10.03.2023

Medikamente in 60 Minuten: Pluz Care kooperiert mit Storebox in Wien & Graz

Das österreichische Startup Pluz Care hat im Frühjahr 2022 begonnen, Arzneimittel und Apothekenprodukte in Wien innerhalb von 60 Minuten an Kund:innen zuzustellen. Nun ging das Startup eine Partnerschaft mit Storebox ein und bietet seinen Service mittlerweile auch in Graz an.
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PluzCare
(c) PluzCare

Rezeptfreie Medikamente innerhalb von 60 Minuten nach Hause geliefert, das ist das Versprechen des Wiener Startups Pluz Care. Das Startup ist seit 2022 in Wien vertreten und bietet seinen Service mittlerweile auch in Graz an. Die Lieferung erfolgt laut dem Unternehmen „CO2-neutral“ mittels Fahrradbot:innen. Derzeit umfasst das Sortiment 1.500 Medikamente, Pflegeprodukte aber Nahrungsergänzungsmittel, die von lokalen Apotheken abgeholt werden. Als Zielgruppe nennt das Startup Menschen, die selbst aufgrund von Krankheit oder Immobilität nicht die eigene Wohnung oder das eigene Haus verlassen können.

Storebox wickelt Logistik im Hintergrund ab

Im Bereich der Lieferung kooperiert Pluz Care nun mit dem Wiener Logistik-Scaleup Storebox, wie beide Unternehmen am Donnerstag bekannt gaben. Storebox wickelt dabei den gesamten Logistik-Prozess im Hintergrund ab. So übernimmt Storebox die Koordination der Bot:innen und die Abholung bei den Partnerapotheken. Über eine eigene digitale Schnittstelle wird der Zustellprozess zudem trackbar, wodurch Kund:innen Statusmeldungen zu den Bestellungen abrufen können.

„Gemeinsam mit Pluz Care setzen wir auf die emissionsfreie Zustellung durch Fahrradkuriere. So sparen wir CO2 ein und bieten Kund:innen gleichzeitig einen attraktiven Service“, so Janine Printschler, Key Account Managerin bei Storebox. In Wien und Graz kooperiert Storebox hierfür im B2B-Bereich mit Zustellpartnern wie beispielsweise lokalen Fahrrad-Kurier-Firmen.

Partnerschaften im Bereich Click & Collect

Neben Pluz Care kooperiert Storebox mittlerweile mit zahlreichen Partnern im Click & Collect Bereich. Dazu zählt neben dem digitalen Bauernmarkt markta auch das österreichischen Kfz-Zubehör- und Werkstättenunternehmen Forstinger. Noch in diesem Jahr wird Storebox an über 20 Forstinger-Standorten in Österreich Selfstorage-Lagerflächen und Paketwände errichten. Durch die Paketwände wird den Kund:innen von Forstinger ein 24/7 Click & Collect angeboten.

2022 konnte das Scalelup 56 neue Standorte in sechs europäischen Ländern eröffnen. Anfang Dezember 2022 gab das Startup die Eröffnung des 200. Standortes bekannt. 2021 sorgte das Scaleup mit einer Finanzierungsrunde in Höhe von 52 Millionen Euro für Aufsehen.


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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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