22.08.2025
COCKPIT-TRAINING

Steirischer Flugsimulator-Hersteller Axis ergänzt Portfolio um VR-Lösung

Ein steirisches Unternehmen beliefert seit Jahren erfolgreich die USA mit seinen Flugsimulatoren. Nun bringt Axis eine VR-Anwendung als Ergänzung auf den Markt.
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Michaela Froelich und Christian Theuermann | credits: Axis

Fliegen, ohne tatsächlich abzuheben – das ermöglichen Flugsimulatoren. Besonders sogenannte zertifizierte Level-D-Simulatoren schaffen ein nahezu perfektes Abbild der Realität: Sie bilden ein Flugzeugmodell bis ins Detail nach und vermitteln ein authentisches Flugerlebnis. Nur wenige Unternehmen weltweit entwickeln diese Art von Flugsimulatoren. Eines davon sitzt in Lebring in der Steiermark: Axis.

Das Unternehmen Axis hat bereits seit 2004 das Potenzial in Simulatoren gesehen. Heute beliefert Axis Kunden in den USA, wickelt Aufträge in Millionenhöhe ab und erweitert nun sein Angebot um ein neues Produkt.

VR-Anwendung als „sinnvolle Ergänzung“

Künftig setzt Axis neben klassischen Simulatoren auch auf eine eigene Virtual-Reality-Anwendung. Damit sollen Pilot:innen schon vor dem Training im Simulator erste Abläufe realitätsnah üben können. Trainings im virtuellen Cockpit sind damit auch auf VR-Brillen und Tablets möglich. „Virtual Reality ist ein klar erkennbarer Trend in der Pilotenausbildung – und wir wollen hier frühzeitig mit an Bord sein”, wird Vertriebsdirektorin Michaela Froelich in einer Presseaussendung zitiert. 

„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv an einer eigenen Lösung gearbeitet, um unser Portfolio noch weiter auszubauen“, sagt Geschäftsführer Christian Theuermann. Er betont jedoch zugleich, dass VR die klassischen Flugsimulatoren nicht ersetzen werde: „VR-Anwendungen sind eine sinnvolle Ergänzung – vor allem in der frühen Phase des Trainings. Dort, wo Abläufe geübt werden, wo es um Standardprozeduren geht – wie erste Cockpit- und System-Checks sowie Triebwerksstarts. Genau diese Inhalte lassen sich mit Virtual Reality sehr gut abbilden.“

Aufträge in Millionenhöhe

Parallel dazu wächst das Geschäft in den USA weiter. Noch in diesem Jahr will Axis den vierten Simulator dorthin liefern. Bereits im Frühjahr ging ein Modell für einen hohen einstelligen Millionenbetrag in die US-Staaten: ein Simulator für den Challenger 350 von Bombardier, einen beliebten Businessjet. Zudem wickelte das Unternehmen im Juni 2024 einen Auftrag über zehn Millionen Euro ab. Geliefert wurde ein Simulator für ein Forschungsflugzeug (brutkasten berichtete).

„Wir sind mit Hilfe von eigenen Flugtests in der Lage, Flugdaten exakt zu ermitteln – sogar für Flugzeuge, für die bisher keine Messwerte verfügbar waren. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage, um die Charakteristik und das Flugverhalten der Simulatoren präzise nachzubilden. So können Piloten weltweit sämtliche Szenarien unter realistischen Bedingungen sicher trainieren – vom Strömungsabriss bis zum Landeanflug“, erklärt Froelich.

Boomendes Nebengeschäft

Die neue VR-Anwendung soll als digitale Trainingsergänzung etabliert werden. „Die Auftrags-Pipeline ist weiterhin gut gefüllt, bereits Ende des Jahres können wir den nächsten Flugsimulator verschiffen“, sagt Theuermann. Spätestens Anfang 2026 soll die VR-Lösung „Teil der Gesamtbestellung“ sein. In der Presseaussendung heißt es dazu: Man hoffe, dass sich das Projekt zu „einem ertragreichen Axis-Nebengeschäft der boomenden Simulatoren“ entwickelt.

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Salesforce-CEO Marc Benioff bei der Dreamforce-2026-Eröffnungs-Keynote. © brutkasten

Rund 45.000 Besucher:innen versammeln sich beim jährlichen Flaggschiff-Event des CRM-Riesen Salesforce rund um das Moscone Center in San Francisco. Höhepunkt ist die Eröffnungskeynote von CEO Marc Benioff: Wer einen Platz im größten Saal des Dreamforce-Areals ergattern will, muss bereits Stunden zuvor vor Ort sein.

Hawaiianische Rituale und ein Kurzauftritt von Grammy-Preisträgerin Gwen Stefani überbrücken die Wartezeit, ehe der Salesforce-Mitgründer eindrucksvoll inszeniert die Bühne betritt, um sich dem Leitthema der diesjährigen Konferenz zu widmen: der Transformation von Unternehmen durch autonome KI-Agenten.

Der Dreamforce-Haupteingang in San Francisco.

Anthropic- und Nvidia-CEO mit auf der Bühne

Den Auftakt zum dreitägigen Programm bestreitet Benioff nicht allein. An seiner Seite: Dario Amodei, Co-Founder und CEO von Anthropic, Jensen Huang, CEO von Nvidia, Siemens-CEO Roland Busch sowie mehrere Vertreter:innen aus dem eigenen Haus.

Die Auswahl ist alles andere als Zufall. Mit Claudeforce holt Salesforce seine Applikationen direkt in die Anthropic-Umgebung. Parallel dazu entsteht mit Nvidia das hauseigene Modell „Koa“, das auf Nvidias Nemotron-Architektur aufbaut und mit synthetischen Daten, die auf 27 Jahren Salesforce-CRM-Wissen basieren, trainiert wurde.

„Ich habe kein einziges autonomes Fahrzeug in Europa gesehen“

Geografisch spielt sich Dreamforce zwar in den Vereinigten Staaten ab, dennoch nimmt Europas Position im globalen KI-Wettlauf breiten Raum in Benioffs Eröffnungskeynote ein. Das Bild, das der Salesforce-Mitgründer zeichnet, fällt ernüchternd aus: „Ich war einige Monate in Europa und habe kein einziges autonomes Fahrzeug gesehen“, berichtet der CEO, als Sinnbild für die ungleiche globale Verteilung und die zögerliche Nutzung von KI-Technologien.

„Die Tür ist offen, aber noch nicht jeder ist hindurchgegangen“, führt Benioff aus. Kund:innen, so seine Einschätzung, seien teilweise noch in einer alten Welt verhaftet und hätten die unternehmerische Transformation durch KI noch nicht vollzogen. Genau hier will Salesforce ansetzen, um die Adoption zu beschleunigen.

AIforce vorgestellt

AIforce soll die Arbeitsweise von Unternehmen transformieren.

Konkret wird dieser Anspruch bei der zentralen Produktankündigung, die Benioff im Rahmen seiner Keynote als „die aufregendste in der Geschichte von Salesforce“ bezeichnet: Mit AIforce möchte das Unternehmen Daten, Workflows, Geschäftslogik und Governance direkt in Arbeitsumgebungen wie Slack, Claude oder Salesforce Lightning bringen, ohne dass Nutzer:innen Salesforce selbst öffnen müssen. „KI führt zu einer Revolution der Benutzeroberflächen“, so Benioff laut offizieller Ankündigung. Dabei betont Salesforce von Beginn an, dass das System auf Zero Data Retention setzt. „Deine Daten sind deine Daten“, versichert der CEO mehrfach.

Technisch stützt sich AIforce auf drei bestehende Bausteine: Data 360 liefert den einheitlichen Datenkontext, Customer 360 die Anwendungs- und semantische Intelligenz, Agentforce die digitale Belegschaft aus KI-Agenten. Zum Start zählen dazu Claudeforce, Slackforce und Agentforce Coworker.

Amodei plädiert für Industriestandards

Die Partnerschaftsmarke Claudeforce ist seit August 2026 bekannt; Amodeis Anwesenheit unterstreicht dennoch das Gewicht der Partnerschaft. Auf Benioffs Frage, was ihn zuletzt am meisten überrascht habe, antwortet Amodei: „Das Tempo, nicht nur auf technologischer, sondern auch auf wirtschaftlicher Seite. Ich war schlicht überrascht, dass eine solche Geschwindigkeit in der Geschäftswelt überhaupt möglich ist.“

Auf Benioffs Frage, wie er die „Pacing“-Debatte und den aktuellen Stand der Sicherheit einschätze, antwortet Amodei mit einem Drei-Stufen-Plan, den er wenige Tage zuvor in seinem Essay „We Must Pace the Frontier“ veröffentlicht hatte: zunächst die eigenen Praktiken prüfen und in Transparenz investieren, dann gemeinsame Industriestandards erarbeiten, schließlich eine internationale Abstimmung anstoßen. Umgesetzt sei bislang erst der erste Schritt. Begleitet von drei Sicherheitskräften verlässt Amodei den Saal umgehend nach seinem kurzen Auftritt.

Huang sieht Verantwortung bei den Entwickler:innen

Salesforce-CEO Marc Benioff und Nvidia-CEO Jensen Huang bei der Eröffnungs-Keynote.

Während Amodei bei Sicherheitsfragen einen bedachten, koordinierten Kurs einfordert, vertritt Nvidia-CEO Jensen Huang eine andere Linie: „Sicherheit hat oberste Priorität, in vielerlei Hinsicht ist sie die wichtigste Aufgabe. Allerdings ist Sicherheit zugleich ein Ingenieursproblem“, ein komplexes Rechensystem wie jedes andere, das sich technisch beherrschen lasse. Sein Rezept: zunächst sichere Testumgebungen schaffen, in denen sich Systeme prüfen lassen, und Produkte erst freigeben, wenn man von deren Sicherheit überzeugt ist. Regulatorische Eingriffe des Staates lehnt er ab.

Die Devise laute stattdessen, Innovationen so rasch wie möglich voranzutreiben, ohne Sicherheit zu opfern: „Laufen Sie so schnell Sie können, doch sobald Sie das Gefühl haben, […] das Produkt werde nicht sicher sein, legen Sie eine Pause ein“, so der Nvidia-Chef. Tempo und Sicherheit seien für ihn kein Widerspruch, sondern gleichzeitig erreichbar. Ob sich Unternehmen im permanenten Wettlauf um Marktanteile tatsächlich so diszipliniert selbst bremsen, wie Huang es beschreibt, bleibt allerdings offen.

Das Mantra: „Software ist nicht tot“

Wie ein roter Faden zog sich zudem das Gegennarrativ zur „SaaSpocalypse“ durch den Vormittag. Huang bezeichnete die These vom Ende der Software als „kompletten Unsinn“, Benioff präzisierte: „Software ist nicht tot. Es ist das Ende jener Software, die Menschen die ganze Arbeit machen lässt.“ Ob sich diese Neuerfindung tatsächlich so reibungslos vollzieht, wie auf der Bühne suggeriert, wird sich außerhalb des Moscone Centers erst noch zeigen müssen.


Transparenzhinweis: Die Reise- und Aufenthaltskosten zur Dreamforce wurden von Salesforce übernommen. Auswahl und Bewertung der Themen erfolgten unabhängig davon.

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