24.04.2015

Statt Autoteile nun Saftlieferant: Wiener Start-up holt Früchte aus dem Iran

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Junger Iraner bringt Granatäpfel nach Wien.

Die aktuellen Handelsbeschränkungen zwischen Europa und Ländern, die nicht zur EU gehören, bereiten einigen Unternehmern Kopfzerbrechen. Einer von ihnen heißt Nima Arvand. Der gebürtige Iraner lebt seit seinem vierten Lebensjahr in Österreich.

200 Tonnen Granatapfelsaft liefert der Jungunternehmer über Obst-und-Gemüse-Zwischenhändler wie die internationale Univeg-Gruppe an Merkur, Billa und Spar pro Jahr nach Österreich. Knapp sieben Euro kosten die 750-ml-Flaschen. Gegenüber der türkischen Konkurrenz wirbt Arvand mit der Qualität.

Mit den Früchten ist der gebürtige Iraner, der mit vier Jahren nach Österreich kam, seit 2013 in den Supermärkten. Seit einigen Monaten verkauft er auch den Saft als eigene Marke statt als Zulieferer für andere. „Wir erwarten heuer etwa 900.000?€ Umsatz.“ Wie viel er und Partner Rexhe Qufaj in ihre ASQ GmbH investiert haben und wann sie das Geld wieder zurückverdient haben werden, „das trauen wir uns gar nicht nachrechnen“. Gemeinsam mit ihrem iranischen Partner vor Ort, einem biozertifizierten Obsthändler, wollen Qufaj und Arvand das Geschäft ausbauen.

Auf Saft folgt Frizzante

Neben dem Saft arbeiten sie an einem Granatapfelschaumwein, der noch im Frühsommer erhältlich sein soll, sowie Essig- und Ölprodukten. Abgefüllt werden Saft und Schaumwein vom Familienbetrieb Litzellachner in Kematen, auch bekannt als Ferdl Most und als Hersteller von „Ja! Natürlich“-Produkten.

Ursprünglich exportierte der heute 39-jährige Arvand Komponenten für die Automobilindustrie von Österreich in den Iran. „Die Automobilindustrie ist dort vor einigen Jahren zusammengebrochen, und die Handelseinschränkungen waren gleichzeitig sehr belastend“, sagt Arvand. „Wer technische Komponenten liefert, muss ständig beweisen, dass sie für ein Auto und nicht etwa für eine Rakete gedacht sind.“ Arvand stieg auf den Import von Obst um.

Schwierig seien dabei vor allem zwei Dinge – einerseits die Zollbelastung von 18 Prozent, die Granatapfellieferungen aus dem Iran betrifft, nicht aber die aus der Türkei und Israel, und andererseits die Behinderungen im Zahlungsverkehr aufgrund der Sanktionen.

Tauschgemeinschaften

Im Iran hätten sich in Reaktion darauf Tauschgemeinschaften herausgebildet. Wer etwa von einem Händler im Iran eine Obstlieferung bekommt, könnte dafür einem anderen Laptops schicken. Den Zahlungsausgleich würden dann die zwei iranischen Unternehmen untereinander regeln. Andere iranische Betriebe behelfen sich mit Auslandsniederlassungen. „Es ist für alle ein heikles Thema. Aber die Einschränkungen lockern sich hoffentlich zusehends.“

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Quelle: Wirtschaftsblatt

Foto-Credit: WB/Foltin

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Bundeskanzler Stocker setzt sich für ein UNO-KI-Zentrum in Wien ein. (c) BKA/Florian Schrötter
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Nach der Wahl in den UNO-Sicherheitsrat strebt die Bundesregierung nach dem nächsten Coup. Österreich soll in Fragen der Künstlichen Intelligenz in Zukunft nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten. Das verkündete heute Bundeskanzler Christian Stocker. Der konkrete Vorschlag: Es soll ein internationales KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen in Wien entstehen. Der Vorschlag wurde von Staatssekretär Alexander Pröll beim virtuellen internationalen Spitzentreffen zur Kontrolle von Frontier-KI-Modellen eingebracht. Das Treffen hat auf Initiative der Regierungschefs Finnlands und Norwegens stattgefunden.

„Fürchten wir uns nicht vor Künstlicher Intelligenz, sondern geben wir ihr einen Rahmen, der den Menschen Ängste nimmt und Sicherheit gibt. Ein KI-Zentrum unter dem Dach der Vereinten Nationen kann dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam daran arbeiten, das Potenzial von KI auszuloten, ihre Risiken zu verstehen und ihre Zukunft mitzugestalten“, sagt Stocker

Wien als „der richtige Standort“

Die Bundesregierung sieht Wien als idealen Standort an. Mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der CTBTO-Vorbereitungskommission sei die Stadt bereits Sitz von Institutionen, die den verantwortungsvollen Umgang mit komplexen Technologien behandeln und langjährige Erfahrung mit multilateralen Verfahren und Standards haben.

„Kein Staat kann diese Herausforderungen allein bewältigen. Die Weichen für die globale KI-Governance werden jetzt gestellt, und Österreich will diesen Prozess aktiv mitgestalten“, betont Staatssekretär Alexander Pröll.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ergänzt: „Österreich setzt sich konsequent für klare Grenzen und international verbindliche Regeln für KI-Waffen ein. Als einer der vier UNO-Amtssitze wäre Wien bestens als Standort für ein internationales KI-Zentrum geeignet.“

Treffen mit Hinton und Steinberger

Heute Abend trifft Stocker gemeinsam mit Staatssekretär Alexander Pröll den Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und Peter Steinberger, der mit OpenClaw weltweite Bekanntheit erlangte. „Wir sprechen über unsere Initiative, über internationale Regeln für KI und darüber, wie Österreich bei dieser Zukunftstechnologie vorne mit dabei ist“, schreibt Stocker auf X. Hinton und Steinberger sind Gäste von TEDAI in der Wiener Hofburg.

Österreich im KI-Zeitalter

KI scheint im Bundeskanzleramt präsenter denn je zu sein, denn Pröll möchte zum Thema „Österreich im Zeitalter von KI“ am 19. November Stellung nehmen. Der Staatssekretär lädt zu einer Grundsatzrede in die Österreichische Nationalbibliothek ein, bei der er über eine der „größten Gestaltungsaufgaben unserer Zeit“ sprechen wird.

„Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, entscheiden, schaffen und denken. Was bedeutet das für uns Menschen und was bedeutet es für Österreich?“, heißt es in der Aussendung.

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