06.12.2021

Stender-Box: Startup entwickelt portable E-Bike-Garage als Diebstahlschutz

Von den jährlichen E-Bike-Diebstählen wird nur ein kleiner prozentueller Anteil aufgeklärt. Die Stender-Box aus Krenglbach möchte hier Abhilfe schaffen.
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Stender-Box
(c) Stender/Benedikt Aichinger - Die Stender-Box ist eine mobile Garage für E-Bikes.

Im Jahr 2020 wurden in Österreich rund 18.000 Diebstähle von Fahrrädern bei der Polizei gemeldet. Ein Großteil davon E-Bikes. Das sind über 49 pro Tag. Dabei werden weniger als fünf Prozent der Diebstähle aufgeklärt. Ein Startup aus Oberösterreich hat daher an einer Lösung gefeilt und sie nun auf den Markt gebracht. Die Stender-Box versteht sich als eine flexible und mobile E-Bike-Garage für Städte, Gemeinden, Veranstalter und Firmen.

Stender-Box mit QR-Code verschließen

Die Box passt auf jedem Autoparkplatz und hat ein Fassungsvermögen für zwei E-Bikes. Zudem ist sie überdacht und bietet eine Lademöglichkeit für den Akku. Verschlossen wird die Stender-Box mit einem QR-Code und einem PIN.

Stender-Box
(c) Stender/Benedikt Aichinger – Die Stender-Box verfügt über zwei Photovoltaik-Paneele.

Packt man das Bike aus Witterungsgründen weg, so lässt sich die Box im Winter etwa durch ein intelligentes Faltsystem zusammenklappen und stapeln. Zwei Photovoltaik-Paneele am Dach sorgen für den benötigten Ladestrom und selbst bei bewölktem Himmel, liefere die Batterie genug Puffer.

„Besonders interessant sind unsere Stender-Boxen für moderne Gemeinden, die ihren Bürger:innen ein extra Service bieten wollen. Aber auch für Einkaufszentren, Schulen, ja selbst Schwimmbäder oder Sportanlagen stellt die Box ein attraktives Angebot dar“, sagt Stender-Gründer Benedikt Aichinger zu seiner Erfindung.

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Gruppenfoto bei den Circular Innovation Awards | (c) Rafael Haider_Circular Economy Forum Austria

Am 28. Oktober wurde im Wiener Haus der Industrie erstmals der Circular Innovation Award Austria verliehen. Aus 57 Einreichungen wählte eine internationale Jury fünf Kategoriesieger und zwei Sonderpreisträger aus. Der Innovationspreis steht unter der Patronanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und soll Unternehmen sichtbar machen, die mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen die Kreislaufwirtschaft vorantreiben.

refurbed und Vetropack unter den Gewinnern

In der Kategorie „Circular Business Model Innovation“ wurde das Wiener Scaleup refurbed ausgezeichnet. Der Marktplatz für generalerneuerte Elektronik ist mittlerweile in 24 Ländern aktiv und nach eigenen Angaben seit 2024 profitabel. Insgesamt sollen durch das Geschäftsmodell bereits rund 474.000 Tonnen CO₂ eingespart worden sein. Zuletzt erweiterte das Unternehmen sein Trade-In-Programm, über das nun auch gebrauchte Gaming-Konsolen und Tablets zurückgekauft werden.

Den Preis für „Circular Industry Innovation“ erhielt Vetropack Austria. Das Unternehmen entwickelte mit „Rezon“ nach eigenen Angaben die weltweit erste Mehrweg-Glasflasche in gehärteter Leichtbauweise. Sie benötigt weniger Material und soll gleichzeitig mehr Umläufe ermöglichen. Damit will Vetropack den Ressourcenverbrauch reduzieren und Mehrwegsysteme attraktiver machen.

Fünf weitere Auszeichnungen vergeben

Das Grazer Startup byeagain erhielt den Titel „Circular Startup of the Year“ für seine KI-gestützte Aufbereitung von Retourwaren. Brantner Green Solutions wurde für seine GLASY-Technologie mit dem „Technological Circularity Breakthrough Award“ ausgezeichnet. Damit kann Glas aus der Restmüllverwertung zurückgewonnen und erneut für Verpackungen verwendet werden.

Der „Circular Collaboration Award“ ging an GzG Gipsrecycling, ein Gemeinschaftsunternehmen von PORR, Saint-Gobain Austria und Saubermacher. Dessen Anlage verarbeitet alte Gipskartonplatten zu wiederverwendbarem Gips und kann damit bis zu 40 Prozent Naturgips ersetzen.

Zwei Sonderpreise gingen an BauKarussell für die Verbindung von zirkulärem Gebäuderückbau mit sozialer Beschäftigung sowie an den Textildienstleister Salesianer für sein auf Langlebigkeit, Reparatur und Recycling ausgerichtetes Mietmodell.

Fortsetzung für 2027 geplant

Hinter dem Award stehen das Circular Economy Forum Austria, Schiefer Rechtsanwälte und die Raiffeisen-Landesbank Steiermark. „Wir holen Unternehmen vor den Vorhang, die mit konkreten Lösungen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft wirtschaftlich tragfähig und wettbewerbsrelevant ist“, sagt Karin Huber-Heim, Präsidentin Circular Economy Forum Austria.

Der Circular Innovation Award soll auch 2027 wieder vergeben werden. Unternehmen können ihre Projekte ab April kommenden Jahres einreichen.

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