19.02.2026
INVESTMENT

Steirisches DeepTech-Startup Arti holt Knapp AG als strategischen Investor an Bord

Das Gössendorfer DeepTech-Startup Arti bekommt erstmals einen strategischen Investor: Die Knapp AG steigt beim auf autonome Robotik spezialisierten Unternehmen ein. 
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Das Founder-Team von Arti. © fotoCRafie

Die Geschichte vom steirischen Startup Arti beginnt an der TU Graz. Dort fanden die vier Gründer – Konstantin Mautner-Lassnig (CEO), Stefan Loigge, Alexander Buchegger und Clemens Mühlbacher – ihre gemeinsame Leidenschaft für autonome mobile Robotik. Mit der Aufnahme in den High-Tech-Inkubator Science Park Graz folgte der erste Schritt. Nach intensiver Entwicklungs- und Konzeptionsarbeit wurde das Unternehmen 2019 offiziell gegründet.

Arti entwickelt Steuerungssoftware für mobile autonome Roboter mit einem klaren Schwerpunkt: unstrukturiertes Outdoor-Gelände. Während viele Lösungen auf klar definierte Innenräume zugeschnitten sind, adressiert das Startup bewusst jene Umgebungen, in denen Gelände, Witterung und variable Bedingungen zusätzliche technologische Herausforderungen darstellen.

Bereits 2025 ging Arti eine Kooperation mit AVL ein (brutkasten berichtete). Gemeinsam wird ein Add-on entwickelt, das Traktoren unterschiedlichster Größen autonom arbeiten lässt.

„Ideale langfristige Zusammenarbeit“

Seit der Gründung setzte Arti auf Bootstrapping. “Ziel war es, erst dann eine Beteiligung einzugehen, wenn ein Partner echten strategischen Mehrwert bietet”, heißt es in einer Presseaussendung. Nun scheint dieser Zeitpunkt gekommen zu sein.

Mit der steirischen Knapp AG holt sich das Unternehmen einen strategischen Investor an Bord, der technologisch wie kulturell zur eigenen Ausrichtung passen soll. Knapp ist international im Bereich Intralogistik und Automatisierung tätig und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab.

„Unser Wachstum basiert auf Vertrauen, technischer Exzellenz und dem gemeinsamen Lösen komplexer Herausforderungen. Mit Knapp haben wir einen Partner auf Augenhöhe mit demselben Qualitätsverständnis gefunden. Die strategische Partnerschaft ermöglicht uns, international zu skalieren und größere Projekte erfolgreich umzusetzen“, so CEO Mautner-Lassnig.

Die regionale Nähe, die Innovationskultur und die umfassende Expertise von Knapp entlang der gesamten Wertschöpfungskette würden ideale Voraussetzungen für eine langfristige Zusammenarbeit schaffen, heißt es aus dem Unternehmen.

Internationale Skalierung

Ganz neu ist die Partnerschaft nicht. Bereits in der Vergangenheit arbeiteten Arti und Knapp im Bereich autonomer mobiler Robotik zusammen. In diesem Kontext entstand das AeroBot-System, ein mehrdimensionales und hochflexibles Robotiksystem für den Logistikbereich. Mit der aktuellen Beteiligung soll diese Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Laut Firmenbuch hält Knapp zehn Prozent der Anteile (Stand: August 2025). Über die Höhe des Investments wurde Stillschweigen vereinbart.

Knapp soll dabei von der Forschungsorientierung und Innovationskraft des Startups profitieren, während Arti über das internationale Netzwerk der Knapp-Gruppe Zugang zu neuen Märkten, Projekten und technologischen Impulsen erhält.

Für Arti markiert der Einstieg damit einen Wendepunkt: Nach Jahren des eigenfinanzierten Wachstums folgt nun der Schritt in eine strategische Partnerschaft. Das Ziel sei die Umsetzung größerer Projekte, die internationale Skalierung und die Position als Industriepartner weiter zu festigen.

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beel, Tokenize.it-Founder Christoph Jentzsch und Head of Development Lukas Fiedler | Foto:
beel-Founder Christoph Jentzsch und Head of Business Development Lukas Fiedler | Foto: Tokenize.it

Zum Start des Syndikats-Features von beel rund um Gründer Christoph Jentzsch und Head of Business Development Lukas Fiedler, haben bereits drei bekannte Akteure aus der deutschen Startup- und Venture-Capital-Szene eigene Syndikate auf beel eingerichtet. Andy Bruckschlögl ist Unternehmer, Investor und Mitgründer von Bits & Pretzels. Er war zudem Gründer des SEO-Softwareunternehmens Ryte und ist seit vielen Jahren als Business Angel aktiv. Alex von Frankenberg indes ist seit rund zwei Jahrzehnten im Venture-Capital- und Startup-Bereich tätig. Er war langjähriger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), der sich auf Frühphasenfinanzierungen von Technologie-Startups konzentriert. Seit 2025 ist er als Venture Partner bei May Ventures tätig.

Und Roland Fassauer ist Unternehmer, Investor und Professor an der CODE University of Applied Sciences in Berlin. Er war unter anderem als Gründer tätig und beteiligt sich als Investor an Startups. Zudem ist er mit der Berliner Startup- und Hochschulszene verbunden. Über ihre Syndikate können weitere Investoren an ausgewählten Startup-Investments dieser drei Angels teilnehmen.

beel: Syndikat-Lead im Zentrum

Zur Erklärung: Im Zentrum jedes Syndikats steht der Syndikat-Lead, der in der Regel ein erfahrener Angel-Investor ist und das Syndikat, also seine Investment-Community, leitet. Der Lead legt die Beitrittsregeln fest und entscheidet, ob sein Syndikat öffentlich für alle zugänglich oder privat geführt wird. In beiden Fällen bestätigt er jeden Investor individuell.

Mit dem Beitritt schließen Investor:innen einen Vertrag mit dem Syndikat-Lead ab, der eine vom Lead festgelegte Carry Fee bei Auszahlungen (Exit oder Dividenden) vorsieht. Auf diese Weise können Angels ihren Dealflow monetarisieren. Im Gegensatz zu klassischen VC-Fonds wird kein Kapital gepoolt. Jeder Investor investiert eigenständig und direkt über virtuelle Anteile in das jeweilige Startup. Dadurch entfallen die Strukturen und Kosten eines klassischen Fonds, heißt es per Aussendung. Der Syndikat-Lead gibt lediglich eine Anlageempfehlung ab. Die Entscheidung über eine Investition und deren Höhe liegt beim jeweiligen Investor oder bei der jeweiligen Investorin.

Ohne Fonds

„Syndikate sind das fehlende Puzzle-Teil der deutschen Startup-Community. Starke, erfahrene Investoren können Carry-Fees durch ihren gut kuratierten Dealflow verdienen, ohne dass sie dafür einen Fonds benötigen. Neue Investoren oder Business Angels müssen sich nicht durch hunderte Pitch-Decks kämpfen, sondern treffen ihre Investmententscheidungen basierend auf gut vorselektierten Startups. Das wird eine Menge Kapital hebeln”, kommentiert Jentzsch. “Mit Andy Bruckschlögl, Alex von Frankenberg und Roland Fassauer haben wir gleichzeitig drei Lead-Investoren an Bord, deren Dealflow und Erfahrung eine Benchmark für die Qualität der Syndikate sein wird.“

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