23.10.2015

Statt Kündigungswelle: Twitter-Chef schenkt Mitarbeitern Firmenanteile

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Twitter macht derzeit ein langsames Wachstum zu schaffen – die Aktie ist eingebrochen. Als Mit-Gründer Jack Dorsey vor wenigen Wochen zum ständigen Chef ernannt wurde, wollte er zunächst mit einer Kündigungswelle auf das schwache Wachstum reagieren. Was Dorsey nun gemacht hat, dürfte die Angestellten überrascht haben: Statt einer Kündigung erhalten sie nun Firmenanteile. Der Twitter-Chef kündigte in einem Tweet an, ein Drittel seiner eigenen Firmenanteile in einen für Mitarbeiter vorgesehenen Aktien-Pool einzubringen. Dorsey hält derzeit 3 Prozent an Twitter – seine Mitarbeiter erhalten also 1 Prozent. Das Paket hat derzeit einen Wert von etwa 200 Mio. Dollar.

„Auch ich hätte lieber einen kleinen Teil von etwas Großem, als einen größeren Teil von etwas Kleinem“, schrieb Dorsey auf Twitter. „Ich bin sicher, dass wir Twitter ganz groß machen können“. Vor wenigen Wochen stand noch eine Kündigungswelle von bis zu 336 der 4100 Arbeitsplätze im Raum. Das dürfte nun vom Tisch sein. Dorsey ist auch Gründer und Chef des Bezahl-Dienstes Square, bei dem er ebenfalls Anteile an seine Mitarbeiter abgetreten hatte.

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Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs | (c) Helge Bauer
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Laut internationaler Energieagentur wird sich der weltweite Stromverbrauch der Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Das entspricht etwas mehr als dem gesamten Stromverbrauch Japans heute. Während die EU ein verpflichtendes Nachhaltigkeits-Label entwirft, um den Energie- und Wasserverbrauch der Branche einheitlich bewerten zu können, arbeitet man in Österreich bei Silicon Austria Labs an energieeffizienter KI und Rechen-Hardware.

Stromsparen mittels Chip-Bausteinen und optimierten KI-Modellen

Bei Silicon Austria Labs arbeitete man schon 2025 an einer effizienteren KI, wie brutkasten berichtete. Nun soll Energie mittels Hardware-Beschleunigern gespart werden, also mit Chip-Bausteinen, die KI-Berechnungen mit wesentlich geringerem Energieaufwand ausführen als herkömmliche Prozessoren. So entwickelt das Silicon Austria Labs für das europäische Projekt ISOLDE im Rahmen des Chips Joint Undertaking energieeffiziente Beschleuniger.

„Unsere Stärke liegt darin, KI dort effizient zu machen, wo sie tatsächlich rechnet, im Chip und im Datacenter“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs. „Wir entwickeln Hardware und Verfahren, die dieselbe Rechenleistung mit deutlich weniger Energie erbringen. Das ist die Grundlage, damit KI in Europa nachhaltig wachsen kann.“

Zudem optimiert Silicon Austria Labs KI-Modelle so, dass sie Daten nicht in große Rechenzentren senden, sondern direkt auf den jeweiligen Geräten laufen, wie etwa Haushaltsgeräten, Sensoren oder Satelliten. Auch an einem energieeffizienten „föderierten Lernen“ wird bei Silicon Austria Labs geforscht. Bei dem Prozess wird KI trainiert, ohne dabei sensible Daten zusammenzuführen.

Energiesparende Elektronik für ein unabhängiges Europa

Laut Silicon Austria Labs geht es bei der Forschung nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um die technologische Unabhängigkeit Europas. Durch selbst entwickelte energieeffiziente Chips und Verfahren sei man weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern. „Energieeffiziente Elektronik ist ein Standortvorteil für Österreich und Europa“, sagt Hirschl. „Wer die sparsamste Technologie beherrscht, macht sich unabhängiger und verbindet Digitalisierung mit Klimazielen.”

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