03.02.2025
NEUZUGANG

Steirer FinTech FanInvest bekommt einen neuen Co-Founder

Das Steirer FinTech FanInvest holt sich einen weiteren Co-Founder: Mit fünf Prozent der Anteile ist der Markenstratege Simon Pointner ab sofort im Gründerteam vertreten. Der Fokus liegt auf Internationalisierung.
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Das Gründerteam von FanInvest | Foto: FanInvest

Sportfans sollen ihre Stars einfach unterstützen können – und daraus selber einen Nutzen ziehen. Mit dieser Intention wurde das Steirer FinTech FanInvest im Herbst 2022 gegründet. Als digitale Finanzierungsplattform „für den Spitzensport“ wirkt FanInvest als Bindeglied zwischen Vereinen und Athlet:innen sowie deren Fans und Sponsor:innen.

FanInvest bietet Investment-Möglichkeit für Fans

Bislang wurde FanInvest von den beiden Co-Gründern Christoph Högler und Markus Friessnegg geführt. Gemeinsam wollen die beiden das Investieren in und das Unterstützen von professionellen Sportvereinen und -projekten „jedem Fan und Sportbegeisterten zugänglich machen“.

Dafür nutzt FanInvest ein eigens entwickeltes Crowdfunding- und Crowdinvesting-Modell. Damit will das Steirer FinTech eine neue Finanzierungsmethode für Sportvereine und Athletikclubs schaffen.

Simon Pointner wird neuer Co-Founder

Im vergangenen April verkündete man eine Kooperation mit Laola1, einen guten Monat später startete das FinTech ein eigenes „digitales Klubhaus“ – brutkasten berichtete. Am heutigen Montag kommuniziert FanInvest Änderungen im Gründerteam:

Simon Pointner wird das Führungsteam „ab sofort als Co-Founder an der Seite von Christoph Högler und Markus Friessnegg“ verstärken, gibt das Startup in einer Pressemeldung bekannt. Pointner soll nicht nur Expertise in der Marktentwicklung einbringen, sondern auch seine Erfahrung im Teamsport.

Late-Co-Founder Pointner hält laut wirtschaft.at fünf Prozent der Unternehmensanteile. Die beiden Co-Founder sind mit je 41,87 Prozent am Unternehmen beteiligt.

Brand Design und Internationalisierung im Fokus

Bislang habe Pointner über zehn Jahre an Erfahrung in der Design- und Kommunikationsbranche gesammelt. Im September 2023 co-gründete Pointner das „Studio Freude“, eine Design- und Brand-Experience-Agentur, in der er als Creative Director fungiert.

Pointner soll FanInvest in seiner strategischen Positionierung stärken und die Marke global ausbauen: „Gemeinsam mit Christoph Högler und Markus Friessnegg freue ich mich darauf, FanInvest als internationales Vorzeigeprojekt im Bereich Sport-Investments zu positionieren.“

Auch Co-Founder Friessnegg spricht von einem „Gewinn“ und „kreativen Visionär“ im Team. Pointner sei ein „strategischer Partner, der unsere Werte teilt und die Weiterentwicklung von FanInvest vorantreiben wird“. Auch Högler sagt dazu: „Gemeinsam setzen wir neue Maßstäbe für die Verbindung von Sport und Investments.“

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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