30.07.2019

Storebox: Erster Franchise-Standort und große Pläne in der Schweiz

Diesen Sommer wird in Basel der erste Schweizer Franchise-Standort des Wiener Self-Storage-Startups Storebox eröffnet. Die Gründer sehen im Nachbarland besonders großes Potenzial.
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Storebox: Start in der Schweiz - erster Franchise-Standort in Basel
(c) Storebox: Das Team

0,01 Quadratmeter Self-Storage-Fläche gebe es in der Schweiz momentan pro Einwohner. Das sei um die Hälfte weniger als im EU-Schnitt. In den USA sei es hingegen mit rund einem Quadratmeter die hundertfache Fläche pro Kopf, führt das Wiener Startup Storebox in einer Aussendung aus. Entsprechend groß beurteilt man das Potenzial für das eigne Business im Nachbarland. „Die Schweiz ist aus vielen Gründen unsere nächste Station in der Expansionsplanung“, sagt Co-Founder und CEO Johannes Braith.

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Erster Franchise-Standort und Schweizer Büro

Der erste Schweizer Standort im inzwischen bewährten Franchise-Modell wird in Basel noch diesen Sommer eröffnet. „Noch nie sind wir in ein neues Land mit einem Franchise-Partner gestartet“, sagt Braith. Auch ein Büro hat das Wiener Startup bereits eingerichtet. Das Schweizer Office liegt in Kreuzlingen in der Nähe von Konstanz, wo in Kürze auch ein Franchise-Partner eröffnen soll.

Storebox als Self-Storage-Marktführer im DACH-Raum

25 Franchise-Partner mit rund 60 Standorten sind in der DACH-Region insgesamt bereits an Bord. Mit weiteren rund 40 selbst betriebenen Storeboxen kommt man inzwischen auf gesamt etwa 100 Standorte. Damit sei man zwei Jahre nach der Gründung Self-Storage-Marktführer im gesamten deutschsprachigen Raum. Im Herbst 2018 hat Storebox zuletzt ein größeres Investment aufgenommen. Ein „mittlerer siebenstelliger Betrag“ kam dabei unter anderem von der Signa Innovations AG von Immobilien-Tycoon und Multimilliardär René Benko. Unter den Bestandsinvestoren ist unter anderem auch Hansi Hansmann.

Storebox-Co-Founder Ferdi Dietrich im Video-Talk:

Live-Talk mit Ferdinand Dietrich, Co-Founder und CCO von Storebox

Live-Talk mit Ferdi Dietrich, Co-Founder und CCO von Storebox – Dein Lager nebenan, über ihre Marktführerschaft im DACH-Raum, ihre Expansionsstrategie und weitere Pläne.

Gepostet von DerBrutkasten am Montag, 17. Juni 2019

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V.l.n.r.: Peter Llewellyn-Davies (Präsident BIOTECH AUSTRIA), Lejla Pock (CEO Human.technology Styria), Marcus Hofer (CEO Standortagentur Tirol) © BIOTECH AUSTRIA

Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt  künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?

Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.

Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China

Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.

Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.

(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.

 Ein Champion, der nicht auswandern muss

Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“ 

(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt. 

Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen

Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds. 

Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.

Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.

Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.

Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht

Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.

Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.

Was es jetzt braucht

Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.

Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden. 

Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.


Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.

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