPD, GLS, DHL, Paket versenden
© brutkasten - Johannes Braith von Storebox.

Storebox wurde jüngst im März 2025 von der Financial Times als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas für 2025 genannt – brutkasten berichtete. Wie Gründer und CEO Johannes Braith im Video-Talk erzählt, setzt das Wiener Scaleup nun den nächsten Schritt in Richtung Wachstum. Und macht damit Versanddienstleistern Konkurrenz.

Storebox mit Collect Hub

„Wir haben die letzten zehn Jahre daran gearbeitet, über 370 Filialen in sechs Ländern aufzubauen. Damit sind wir Marktführer bei urbaner Mikro-Logistik. Nur die österreichische Post mit 400 Filialen und die deutsche Post liegen in Österreich knapp davor“, sagt der Founder.

Jetzt möchte Storebox es KMUs und Online-Händlern ermöglichen, über ihre Infrastruktur Pakete zu versenden. Als E-Commerce-Betreiber könne man nun Versandbares direkt in die nächste Storebox bringen, anstatt teure Kurierdienstleister zu beauftragen. „Am nächsten Tag sind sie in ganz Europa zugestellt. Wer nämlich heute B2B versenden will, muss sich entscheiden: teuer oder kompliziert. Storebox beendet dieses Dilemma – mit CollectHub Drop-off. Das neue Versandprodukt richtet sich an alle Unternehmen, die flexibel, schnell und ohne eigene Logistikstruktur versenden wollen. Damit schaffen wir eine echte Alternative zu den herkömmlichen Anbietern wie zum Beispiel der Post oder GLS“, erklärt Braith.

Der Gründer weiß, dass Logistik von der Optimierung von Güterströmen lebt. Storebox bündelt daher viele Pakete an einem Punkt, was zu großen Kostenvorteilen führen soll. Zudem funktioniere Logistik wie ein Spotmarkt: „Wir kaufen Kapazitäten bei Kurierdienstleistern ein, sehen uns genau an, welche Destinationen zu welchen Kunden passen und analysieren mit ihnen die Sendungsstruktur, um dann größere Kapazitäten einzukaufen, als es kleine Online-Shops machen könnten“, präzisiert Braith, der für seine Kunden von einer Kostenersparnis von 50 Prozent ausgeht. Und diese im Talk auch verspricht. Die Transportabwicklung erfolgt über professionelle Partner:innen, wie u.a. DHL, UPS oder FedEx.

Last- und First Mile

Das neue Storebox-Angebot richtet sich an Businesskunden. Jene können an Endkund:innen versenden oder auch an andere Unternehmen. „Jeder Online-Shop, jeder Händler kann bei uns Pakete aufgeben. Bringst du sie selbst in die Storebox, wird das Service-Offering günstiger“, sagt Braith. Alternativ kann man sich die Pakete auch vom eigenen Shop abholen lassen. „Auch das machen wir. Versendest du es von der Storebox zur Haustüre des Kunden, ist das möglich. Versendest du es von der Storebox, allerdings nicht zur Haustüre, sondern in die Storebox in einem anderen Land oder in einer anderen Stadt, wird das Service-Offering nochmal günstiger.“

Mit diesem „Collect Hub-Ansatz“ hat das Scaleup nun konkret zwei Möglichkeiten, die Kosten der Last- und der First-Mile zu reduzieren, um die Effizienz zu steigern. Und möchte damit den eigenen Umsatz verdoppeln.

„Wir sehen dieses Netzwerk, das wir mittlerweile haben, als sehr mächtig an. Allerdings ist ein Netzwerk nur tatsächlich mächtig, wenn du die einzelnen Punkte miteinander verbindest, sodass es wirklich ein System wird. Das hatten wir auch in den letzten zehn Jahren vor. Jetzt gehen wir als holistischer Logistik-Dienstleister tatsächlich den nächsten Schritt und steigen in den Transport mit ein“, so Braith weiter.

Storebox plant Umsatzverdoppelung

Mit diesem Service und bestehenden 1.800 B2B-Kunden startet Storebox sein Ziel der Umsatzverdoppelung in Österreich und auch aus Deutschland heraus. Zu den weiteren Kernmärkten gehören die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Schweiz.

„Wir müssen dafür jetzt nicht unsere Storebox-Standorte signifikant erweitern oder in neue Länder gehen, weil wir aus diesen bestehenden sechs Märkten mehr oder weniger in alle Länder versenden können. Das heißt, die Endkund:innen, die dürfen und können und sollen überall auf der Welt sitzen, die Versender in der Regel in der Nähe unserer Standorte“, erklärt Braith. Mit dieser großen Plattform sei es nun möglich, Richtung Endkunden zu skalieren, ohne das Standortnetzwerk zu erweitern.

„Jedoch ist an der einen oder anderen Ecke sicher noch Platz. Wir probieren jetzt dieses Service aus und testen. Das ist Startup“, so der Founder. „Wenn dieses Service so angenommen wird, wie wir uns das vorstellen, kann es durchaus sein, dass wir auch in Österreich, speziell in Wien, deutlich nachverdichten.“

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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