03.04.2026
PAY PER USE

Steirischer Abfall-Recycling-Riese Komptech setzt auf OÖ-Startup Findustrial

Komptech setzt mit Findustrial ein Mietmodell nach dem Pay-per-Use-Prinzip für seine Recyclingmaschinen um. Es soll Verkauf, klassische Miete und Leasing ergänzen.
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Martin Gruber (l.) und Alexander Steiner (r.) von Findustrial mit Jochen Mandl von Komptech | (c) Komptech
Martin Gruber (l.) und Alexander Steiner (r.) von Findustrial mit Jochen Mandl von Komptech | (c) Komptech

Von Zerkleinerung über Siebung und Separation bis hin zur Kompostierung – mit seinen rund 50 Maschinentypen ist das Unternehmen Komptech mit Sitz im steirischen Frohnleiten einer der großen internationalen Player im Abfall-Recycling. Schon bislang wurden die Maschinen nicht nur verkauft, sondern konnten etwa auch gemietet oder geleast werden. Nun setzt Komptech gemeinsam mit dem oberösterreichischen FinTech Findustrial (brutkasten berichtete erst im Februar von einer Finanzierungsrunde) ein weiteres Geschäftsmodell um: Pay-per-Use.

Findustrial: Bereits große Pay-per-Use-Referenzkunden

Die Maschinen werden dabei nach tatsächlich genutzten Betriebsstunden bezahlt. 2020 in Schörfling am Attersee gegründet, ist Findustrial mit seiner Software-Lösung auf genau dieses „Equipment-as-a-Service“-Prinzip spezialisiert und kann Referenzkunden wie Palfinger, Volvo und Siemens Energy vorweisen. Auf Finanzierungsseite arbeitet das Startup mit Partnern wie Erste, Raiffeisen und der deutschen Commerzbank.

„Mit unserer Plattform unterstützen wir Maschinenhersteller wie Komptech dabei, nutzungsbasierte Modelle strukturiert aufzubauen und zu betreiben. Dabei vernetzen wir Hersteller, Betreiber und Finanzierungspartner und schaffen Transparenz über Nutzung, Abrechnung und Finanzierung“, erklärt Findustrial-Co-Founder Martin Gruber.

Modell auch als Erleichterung für Markteintritt

Bei Komptech will man das Modell nun zunächst in Österreich, Deutschland und perspektivisch in allen weltweit mehr als 80 Zielmärkten ausrollen. „Mit unserem Portfolio aus Kauf, Gebrauchtmaschinen, Miete und nun eben ‚Pay-per-Use‘ können wir sehr individuell auf die Anforderungen unserer Kunden eingehen“, kommentiert Ewald Konrad, CSO von Komptech. Im Mittelpunkt stehe dabei der konkrete Bedarf beim Kunden: „Wir wollen Lösungen anbieten, die zur aktuellen Auslastung und Entwicklung eines Betriebs passen“. Denn die bedarfsorientierte Nutzung könne insbesondere bei schwankender Auslastung ein Vorteil sein, so Konrad: „Das Investitionsrisiko sinkt, da keine hohen Anschaffungskosten anfallen. Gleichzeitig lassen sich die Kosten stärker an den tatsächlichen Bedarf koppeln.“

Mit Deutschland und Österreich starte man deswegen, weil man bereits über eine ausgebaute Service- und Vertriebsstruktur verfüge. „Das hilft uns, Feedback aus der Praxis zu sammeln und das Modell laufend weiterzuentwickeln“, so Konrad. Tatsächlich hat Komptech mit seinen mehr als 4.000 Kunden aber eine Exportquote von rund 95 Prozent. Und man sehe im Pay-per-Use-Modell auch eine Möglichkeit, um Handelsbarrieren – Stichwort Zölle – abzubauen, so Konrad: „Wenn Maschinen nicht zwingend gekauft, sondern nutzungsbasiert eingesetzt werden können, erleichtert das auch den Markteintritt in Regionen mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen.“

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Martin Huber und Hans Schlick
Die Amrax-Gründer Martin Huber und Hans Schlick | (c) Metaroom by Amrax

Amrax, bekannt für seine Plattform Metaroom, verkündete heute eine Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich. Leadinvestoren sind der aws Gründungsfonds und SymbiaVC, unter Beteiligung des Bestandsinvestors ArborEleven Ventures sowie mehrerer Business Angels. SymbiaVC mit Sitz in Tirol bringe neben Kapital vor allem industrielle Expertise und ein starkes Industrienetzwerk ein. Amrax operiert im Bereich der Spatial Intelligence, also der 3D-Erfassung von Räumen.

„Wir freuen uns sehr, mit dem aws Gründungsfonds und SymbiaVC zwei so starke und regionale Partner an Bord zu haben. Beide teilen unseren Anspruch, konsequent und nachhaltig Wert aufzubauen – als eines der innovativsten KI-Unternehmen für Spatial Intelligence weltweit“, sagt Martin Huber, CEO und Co-Founder von Amrax.

Mit dem Kapital möchte Amrax sein Wachstum beschleunigen und die Produktentwicklung ausbauen. So sollen etwa der Vertrieb und Partnerschaften in der DACH-Region und international verstärkt werden.

Das Flaggschiff: Metaroom

Im Fokus des Investments steht aber auch die Weiterentwicklung der Digitalisierungsplattform Metaroom. Die KI-getriebene Plattform kann physische Räume erfassen, verstehen und in planungsreife Daten übersetzen (brutkasten berichtete). Innerhalb weniger Minuten wird so ein Raum mit dem Smartphone erfasst und als 3D-Modell samt 2D-Grundriss abgebildet. Diese KI-Modelle entwickelt und trainiert Amrax auf Basis eines Datensatzes realer Räume und Gebäude. Die 3D-Daten lassen sich in mehr als 40 Formaten exportieren und direkt in gängigen Planungswerkzeugen, wie etwa Bluebeam, Graphisoft oder DDScad, weiterverwenden.

„Amrax hat gezeigt, dass sich hochpräzise 3D-Gebäudedaten mit dem Smartphone erfassen lassen – und dass daraus ein skalierbares Software- und OEM-Geschäft entsteht. Überzeugt haben uns die technologische Tiefe, die internationale Traktion und vor allem das Gründerteam“, sagt Markus Jandrinitsch, Geschäftsführer des aws Gründungsfonds.

Senior Investment Manager von SymbiaVC, Alex Burger, ergänzt: „Spatial Intelligence wird zu einem Schlüssel für die Digitalisierung von Bau, Handwerk und Industrie. Amrax verbindet exzellente Technologie mit einem klaren Geschäftsmodell und starken Industriepartnern.“

Genutzt in über 175 Ländern

Die Einsatzgebiete von Metaroom sind etwa Architektur, Bauwesen, Facility Management und Energieberatung. Gelauncht wurde die Plattform 2020, mittlerweile ist man in mehr als 175 Ländern tätig. Zuletzt hat Amrax in Süddeutschland ein 60.000 Quadratmeter großes Krankenhaus mit Smartphones digitalisiert – und zwar bei laufendem Betrieb.

Neben der eigenen Plattform entwickle Amrax auf Basis seiner Technologie OEM-Anwendungen für Industrieunternehmen. Die Partner integrieren dabei die Raumerfassung von Amrax direkt in ihre eigenen Planungs- und Verkaufsprozesse. Auch diese OEM-Lösungen sollen durch das frische Kapital ausgebaut werden.

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