06.10.2022

Statt Massenkündigung: So will Facebook angeblich 12.000 Leute loswerden

Die Facebook-Mutter Meta arbeitet laut Berichten an Personal-Kürzungen. Die Vorgehensweise dabei ist zumindest ungewöhnlich.
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Facebook & Meta-Gründer Mark Zuckerberg | (c) Anthony Quintano via Wikimedia Commons

Zahlreiche Tech-Unternehmen sahen sich in den vergangenen Monaten zu dem Schritt gezwungen: Massenkündigungen prägten die Branche im Jahr 2022 so, wie es im Jahr 2021 gigantische Investments waren (und bei näherer Betrachtung gibt es da auch einen klaren Zusammenhang). Nachdem in den vergangenen Monaten auch nach außen hin immer wieder deutlich sichtbar wurde, dass es bei der Facebook-Mutter Meta derzeit ebenfalls nicht ganz rund geht, soll laut Medienberichten nun auch dort eine massive Personalkürzung bevorstehen.

15 Prozent der Meta-Mitarbeiter:innen sollen gehen – aber nicht durch Massenkündigungen

Von bis zu 15 Prozent der Belegschaft – das entspricht etwa 12.000 Mitarbeiter:innen – will man sich demnach trennen. Doch wie das US-Portal „Insider“ berichtet, plant Meta nicht, das mit klassischen Massenkündigungen umzusetzen. Stattdessen sollen bei der Facebook-Mutter sogenannte „stille Kündigungen“ zur Anwendung kommen.

„performance improvement plan“ als Job-Todesurteil

Das – positiv ausgedrückt – ungewöhnliche System sorgt auch für kritische Stimmen. Laut „Insider“ hat CEO Mark Zuckerberg das Management kürzlich angewiesen, je 15 Prozent ihrer Mitarbeiter:innen mit dem internen Label „braucht Unterstützung“ zu versehen. Das gab es bei Facebook schon bisher. Die betroffenen bekommen dann einen sogenannten „performance improvement plan“ – kurz PIP. Und so einen zu bekommen bedeute in der aktuellen Situation, man habe 30 Tage Zeit und sei dann draußen, sagen Stimmen aus dem Unternehmen gegenüber dem US-Portal.

Auch Führungskräfte bei Facebook, Instagram und Co betroffen

Das betreffe nicht nur einfache Meta-Mitarbeiter:innen, sondern auch zahlreiche Führungskräfte. Viele von ihnen suchen sich dann schnell einen neuen Job. „Es sieht vielleicht so aus, als würden sie weiterziehen, aber in Wirklichkeit werden sie hinausgedrängt“, wird eine Quelle von „Insider“ zitiert.

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PrixxOne, Klemmbausteine, Lego-Möbel
© PrixxOne

Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.

PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken

Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.

Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.

„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“

© PrixxOne – Jürgen Sommer.

Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.

Made in Austria

Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.

Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.

So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“

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