26.04.2021

Steadify: Die Neuerfindung des einbeinigen Stativs

Nach einer erfolgreichen Fotografen-Karriere will Gert Wagner mit Steadify mit über 80 auch als Unternehmer durchstarten.
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steadify - Nutzung als Zielhilfe für Jagdgewehre
(c) steadify - Nutzung als Zielhilfe für Jagdgewehre

In Sachen Fotografie weiß Gert Wagner, wovon er spricht. In seiner Karriere arbeitete der inzwischen 83-jährige als Bildjournalist, Werbefotograf und Filmemacher. Und auch technisch trug er etwas zur Entwicklung der Fotografie bei: Mit einer patentierten Erfindung schuf er eine der Grundlagen für die heute in allen Kameras und Smartphones verbauten flexiblen Autofokus-Systeme. Seit einigen Jahren will er gemeinsam mit seinem Sohn Tobias Wagner mit einer weiteren Erfindung als Unternehmer durchstarten: Steadify.

Steadify: Bislang vor allem von Jagd-Shops angeboten

Dabei handelt es sich um ein Einbein-Stativ, das nicht am Boden aufsteht, sonder am Körper befestigt ist und so deutlich stabiler sein soll, als übliche einbeinige Modelle. Gleichzeitig soll es aber vor allem gegenüber dem klassischen Dreibein-Stativ punkten. „Ehe man es aufgebaut hat, ist manch goldener Moment schon vorbei und dann funktioniert es auch nur auf festem Untergrund“, meint Tobias Wagner. Mit einem Handgriff mit einer Hand lässt sich Steadify hochziehen und dann die Kamera auflegen (siehe Video). „Damit wird die Kamera stabil und schwerelos, das ermöglicht scharfe Fotos und weiche Videoschwenks bei voller Beweglichkeit und viel Raum für Spontanität“, meint Gert Wagner.

Genutzt werden kann das Produkt nicht nur für Kameras, sondern auch für Ferngläser und Jagdgewehre. Interessant: Letzteres wird auf der Page des Unternehmens der Wagners, SwiftDesign, nicht thematisiert. Ein Youtube-Video des Startups dazu (bereits aus 2016) gibt es allerdings und das Produkt wird online vor allem in Fach-Shops für Jagd-Bedarf und Waffen angeboten.

Der große Durchbruch gelang mit dem Produkt dem Vernehmen nach bislang noch nicht. Eine Kickstarter-Kampagne im Jahr 2018 brachte knapp mehr als 200.000 US-Dollar ein. Eine weitere Kampagne auf der Plattform, in der der „Stabilizer“ gemeinsam mit dem E-Book „Unorthodox“ angeboten wurde, scheiterte jedoch kürzlich.

Einen weiteren Versuch, die Popularität zu steigern, unternehmen Gert und Tobias Wagner in der TV-Show Die Höhle der Löwen, wo sie heute zu sehen sind. Ersterer ist damit übrigens der bislang älteste Teilnehmer. Außerdem in dieser Folge: Coffee Colorato, Pottburri, Aumio und Haselherz.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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