23.02.2023

Storebox: Scaleup baut gemeinsam mit Forstinger sein Logistik-Netzwerk aus

Auf insgesamt 20 Forstinger-Standorten in Österreich sollen künftig Selfstorage-Lagerflächen und Paketwände entstehen.
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Johannes Braith
Geschäftsführer Forstinger Österreich, Oliver Sacher, und Storebox Gründer & CEO Johannes Braith

Ende letzten Jahres eröffnete Storebox seinen 200. Standort. Mittlerweile ist das Scaleup aus Wien mit seiner Selfstorage-Lösung in sechs Ländern in Europa vertreten. Für das Wachstum setzt das Unternehmen neben seinem Franchise-System auch auf Partnerschaften mit Händler:innen. Mit dem österreichischen Kfz-Zubehör- und Werkstättenunternehmen Forstinger kommt nun ein neuer Partner hinzu, über den das Logistik-Netzwerk ausgebaut wird.

Erster Standort eröffnete in Wien

Konkret wird Storebox an über 20 Forstinger-Standorten in Österreich Selfstorage-Lagerflächen und Paketwände errichten. Die erste Filiale wurde bereits diese Woche in der Pragerstraße im 21. Bezirk in Wien eröffnet. Die Selfstorage-Fläche am Standort beläuft sich auf 377 Quadratmeter und bietet insgesamt 77 Lagerabteile. Zudem wurde auch eine Storebox-Paketwand errichtet, die Abholmöglichkeiten für E-Commerce-Bestellungen sowie Click & Collect bietet.

Der neue Standort | (c) Forstinger

„Einerseits bringt die Kooperation eine Frequenzsteigerung, denn Forstinger und Storebox sind attraktive Partner für B2B und B2C Kunden. Durch die Paketwände können wir Click & Collect auch 24/7 für unsere Kund:innen anbieten. Andererseits erhöht sich durch die Flächenoptimierung auch die Wirtschaftlichkeit unserer Standorte“, so Oliver Sacher, Geschäftsführer von Forstinger.

Forstinger selbst verfügt derzeit in Österreich über 87 Standorte, an denen 86 Fachwerkstätten angeschlossen sind. Der Jahresumsatz beträgt laut Angaben des Unternehmens über 100 Millionen Euro. Mit seinen 680 Mitarbeiter:innen zählt das Unternehmen somit zu den führenden Anbietern für Autozubehör, Reifen und Ersatzteile.

Weitere Kooperationspartner von Storebox

Neben Forstinger zählt Storebox mittlerweile zahlreiche Partner im Bereich Click & Collect. Erst Anfang des Jahres gab das Scaleup eine Partnerschaft mit dem digitalen Bauernmarkt markta bekannt. Über die Microhubs des Logistik-Scaleups erhalten Kund:innen von markta einen 24/7 Zugriff auf ihre bestellte Waren. Ein weiterer Kooperationspartner ist auch Ikea. Seit Sommer 2021 können Kund:innen der schwedischen Möbelkette Produkte online bestellen und in eine nahe gelegene Storebox in Wien zustellen lassen.


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Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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