28.07.2023

Steffen Lange: Ex-Österreich-Chef von Salesforce wechselt zu Apollo.ai

Steffen Lange wechselt vom internationalen Großkonzern zum heimischen Scaleup. Seine Beweggründe schildert er im Gespräch mit brutkasten.
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Foto: brutkasten

Der Videotalk mit Steffen Lange und Apollo.ai-Cofounder Mic Hirschbrich ist am Ende des Artikels zu finden.


Bis vor wenigen Monaten leitete Steffen Lange das Österreich-Geschäft des internationalen Softwareunternehmen Salesforce. Nun wechselt er zum Scaleup Apollo.ai, das eine KI-gestützte SaaS-Lösung für Führungskräfte im strategischen und operativen Bereich bietet. Im brutkasten-Talk erklärt der neue Chief Commercial Officer (CCO) unter anderem, wieso er sich für diesen Schritt entschieden hat.

In Meetings habe er gemerkt, dass sich Führungskräfte sehr schwer tun mit der Umsetzung von Strategien. „Ich glaube, dass in Zukunft Unternehmen sich mehr und mehr auf die internen Prozesse fokussieren und dort effektiver werden müssen.“ Hier habe er das Potenzial von Apollo.ai gesehen.

Vom Konzern zum Startup Apollo.ai

Er sei fest davon überzeugt, dass Innovation heutzutage bei den Jungunternehmen angesiedelt sind. „In diesem Scaleup- und Startup-Environment können wir schnell auf Business-Probleme agieren. Das begeistert mich einfach“, sagt Lange. Vor der Entscheidung habe man unzählige Gespräche geführt. Laut Mic Hirschbrich, Co-CEO und Co-Founder von Apollo.ai, hat man auf fachlicher Ebene schnell gesehen, dass man sich ergänze. Entscheidend sei aber auch die persönliche Ebene gewesen.

Vor Salesforce war Lange bei ähnlich großen Betrieben wie SAP oder Accenture tätig. Der Umstieg von Großunternehmen zu Apollo.ai war aber nicht einfach, wie er im Gespräch zugibt. „Das war natürlich ein Kulturwandel, aber genau der Kulturwandel, den ich auch haben wollte.“ Zwar habe man nicht hunderte Expert:innen im Betrieb für beispielsweise Public-Relations-Tätigkeiten. „Es macht aber auch Spaß, eben in solche Bereiche reingucken zu können.“ Außerdem werde man in Zukunft auch personell wachsen.

Verlorene Entscheidungen

Wieso besteht der Bedarf für eine SaaS-Lösung? „Die Entscheidungen, die wir treffen und auch die Summe der Meetings sind für uns eigentlich wie ein neuronales Netz gebaut“, sagt Hirschbrich. Das Meeting von Führungskräften sei die Intelligenz des Unternehmens. „Da werden die wirklich wichtigen Dinge entschieden. Wir bei Apollo.ai sehen es als unsere Aufgabe, das nachhaltig nutzbar zu machen.“ Größere Unternehmen würden pro Jahr 1.500 bis 3.000 Entscheidungen treffen – ein Drittel bis ein Viertel würden versanden. „Das ist bei großen Unternehmen ein Millionenschaden.“

Meetings sollen statt „toten Protokollen“ effizient zu Ergebnissen führen. Apollo.ai möchte demnach mit seiner Software für Organisationsmanagement jeder einzelnen Führungsebene, das Werkzeug geben, die Entscheidungen richtig zu steuern und zum Ziel zu bringen. „Es braucht einen durchgängigen Prozess der Entscheidungsvorbereitung, Planung, Durchführung, Kommunikation und natürlich das Nachhalten von Entscheidungen“, erklärt Lange. Nur so könne sichergestellt werden, dass auch Mitarbeiter:innen informiert sind und sich abgeholt fühlen.

Laut Hirschbrich habe man aus „allen verschiedenen Branchen“ erste Kunden gewonnen – von mittelgroßen bis hin zu börsennotierten Corporates. Mit ihnen arbeite man laut Lang „ganz, ganz eng zusammen.“ Auch wenn die Abwicklung sehr kompliziert klinge, sei das Gegenteil der Fall. „Wir sind schnell in dem Unternehmen drin. Wir können den Prozess in der Software abbilden und guiden User:innen durch den Prozess durch.“

Perspektive auf Wachstum

Apollo.ai soll dreidimensional wachsen – im finanziellen Bereich sowie die Anzahl der Mitarbeiter:innen und Kunden. Im brutkasten-Talk nutzt Lange die Chance für einen Aufruf: Man suche nach wie vor Personal – besonders im Vertrieb und Marketing. Mehr und mehr Kundenanfragen würden ankommen. Abgesehen von Deutschland und Österreich möchte man auch „erste Gehversuche“ in anderen internationalen Märkten starten.

Wie beide betonen, bestehe auch eine Produktlösung, die branchenübergreifend und in verschiedenen Situationen einem Unternehmen helfen könne. So sei es beispielsweise auch sehr nützlich, wenn es Veränderungen auf Führungsebene gebe, wie eine Übernahme. Auch im Risk-Bereich sei man mit der angewandten Forschung sehr weit. „Das heißt, wir können der Führungskraft Hilfestellung geben, wenn ihre Entscheidung droht ein Risiko darzustellen.“

Apollo.ai-Cofounder Mic Hirschbrich und CCO Steffen Lang im kompletten Videotalk:

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Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda (c) Bitpanda
Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda. (c) Bitpanda

Bitpanda gab heute bekannt, dass CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad im ersten Quartal 2027 zurücktreten wird. Bis zu seinem Ausscheiden bleibt er CEO und wird das Unternehmen weiterhin leiten. Danach wechselt er zur Erste Group, wie CEO Peter Bosek per LinkedIn-Post bekannt gibt. Der Bitpanda-Verwaltungsrat hat laut Aussendung eine strukturierte Suche nach Enzersdorfer-Konrads Nachfolge eingeleitet, bei der sowohl interne als auch externe Kandidaten berücksichtigt werden.

Bitpanda: Trummer als Co-CEO

Als Co-Founder und Chief Scientist bringt Christian Trummer Erfahrung in der Entwicklung der Plattform und Technologie ein, die Bitpandas Strategie zugrunde liegen. Er soll den Fokus auf Produktqualität zusätzlich schärfen, während Bitpanda die Weiterentwicklung des Multi-Asset-Angebots über Krypto, Aktien, ETFs und Edelmetalle hinweg und den Ausbau seiner Infrastruktur für Finanzinstitute vorantreiben möchte, wie es per Aussendung heißt.

Eric Demuth, Executive Chairman und Präsident des Verwaltungsrats von Bitpanda zu den Vorgängen: „Lukas hat entscheidend dazu beigetragen, Bitpanda breiter aufzustellen und ein starkes Fundament für die Zukunft zu schaffen, und ich danke ihm für sein Engagement. Mit Christian als Co-CEO starten wir aus einer starken Ausgangsposition in die nächste Wachstumsphase und konzentrieren uns noch intensiver auf das, was uns zur bevorzugten Plattform für Millionen von Nutzern in Europa und zu einem verlässlichen Partner für Finanzinstitute weltweit macht.“

Enzersdorfer-Konrad zur Erste Group

Enzersdorfer-Konrad kommentiert wie folgt: „Meine Entscheidung, nächstes Jahr zurückzutreten, ist mir nicht leichtgefallen. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, und werde Bitpanda bis zu meinem Ausscheiden weiterhin mit vollem Einsatz führen. Ich freue mich darauf, unsere Strategie gemeinsam mit Christian und unseren Teams voranzutreiben.“

Bei seiner neuen Rolle bei der Erste Group wird er konzernweit die Verantwortung dafür übernehmen, eine integrierte Strategie für Asset Management und digitales Investieren in den acht Kernmärkten der Erste Group und für deren 23 Millionen Kunden voranzutreiben, heißt es per offiziellem Statement.

„Vom Sparen zum Investieren“

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, Lukas für die Erste Group zu gewinnen. Er verkörpert den Pioniergeist und bringt umfassende Expertise darin mit, das Investieren einfacher und zugänglicher zu machen – ein entscheidender Faktor, um die nächste Generation von Anlegerinnen und Anlegern zu erreichen“, sagt Peter Bosek. „Junge Menschen beginnen früher und investieren aktiver als frühere Generationen. Ein Grund dafür ist das wachsende Bewusstsein dafür, dass sie ihre finanzielle Zukunft selbst absichern müssen. Da sich ihre Erwartungen laufend weiterentwickeln, muss auch unser Angebot mit ihnen wachsen. Lukas wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unser Angebot in all unseren Märkten intuitiv und attraktiv zu gestalten und mehr Menschen in Mitteleuropa dabei zu unterstützen, den Schritt vom Sparen zum Investieren zu machen.“

„Lukas Enzersdorfer-Konrad hat in den vergangenen acht Jahren aus erster Hand erlebt, wie schnell sich die Erwartungen der Menschen an das Investieren verändern können, wenn man es einfach, transparent und zugänglich gestaltet“, so Bosek weiter: „Die Erste Group verfügt über etwas, das nur wenige Institutionen in diesem Bereich bieten können: direkte und vertrauensvolle Beziehungen zu 23 Millionen Kunden sowie mit George über eine der meistgenutzten Banking-Plattformen Europas.“

Das sagt Bitpandas CO-CEO

Christian Trummer, nun CO-CEO, kommentiert gegenüber brutkasten: „Vor zwölf Jahren haben wir Bitpanda mit einer einfachen Überzeugung gegründet: Investieren soll einfacher und zugänglicher sein. Ich freu mich diese Rolle zu übernehmen und werde noch mehr Fokus auf unsere Produktqualität legen. Wir müssen eine Multi-Asset-Plattform sein, die jeder liebt.“

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