16.06.2025
STEUERAUSGLEICH

Steuerspar-Apps: Mei Marie und RelaxTax fusionieren

Die Arbeitnehmerveranlagung (Steuerausgleich) kann bei geringem Steuerwissen und fehlenden Amtsdeutschkenntnissen zu einer komplexen Herausforderung werden. Um dennoch das Maximum vom Finanzamt zurückzuholen, gibt es hierzulande unterstützende Steuerspar-Apps. Zwei heimische Apps werden nun unter dem Dach von Linde Digital vereint: Mei Marie und RelaxTax.
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RelaxTax, MeiMarie, Lohnsteuerausgleich, Arbeitnehmerveranlagung, Steuerausgleich, Apps
© relax-tax FlexCo - (v.l.) Michael Mittermaier, LL.M. (Binder-Grösswang), Berthold Baurek-Karlic (Head of Digital Transformation Linde Digital GmbH und Prokurist der relax-tax FlexCo), Benjamin Jentzsch (Geschäftsführer Linde Digital und Linde Verlag), Dominik Sprenger, (Co-Founder RelaxTax App und Geschäftsführer relax-tax FlexCo), Manuel Huisbauer (Marketing).

Im Oktober 2023 startete die Steuer-App Mei Marie, um die Übermittlung der Arbeitnehmerveranlagung (ANV) an das Finanzamt zu erleichtern und eine hohe Steuerersparnis zu gewährleisten. Entwickelt wurde die App vom Linde Verlag, der sich auf Steuer, Wirtschaft und Recht spezialisiert hat. Das Wiener Tax-Tech-Startup RelaxTax folgte im April 2024 und stellte Kund:innen sogenannte Steuerbuddies zur Seite, die mit Rat und Tat beim Steuerausgleich zur Seite stehen. Die Namen: Karl Heinz, Maria, Gernot und Margarete.

RelaxTax: Humorvolle Anlehnung an ehemalige Politiker

„Die Tax Buddies sind eine satirische Anlehnung an ehemalige Staatsbedienstete und sind nicht repräsentativ für alle in Österreich lebenden Menschen. RelaxTax versucht so humorvoll das Kulturgut des Österreichischen Schmähs weiterleben zu lassen“, hieß es damals auf der Website.

Und da beide heimischen Steuerspar-Apps zwar dieselbe Materie behandeln, sich aber durch ihre Philosophie und ihren Zugang zum Thema Steuerausgleich mitunter deutlich unterscheiden, kommen sie nun zusammen.

Mei Marie zeigt gezielt auf, wo steuerlich gespart werden kann und setzt dabei stark auf Eigenverantwortung – RelaxTax „übersetzt“ die Arbeitnehmerveranlagung in verständliches Deutsch, vereinfacht das unausweichliche „Häckchensetzen“ sowie den „Kennzahlen-Dschungel“ und übermittelt das Formular schließlich an das Finanzamt.

Botendienst

„Bilanzbuchhalter:innen unterliegen einem eigenen, speziellen Berufsrecht, das in vielen Bereichen Ähnlichkeiten und Parallelen mit jenem der Steuerberater:innen hat. Lediglich mit der Steuernummer des Kunden dürfen wir den Steuerausgleich direkt beim Finanzamt elektronisch einreichen und sind als Anbieter einer Steuerspar-App in Österreich nicht auf Drittanbieter angewiesen, was die Sicherheit, Konformität und Zuverlässigkeit unseres Services so einzigartig macht“, erklärt Dominik Sprenger, Mitgründer und Geschäftsführer von RelaxTax.

Dieser „Botendienst“ steht nun auch den Nutzer:innen von Mei Marie zur Verfügung. Ein wesentlicher Schritt, um ein Rundum-Sorglos-Paket zu ermöglichen, wie Berthold Baurek-Karlic, Head of Digital Transformation von Linde Digital, erläutert: „Die Arbeitnehmerveranlagung stellt Lohnsteuerzahler:innen im Wesentlichen vor drei Herausforderungen: Was darf ich absetzen? Wie kann ich das bei einer Prüfung durch das Finanzamt belegen? Wie übermittle ich meine Ansprüche korrekt an die Behörde, um mein Geld, aber keine Probleme zu bekommen? Mit Tipps und Archiv hat Mei Marie die ersten beiden Aufgaben bereits erfüllt. Der Botendienst komplettiert nun das Angebot.“

RelaxTax und Mei Marie als Erweiterung

Für die User:innen bedeutet die Fusion von Mei Marie und RelaxTax in erster Linie eine Erweiterung der Features: „RelaxTax“-Nutzer:innen sollen mittelfristig das „SteuerSparBuch“ von Linde zur Verfügung gestellt bekommen, das die Grundlage von Mei Marie bildet. Wer letztere App nutzt, kann ab sofort den erwähnten Botendienst in Anspruch nehmen und sich zudem in Form eines Concierge-Services beraten lassen. Beide Apps werden in einer kostenlosen sowie einer Bezahl-Version angeboten.

„Mei Marie und RelaxTax sprechen innerhalb der ANV-Bubble völlig andere Zielgruppen an. Daran wollen wir prinzipiell auch nichts ändern, sondern vielmehr die Spezialisierung vorantreiben. Beispielsweise wird sich RelaxTax in Richtung Mehrsprachigkeit entwickeln. Ein wichtiger Punkt, hat doch rund ein Viertel der unselbstständig Beschäftigten in Österreich nicht Deutsch als Muttersprache“, erklärt Baurek-Karlic.

Und Sprenger, der als CEO weiterhin für ‚RelaxTax‘ verantwortlich bleibt, ergänzt: „Wir haben weiterhin zwei Apps und damit auch zwei verschiedene Ansätze. Kund:innen können einfach wählen, was ihnen mehr zusagt. Gleichzeitig haben das Traditionsunternehmen Linde und unser junges Startup das gleiche Ziel. Wir wollen für Steuergerechtigkeit sorgen, und das möglichst niederschwellig. „Indem wir fusionieren, führen wir die Stärken beider Lösungen Schritt für Schritt zusammen und erreichen ein völlig neues Level, das die User:innen sicherlich begeistern wird.“

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EU-Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen bei ihrer Keynote "Europe's Tech Moment" auf der VivaTech in Paris. (c) Martin Pacher | brutkasten

Es ist ein Tag mit zwei Schauplätzen. In Évian-les-Bains geht am Mittwoch der G7-Gipfel zu Ende. Am Abschlusstag sitzen die Chefs der führenden KI-Konzerne, darunter Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic), Demis Hassabis (Google DeepMind) und Arthur Mensch (Mistral), mit den Staats- und Regierungschefs bei einem Arbeitsmittagessen zu Frontier-KI, Infrastruktur und Souveränität. Mehrere hundert Kilometer entfernt, auf der VivaTech in Paris, liefern zwei EU-Kommissarinnen die europäische Antwort auf die Frage, ob der Kontinent eigene globale Tech-Champions bauen kann.

Souveränität als europäischer Gegenentwurf

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, verwies in ihrer Keynote „Europe’s Tech Moment“ selbst auf das G7-Treffen. Weltweit investierten Regierungen massiv in ihre technologische Führung, Europa müsse seine eigene Kapazität stärken, Technologien zu entwickeln, zu produzieren und einzusetzen. Rückenwind holt sie sich aus einem am selben Tag veröffentlichten Eurobarometer: Demnach stufen 79 Prozent der Europäer:innen Digitalpolitik als EU-Top-Priorität ein, 85 Prozent befürworten Investitionen in europäisch entwickelte Infrastruktur, 82 Prozent wollen weniger Abhängigkeit von Drittstaaten.

Untermauert ist diese Linie durch das European Technological Sovereignty Package, das die Kommission Anfang Juni vorlegte: mit dem CHIPS Act 2.0 für die Halbleiter-Wertschöpfungskette und dem Cloud and AI Development Act, der einen einheitlichen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schafft. Niemand dürfe einen „Kill-Switch“ über kritische Infrastruktur haben, so hatte Virkkunen die Stoßrichtung bei der Präsentation des Pakets zusammengefasst. Beim Risikokapital benannte sie das Gefälle: Auf die USA entfielen über 50 Prozent des globalen VC, auf China rund 40, auf Europa nur etwa fünf Prozent.

Fünf-Milliarden-Fonds gegen die Fragmentierung

Im Panel „Can Europe Build Global Champions?“ setzte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, auf Selbstbewusstsein. Europa habe die besten Deep-Tech-Talente und den größten Binnenmarkt, kranke aber an Fragmentierung. Dagegen verwies sie auf das 28. Regime, ein „europäisches Delaware“ für grenzüberschreitende Gründungen, und auf den Scaleup Europe Fund: fünf Milliarden Euro, seit Mai von EQT gemanagt, erste Investments im Herbst, gedacht, um Deep-Tech-Scale-ups in Europa zu halten.

Ekaterina Zaharieva auf der VivaTech 2026 | (c) VivaTech

Der Kontrapunkt eines Gründers

Den Kontrapunkt lieferte mit Jean-Charles Samuelian ein Gründer, der über sein Boardmandat bei Mistral mit der Runde in Évian verbunden ist, wo Mistral-CEO Mensch am Mittagstisch saß. Der CEO des Gesundheits-Scaleups Alan mag die Erzählung vom benachteiligten Europa nicht. Er habe nie gefragt, was Europa ihm geben solle, sondern wie er ein Problem löse. Wer ein echtes Kategorie-Produkt baue, finde auch Kapital, notfalls global. Das Defizit sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern eine Kultur, die Risiko scheue, bis hin zum Einkauf.

Anknüpfungspunkte für Österreich

Für das heimische Ökosystem gibt es mehrere Anknüpfungspunkte. Die KI-Infrastruktur, die Virkkunen beschwört, hat in Österreich eine Adresse: Die AI Factory Austria (AI:AT), geführt von Advanced Computing Austria und dem AIT, ist seit Sommer 2025 in Betrieb, der Wiener Coworking-Hub seit Februar offen, ein KI-Supercomputer für Wien soll 2027 folgen. Der CHIPS Act 2.0 betrifft mit Standorten wie Infineon in Villach oder AT&S beim Advanced Packaging unmittelbar heimische Player. Und die Debatte um Spätphasen-Kapital spiegelt die hiesige Diskussion um einen Dachfonds und institutionelles Wachstumskapital.

Die eigentliche Frage: Kauft Europa seine Innovation?

Am Ende verschob Zaharieva die Frage von der Finanzierung zur Nachfrage: Es gehe nicht mehr darum, ob Europa Kapital für Skalierung finde, sondern ob es seine eigene Innovation auch kaufe. Der erste Kunde müsse oft die öffentliche Hand sein. Während in Évian über die großen Linien verhandelt wird, liegt die Antwort darauf bei den Einkäufer:innen.

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