29.08.2019

Stephan Jung wird interimistischer Leiter des WU Gründungszentrums

Der Entrepreneur und ehemalige WeXelerate-Managing Partner Stephan Jung hat umfassende akademische Erfahrungen als Uni-Dozent und FH-Professor. Nun übernimmt er interimistisch als Leiter des WU Gründungszentrums von Rudolf Dömötör, der ein einjähriges Sabbatical nimmt.
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Stephan Jung übernimmt als interimistischer Leiter des WU Gründungszentrums von Rudolf Dömötör
Stephan Jung und Rudolf Dömötör (Collage)

Im akademischen Umfeld fühlt sich Stephan Jung sichtlich wohl. Als Uni-Dozent und FH-Professor sammelte er umfassende Erfahrungen. Daneben bekleidete er zahlreiche Positionen in der Privatwirtschaft, darunter Managing Partner des weXelerate und ist als Gründer der Innovationsberatung JIIC aktiver Entrepreneur. Die Qualifikation für seine neue Position scheint also mehr als gegeben. Wie nun bekannt wurde, übernimmt Jung für ein Jahr (in Teilzeit) die Postion des Leiters des WU Gründungszentrums von Rudolf Dömötör, der ein Sabbatical nimmt.

+++ Archiv: WU Gründungszentrum: Große Pläne für 2018 +++

„Back to the roots“ für Stephan Jung

„Das ist für mich ‚back to the roots‘. Ich habe an der WU bei Professor Nikolaus Franke und Professor Christoph Lettl promoviert“, sagt Jung gegenüber dem brutkasten. Junge Studierende zu motivieren und dabei zu unterstützten, als Entrepreneure aktiv zu werden, sei genau seine Sache. „Wobei ich den Begriff Entrepreneurship breiter fasse. Es geht nicht zwingend darum ein Startup zu gründen, sondern etwa auch um ‚entrepreneurial thinking‘ im Corporate“. Das WU Gründungszentrum habe in den vergangenen Jahren ein tolles Fundament aufgebaut. „Die Zusammenarbeit mit dem Team macht richtig Freude“, sagt Jung. Er werde in die bestehenden Strukturen sein Netzwerk mit einbringen. „Das Thema Vernetzung von unternehmerischen Talenten und Karrieren liegt mir dabei besonders am Herzen“.

Erfolgreiche ehemalige Schützlinge

Was ihn für seine interimistische Position besonders motiviere, sind die Karrieren vieler seiner ehemaligen Schützlinge, deren Masterarbeiten er betreute, oder die Kurse bei ihm besucht hatten. „Wenn ich sehe, wohin sich Leute wie Andi Tschas (Anm. ehem. Pioneers-Founder; ehem. DiA-Leiter), Andi Röttl (Anm. Journi-Founder) oder Mario Rauch (Anm. Geschäftsführer Jö Bonus Club) entwickelt haben, zeigt mir das schon klar, dass so ein Engagement viel Sinn hat“. Nun wird er der aktuellen Generation von WU-Studierenden im Gründungszentrum zur Verfügung stehen.

⇒ Zu Page des Gründungszentrums

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Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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