18.06.2024
KUNDENZUWACHS

Steirischer 3D-Metalldruck-Experte M&H erhält größten Auftrag der Firmengeschichte

Das steirische 3D-Metalldruck-Unternehmen M&H hat einen millionenschweren Auftrag in den USA erhalten.
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Das Bild zeigt eine Person, die an einem Schreibtisch vor zwei Computerbildschirmen arbeitet. Auf dem linken Bildschirm ist ein 3D-Modell eines blauen mechanischen Teils zu sehen. Auf dem rechten Bildschirm wird ein weiteres 3D-Modell mit einer bunten Analyseanzeige dargestellt. Die Person trägt ein weißes Hemd und ist nur teilweise von hinten zu sehen. Auf dem Schreibtisch befinden sich verschiedene Büromaterialien wie ein Hefter, ein Maßband und eine externe Festplatte. Die Szene vermittelt eine Arbeitsumgebung im Bereich CAD (Computer-Aided Design) oder technisches Design.
Die additiv gefertigten Komponenten werden bei M&H zuerst designmäßig erfasst und optimiert. (c) M&H

Das steirische 3D-Metalldruck-Unternehmen M&H hat einen Großauftrag in den USA erhalten. In einer ersten Phase werden 168 Turbinenschaufeln für stationäre Gasturbinen angefertigt. Bei Erfolg des Projekts sollen bis 2031 über 2.500 Komponenten aus dem steirischen Ilz nach Texas ausgeliefert werden. Das Unternehmen spricht von einem Auftrag im zweistelligen Millionenbereich und dem damit größten in der Firmengeschichte.

M&H mit Erfahrung aus Luftfahrt und Formel 1

Der Auftrag umfasst die Modifikation von Gasturbinen, wo M&H seine Erfahrungen aus der Luftfahrtbranche und dem Rennsport anwenden kann. In der Formel 1 ist das Unternehmen mittlerweile als Partner unterschiedlicher Teams an Bord. Wem sie genau zuliefern, wird aber geheim gehalten. Ohne die Bauteile des Ilzer Unternehmens gehe mittlerweile „kein Rennen über die Bühne“, wie CEO Patrick Herzig gegenüber der WKO Steiermark sagt.

Die additiv gefertigten Turbinenschaufeln werden im Abgasstrang der Gasturbineneinheit verwendet. Es handelt sich dabei um komplexe, innen hohle Strukturelemente aus dem hitzebeständigen Material Iconel 718. Die Nickel-Chrom-Legierung wird während der Fertigung verformt und behält danach ihre Form und Größe.

Das Unternehmen hat mit dieser Legierung bereits Erfahrungen gemacht und positioniert sich selbst als Spezialist für 3D-Metalldruck. Dazu sagt Jochen Wagner, Vertriebsleiter von M&H: „Wir konnten bei den ersten übermittelten Prototypen sofort von unseren Qualitäten überzeugen.“

Stabiles Stromnetz durch Kleinkraftwerke

In den USA boomt aktuell der Ausbau von erneuerbarer Energie durch das milliardenschwere Konjunkturprogramm der US-Regierung, dem „Inflation Reduction Act“. Allerdings setzen Betreiber parallel auch auf stationäre, gasbetriebene Kleinkraftwerke, um für ein stabiles Stromnetz zu sorgen. Dafür werden in die Jahre gekommene Flugzeugtriebwerke umgebaut.

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contextflow, Corona, Radiologie
(c) contextflow - Das contextflow-Team.

In den vergangenen Jahren war es um das auf KI-basierte Radiologie spezialisierte Wiener Startup Contextflow medial etwas stiller. Davor, im September 2021, hatte man eine bereits kommunizierte Investmentrunde um zwei Millionen Euro auf 6,7 Millionen Euro erweitert – brutkasten berichtete.

Contextflow-Deal: Millionen und Aktien

Nun gibt es wieder Neuigkeiten. 4DMedical, ein australisches Medizintechnikunternehmen für Atemwegsmedizin mit KI-basierter Bildgebung, hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Contextflow unterzeichnet. Der Deal umfasst laut einer am Montag bei der australischen Börse eingereichten Mitteilung eine Cash-Vorauszahlung in Höhe von rund 18,6 Millionen australischen Dollar (aktuell ca. 11,5 Millionen Euro), 56.235 Aktien sowie einen Earn-out von bis zu 2,6 Millionen Optionen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Vorbehaltlich der Erreichung bestimmter Leistungsziele.

Die Übernahme soll 4DMedical eine umfassende kommerzielle Plattform direkt vor Ort in Europa ermöglichen und die globale Wachstumsstrategie beschleunigen.

Schnelle Expansion und eine Ersparnis

Während sich die Transaktion strategisch auf die geografische Expansion konzentriert, stärke sie zugleich die Technologieplattform von 4DMedical, heißt es in der Aussendung. Die KI-basierten Erkennungs- und Workflow-Tools von Contextflow, insbesondere im Bereich des Lungenkrebs-Screenings, sollen dabei die funktionellen Bildgebungsfähigkeiten von 4DMedical ergänzen, die eine quantitative Bewertung von Ventilation, Perfusion und Lungenmechanik ermöglichen.

Durch die Übernahme von Contextflow gewinnt 4DMedical ein in Europa ansässiges Team mit kommerzieller und technischer Expertise, einen etablierten Kundenstamm sowie eine klinische Präsenz in ganz Europa. Darüber hinaus erhält das Unternehmen eine CE-gekennzeichnete Produktsuite, die bereits in routinemäßigen klinischen Workflows eingesetzt wird, sowie eine regulatorisch konforme Plattform, die den Anforderungen der europäischen Medical Device Regulation (MDR) entspricht. Diese Grundlage diene 4DMedical dazu, den Zeit- und Komplexitätsaufwand für den Aufbau einer neuen regionalen Präsenz zu umgehen.

Contextflow-CEO wird General Manager

Durch diese Kombination komplementärer Produktsuiten sei das australische Unternehmen nun konkret in der Lage, funktionelle Lungenbildgebungslösungen in etablierte europäische radiologische Workflows einzuführen, Cross-Selling innerhalb der bestehenden installierten Kundenbasis zu betreiben, in Märkte mit etablierten Erstattungspfaden – einschließlich Deutschland – zu expandieren sowie die Markteinführungszeit für neue KI-gestützte Lösungen zu verkürzen. Die Ergänzung um eine kommerziell aktive, MDR-konforme Plattform reduziere dabei zusätzliche regulatorische Reibungsverluste und ermögliche skalierbares Wachstum in mehreren europäischen Märkten.

Markus Holzer, CEO von Contextflow, übernimmt künftig die Rolle des General Managers von 4DMedical Europe, verantwortet das Wachstum des Unternehmens in der Region und berichtet direkt an Gründer und CEO Andreas Fouras.

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